Für viele stellt er einen besonderen Schritt im Leben dar: der Kauf des ersten eigenen Neuwagens. Aber ganz egal, ob man sich endlich den Traum vom Sportwagen erfüllt oder das Auto an die Familienplanung anpasst – das Geld für diesen Schritt nimmt kaum jemand auf einen Schlag vom Girokonto. Neben der klassischen Finanzierung ist auch das Leasing-Modell in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Wir wollen Euch zeigen, wo die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Ratenzahlungs-Varianten liegen und welcher Ansatz für Euch besser geeignet ist. 

Leasing: Flexibilität mit Fallen

Leasing ist ein Ratenzahlungs-Modell, das nahezu nur innerhalb der Automobilbranche eine relevante Rolle spielt. Die Grundidee: Man erwirbt nicht das Auto selbst, sondern zahlt viel mehr für das Nutzungsrecht. Beim Leasing handelt es sich also um eine abgewandelte Form eines Mietvertrags. Die Nutzungsverträge werden häufig über einen Zeitraum zwischen 12 und 36 Monaten geschlossen, wobei nach Ablauf dieser Laufzeit mehrere Optionen zur Auswahl stehen. Der Leasingvertrag wird entweder verlängert, das geleaste Auto wird zurückgegeben oder – in sehr seltenen Fällen – durch eine hohe Restsumme vom Fahrzeughalter gekauft. 

Wie hoch die monatlichen Raten für die Nutzung ausfallen, hängt unter anderem vom Fahrzeugmodell, -alter sowie der Motor- und Kilometerleistung ab. Gleichzeitig spielt aber auch die Art des Leasingvertrags eine maßgebliche Rolle. Unterschieden wird dabei zwischen dem klassischen Restwertleasing und dem beliebteren Kilometerleasing. Die Kosten bei einem Restwertleasing sind immer abhängig vom Wertverlust, der mit der Leasingdauer einhergeht. Zu Beginn des Leasings stellt der Anbieter deshalb einen geschätzten Wertverlust durch Faktoren wie Abnutzung auf und passt die Höhe der monatlichen Raten an diese Schätzung an. Kommt es neben der gewöhnlichen Wertminderung aber auch zu größeren Schäden, wartet am Ende der Vertragslaufzeit häufig eine Nachzahlung auf den Kunden. Auch wenn man bei Leasingverträgen in den meisten Fällen keine Anzahlung leisten muss, sollte man sich also dennoch einen gewissen Betrag zur Seite legen, um auf eine eventuelle Nachzahlung vorbereitet zu sein. Ähnlich wie bei einer Finanzierungs-Anzahlung kann hier aber auch ein schneller Kredit dabei helfen, die Zahlung zu überbrücken. 

Neuwagen: Finanzierung oder Leasing?

Beim Kilometerleasing gibt der Kunde beim Vertragsabschluss eine Einschätzung dazu ab, wie viele Kilometer er während der Leasingzeit voraussichtlich mit dem Auto fahren wird. Je niedriger die Kilometerzahl, desto geringer fallen auch die monatlichen Ratenzahlungen aus. Wer am Ende weniger Kilometer fährt, als gedacht, darf sich fast immer über eine Kostenerstattung freuen. Das Problem: Zu viel gefahrene Kilometer lassen sich die Anbieter meistens teuer bezahlen. Preis zwischen 10 und 25 Cent je Extrakilometer führen schnell dazu, dass eine falsch eingeschätzte Kilometerzahl zur Kostenfalle wird. 

Da es sich um eine Art Mietvertrag handelt, wird der Kunde beim Leasing nur zum Halter des Fahrzeugs, nicht aber zum Eigentümer. Im Vertrag ist zudem meistens festgeschrieben, welche Vertragspartei sich um Aspekte wie Wartung oder Reparaturen kümmern muss und ob das Fahrzeug beispielsweise an Dritte verliehen werden darf.

Finanzierung: klassisches Modell für Langzeitplaner

Das Finanzierungs-Modell kommt meistens dann zum Einsatz, wenn ein Käufer zwar sicher weiß, dass er ein bestimmtes Fahrzeugmodell kaufen möchte, im Moment aber schlichtweg nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung hat, um das Auto direkt auf einen Schlag abzubezahlen. 

Deshalb nimmt der Käufer über einen variablen Zeitraum (häufig 3 bis 6 Jahre) einen Kredit in Höhe des Kaufbetrags beim Hersteller, Händler oder einer Partnerbank auf und zahlt diesen zuzüglich der monatlichen Zinsen in Raten zurück. Um für eine Finanzierung angenommen zu werden, muss man als Käufer in den meisten Fällen eine ganze Reihe von Vorgaben erfüllen. Dazu gehören unter anderem:

  • Hauptwohnsitz innerhalb Deutschlands
  • Mindestalter von 18 Jahren
  • Gute Bonität 

Um die Bonität zu prüfen, wird meistens schon bei den ersten Schritten des Vertragsabschlusses eine ausführliche Schufa-Auskunft verlangt. Häufig müssen aber auch zusätzliche Angaben (z. B. Beruf, monatliches Einkommen) gemacht werden, die nicht in den Schufa-Unterlagen enthalten sind. 

Neuwagen: Finanzierung oder Leasing?

Um während der Finanzierungsphase eine zusätzliche Sicherheit zu haben, behalten die Anbieter bzw. Banken häufig den Fahrzeugbrief ein. Während der Finanzierung ist man also auch hier nur Halter und nicht Eigentümer des Fahrzeugs. In den eigenen Besitz geht das Fahrzeug erst nach Abschluss der Finanzierung durch die letzte Ratenzahlung über. 

Finanzierung vs. Leasing: Welche Methode ist für mich besser geeignet?

Grund dafür, dass das Leasing immer mehr Zuspruch findet, dürfte auch die anhaltende Unsicherheit auf dem Automobilmarkt sein. Wer sich nur für ein Jahr an ein Auto bindet, läuft kein Risiko, kurz nach einem Kauf von neuen Umweltauflagen überrascht zu werden. Denn der wichtigste Unterschied zwischen beiden Varianten liegt vor allem in der Flexibilität. Wer einen Finanzierungsvertrag eingeht, sollte sich vorab sicher sein, dass er sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren an ein bestimmtes Modell binden möchte. Ein Leasingvertrag zeigt sich hierbei wesentlich flexibler – kann jedoch erhebliche Extrakosten mit sich bringen, wenn man die eigenen Fahrgewohnheiten (z. B. Kilometeranzahl) nicht perfekt einschätzen kann. Leasing sei deshalb vor allem all denjenigen ans Herz gelegt, die Spaß an unterschiedlichen Autos haben und dabei dennoch keine Vielfahrer sind. Wer genau weiß, dass er täglich auf sein Auto angewiesen ist und es auch mal für längere Urlaubsfahrten beanspruchen wird, ist mit einer klassischen Finanzierung besser beraten.