Welche Uhr trägt man(n) zu welchem Auto?

Uhren als auch Autos sind Ausdruck eines individuellen Lebensstils. Uhren und Autos, Autos und Uhren – eine geheimnisvolle Verbindung, die diesen Liebhaberstücken männlicher Sehnsucht inne wohnt. Die Kombination ästhetischem Design und raffinierter Technik wecken die Begehren im Mann. Eine schöne Uhr zeigt nicht nur die Zeit an, sondern lässt sie vergessen. Eine Regel, welche Uhr man(n) zu welchem Auto trägt, gibt es nicht. Nur eines zählt, die Uhr sollte außergewöhnlich sein.

Wie beispielsweise diese Einzeigeruhr von Botta-Design: Die UNO-Sonderedition zum 30-jährigen Jubiläum

Wie Einzeigeruhren funktionieren?

Einzeigeruhren besitzen – wie der Name schon sagt – nur einen Zeiger, nämlich der Stundenzeiger. Die meisten Rathaus- oder Kirchturmuhren verwendeten Räder-Uhren und waren aus technischen Gründen mit nur einem Zeiger ausgestattet. Bis zur Erfindung der Räder-Uhr erfolgte die Messung der Tagesstunden am genauesten mit Hilfe der Sonnenuhr. Erst die Erfindung der mechanischen Uhr ermöglichte die sonnenscheinunabhängige Zeitablesung. Das Ein-Zeiger-Design von dem deutschen Industrie-Designer Klaus Botta ist vom Aufbau der Sonnenuhr inspiriert und solle „dem Diktat des Minutenzeigers die Idee der Entschleunigung“ entgegenzusetzen. Vor 30 Jahren hatte Pionier Klaus Botta mit seinem Modell UNO die erste Armbanduhr der Neuzeit nach dem Ein-Zeiger-Prinzip entwickelt.


Drei Fragen an Klaus Botta, der Gründer von Botta-Design und Erfinder der modernen Einzeiger-Armbanduhr.

Der-Autotester: Herr Botta, wie kommt man auf die Idee, eine Uhr mit nur einem Zeiger zu designen?

Botta: Mitte der 1980er Jahre hatte das Uhrenangebot ein Maximum an Komplexität erreicht. Es gab Uhren mit einer unüberschaubaren Vielzahl an Skalen und Zeigern. Vor lauter Anzeigen war es aber zunehmend schwierig in dem Anzeigengewirr die aktuelle Uhrzeit zu finden. In mir entwickelte sich der Wunsch das genaue Gegenstück zu entwickeln. Also eine Uhr, die nur einen einzigen Zeiger hat und die Zeit anzeigt wie ein analoges Messinstrument – vergleichbar einem Autotachometer.

Ich merkte sehr schnell, dass man dann allerdings mit einer normalen Uhrenskala nicht mehr zurechtkommt. Also gestaltete ich eine Spezialeinteilung, die den Raum zwischen den Stunden nochmals sinnvoll unterteilte. Ich entwickelte die typische UNO-Skala mit einer Unterteilung in halbe Stunden viertel Stunden und – als kleinste Untereinheit, den 5-Minuten-Strichen. Ich investierte dabei relativ viel Zeit in die richtige Gewichtung der einzelnen Striche um eine maximale Übersicht und eine intuitive Ablesbarkeit zu erreichen.

Das System aus hochpräzisem Stundenzeiger und einer sehr ausgewogenen Sonderskala hat mich überzeugt. Die Uhr war in Ihrer Komplexität minimiert und gleichzeitig in ihrer Übersichtlichkeit maximiert. Es war gelungen eine sehr einfache und übersichtliche Uhr zu entwickeln, welche die Uhrzeit auf einen Blick sehr anschaulich darstellt. Der beste Beweis für die Logik und Einfachheit dieses Konzeptes sind Kinder im Vorschulalter. Wenn Sie schon einmal versucht haben einem Kindergartenkind die „normale Uhr“ zu erklären, werden Sie merken wie kompliziert und unlogisch dieses System teilweise ist. Wir Erwachsene haben uns lediglich an die Vieldeutigkeit gewöhnt. Uhranfänger tun sich damit allerdings schwer.

Eine UNO wird das gleiche Kind dagegen überraschend schnell begreifen.
Nun sind wir alle keine Vorschulkinder mehr und eine Dreizeigeruhr können wir auch alle lesen.
Allerdings hat die Komplexität unserer Umwelt seitdem nochmals drastisch zugenommen. Entsprechend ist jeder von uns dankbar für Einfachheit und Übersichtlichkeit. Von daher ist die Einfachheit der UNO heute sogar noch zeitgemäßer als damals.

