Intro- oder extrovertiert, sehr beschäftigt oder in Plauderlaune, Sicherheits-Fanatiker oder sozial beseelt: Ob Taxi-Fahrgäste auf der Rückbank oder dem Beifahrersitz Platz nehmen, hat viele mögliche Gründe. Es ist eine Frage der Persönlichkeit – und der Sicherheit.

Die Rückbank dient als Rückzugsort „besonders für Menschen, die nicht gerne Smalltalk mit Fremden halten“, so Diplompsychologe Christian Müller von TÜV Nord. Das treffe auf schüchterne Persönlichkeiten zu. Diese täten sich schwer damit, Kontakte zu knüpfen, entspannt auf Fremde zuzugehen und ein unverbindliches Gespräch anzufangen.

Doch der direkte Umkehrschluss ist nicht richtig: Denn nicht nur besonders kommunikative Personen nehmen lieber neben dem Fahrer Platz. Manchen ist es schlicht unangenehm, sich chauffieren zu lassen, sagt Müller. Sie wollten nicht den Eindruck erwecken, dass sie sich für vornehm oder etwas Besseres hielten. Und umgekehrt sei natürlich auch nicht jeder Fahrgast auf der Rückbank ein reservierter Mensch. Geschäftsleute etwa zögen sich gerne auf die hinteren Plätze zurück, um zu telefonieren oder um Aktentasche und Laptop auszubreiten.

Ängstliche oder vorsichtige Fahrgäste tendieren zum Rücksitz, weil der bis Ende des 20. Jahrhunderts als sicherer galt und bei einem Crash die höheren Überlebenschancen bot. Heute lautet das Motto allerdings „vorne top, hinten flop“, so Unfallforscher des ADAC nach simulierten Frontalzusammenstößen bei 64 km/h. Grund: Bessere Sicherheitssysteme für Fahrer und Beifahrer stehen die fehlenden Airbags und mäßigen Sicherheitsgurte sowie Kopfstützen hinten gegenüber.

Nach Beobachtungen des TÜV wollen aber auch manche Fahrer vorne lieber allein bleiben und signalisieren das, indem sie Dinge auf den Beifahrersitz legen. Diesem Wink mit dem Zaunpfahl sollte man höflich folgen, rät der Diplompsychologe. Schließlich wolle auch ein Taxifahrer mal seine Ruhe haben. mid