Der-Autotester.de: Wie reagierte die „Uhrenwelt“ damals auf die Einzeiger-Uhr?

Botta: Ganz ehrlich, wir waren damals nicht ganz sicher, ob allzu viele Leute das Konzept der UNO verstehen und den Charme der Einfachheit erkennen. Umso mehr waren wir überrascht, dass die UNO vom Start weg richtig einschlug und innerhalb kurzer Zeit eine richtige Fangemeinde gefunden hatte.
Wir waren nicht nur die ersten, die eine solche Einzeigeruhr-Armbanduhr anboten, sondern logischerweise auch die einzigen. Die UNO wurde zum Bestseller und wurde zum Flagschiff der Firma Watch People über die wir damals den Pionier der Einzeigeruhren vertrieben haben.

Wo Erfolg ist, sind die Nachahmer nicht weit. Im Laufe der Zeit entstanden immer neue Variationen unseres Konzeptes. Mittlerweile gibt es unzählige Kopien des Einzeigerprinzips. Allerdings behaupte ich, dass kein einziges die Klarheit und Strahlkraft des Originals erreicht (wie so oft bei Kopien).
Mittlerweile sind Einzeigeruhren sogar ein eigenständiges Segment im Armbanduhrenbereich geworden.
Wir sind jedenfalls stolz darauf den Uhrenmarkt durch eine Vereinfachung bereichert zu haben.

 

Der-Autotester.de: Herr Botta, während Ihres Studiums zum Industrie-Designer absolvierten Sie Designpraktika bei der Opel AG und bei Albrecht Graf von Goertz, dem Designer des BMW 507. Das spricht für die Liebe zur Autoindustrie. Wird es in naher Zukunft eine Botta-Uhr in einem Automobil geben?

 

Botta: Ja das stimmt, Autos üben von jeher eine besondere Faszination auf mich aus. Generell spielen alle möglichen Fortbewegungsmittel – vom Pferd über Fahrrad und Auto bis Flugzeug bei meinen Vorfahren eine große Rolle. Mein Großvater Hans Botta wurde im Jahr 1938 von Daimler-Benz geehrt, weil es ihm als erstem Fahrer weltweit gelang, 1 Million Kilometer ohne nennenswerte Reparaturen mit nur einem (Mercedes-) Fahrzeug zurückzulegen. In der damaligen Zeit eine unvorstellbare Leistung.
Bei Albrecht Graf Görtz habe ich in den 80er Jahren gearbeitet. Eine sehr beeindruckende Persönlichkeit, der auch über das Thema Auto hinaus die amerikanische und deutsche Designlandschaft mitgeprägt hat. Zwei fahrfähige BMW 507 standen gerade in seinem Gutshof, als ich dort gearbeitet habe.

In meinem Praktikum bei Opel hatte ich Einblick in die Entwicklung von PKW, von den ersten (sehr beeindruckenden) Designskizzen bis hin zu den (meist sehr braven) Serienmodellen. Hier habe ich vor allem meine Zeichentechnik verbessert und viel über die Gesetze der Serienproduktion erfahren.

Beide Tätigkeiten waren hoch anspruchsvoll – aber ich habe auch wirklich enorm viel gelernt und erinnere mich gerne an diese spannende Zeit zurück.

Instrument von Autos oder Flugzeigen zu gestalten kann ich mir tatsächlich sehr gut vorstellen – denn hier gelten im Wesentlichen exakt die gleichen Regeln wie bei Armbanduhren. Bei vielen Automodellen sehe ich gerade im Bereich Interieur ein großes Entwicklungspotential. Eine komplette Armaturentafel mit entsprechenden Interfaces zu gestalten wäre tatsächlich ein Traumjob für mich.

 

Die UNO-Sonderedition

Zum 30-jährigen Bestehen des UNO-Konzeptes hat das Unternehmen drei Sondereditionen ihres Klassikers auf den Markt gebracht. Die Jubiläumsuhren sind fortlaufend nummeriert, wahlweise mit perlweißem oder perlschwarzem Zifferblatt erhältlich. Neben dem 44mm Edelstahlmodell gibt es auch noch eine 40mm-Version im Titan-Gehäuse ebenfalls mit Ronda-Quarzwerk oder eine erlesene auf 100 Stück limitierte UNO+ Automatikversion im 44mm Edelstahlgehäuse mit dem Schweizer ETA Automatik-Kaliber 2824-2.

Preis: 448 Euro

Fotos: Botta-Design/Der-Autotester.de

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