Das Auto gehört zu den kostspieligsten Käufen der meisten Deutschen. Neben den enormen Anschaffungs- und Benzinkosten kommen oftmals auch hohe Versicherungsbeiträge auf einen Autofahrer zu. Die Wahl des richtigen Anbieters ist dabei entscheidend, um nicht zu viel für den Versicherungsschutz zu bezahlen.

Jedes Jahr werden Autobesitzer mit den Angeboten zahlreicher Versicherungen überhäuft. In der Regel locken diese mit günstigen Preisen und höherem Leistungsumfang. Oftmals fällt es jedoch schwer, die unterschiedlichen Angebote miteinander zu vergleichen und einen passenden Anbieter zu finden.

Die Kosten der KFZ Versicherung steigen jährlich

Die meisten Autobesitzer sparen durch einen Versicherungswechsel mehrere Hundert Euro. Das liegt vor allem an der enormen Steigerung der durchschnittlichen Bruttobeiträge in den vergangenen Jahren. 2016 stieg der durchschnittliche KFZ-Haftpflichtbeitrag im Vergleich zum Vorjahr um ca. drei Prozent. Der Vollkasko-Beitrag wurde im Schnitt sogar um fünf Prozent erhöht. Nur selten werden diese Erhöhungen für den Verbraucher auch klar ersichtlich kommuniziert. Dadurch zahlen viele Autofahrer zu viel für ihre Versicherungen.

Oftmals wurden die Beiträge sogar dann deutlich erhöht, wenn die Abrechnung im Vergleich zum Vorjahr niedriger ausfällt. Die Erhöhung der Gebühren wird meist direkt beim Erreichen einer höheren Schadenfreiheitsklasse durchgeführt. Somit zahlen Versicherte nur deshalb einen niedrigeren Beitrag, weil sie von einem wesentlich höheren Rabatt profitieren. Der Grundbetrag hingegen ist deutlich gestiegen.

Wann lohnt sich der Versicherungswechsel?

Grundsätzlich lohnt sich die Suche nach einer neuen KFZ-Versicherung immer dann, wenn der aktuelle Vertrag gekündigt werden kann. Zahlreiche Versicherer locken mit attraktiven Angeboten Neukunden an. Dabei sollte beachtet werden, dass die wesentlich günstigeren Beiträge meist nur während des ersten Jahres so niedrig sind. Ein sicherer Indikator für die Notwendigkeit des Wechsels ist es daher, wenn der Beitrag im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen ist.

Verbraucher sollten stets nicht auf die Rechnungssumme, sondern auf die Höhe des Vergleichsbetrags achten. Dieser Wert gibt an, welche Gebühren der Versicherte im Vorjahr mit der günstigeren Schadenfreiheitsklasse gezahlt hätte. Liegt der aktuelle Rechnungsbetrag über dem angegebenen Vergleichswert, so haben sich die Gebühren erhöht. Aus diesem Grund verstecken viele Versicherungsunternehmen den Vergleichswert im Kleingedruckten oder verschweigen ihn vollständig.

Kostengegenüberstellung ohne Vergleichswert

Bei fehlendem Vergleichswert muss sich der Kunde selbst einen objektiven Vergleichspunkt schaffen. Die einfachste Möglichkeit ist es dabei, den Grundbetrag der Versicherung gegenüberzustellen. Um diesen auszurechnen, muss der Rabattsatz zu dem gezahlten Gesamtpreis hinzugerechnet werden. Dafür wird der Rechnungswert durch den angegebenen Beitragssatz geteilt und anschließend mit dem Faktor 100 multipliziert.

Aus einem Jahresbeitrag von 500 Euro mit einem Rabattsatz von 50 Prozent ergibt sich somit ein Grundbetrag von 1.000 Euro. Wurden im Vorjahr bei einem Beitragssatz von 65 Prozent 600 Euro gezahlt, so betrug der Grundwert in diesem Jahr 923 Euro. Trotz sinkender Rechnung ergibt sich daraus eine Gebührenerhöhung von 77 Euro.

Was gibt es bei der Kündigung zu beachten?

Bei einem steigenden Beitragssatz können Verbraucher stets davon ausgehen, eine günstigere Versicherung zu finden. Aus diesem Grund sollte die Kündigung zum nächstmöglichen Termin eingereicht werden. Diese ist grundsätzlich immer zum 31. Dezember eines jeden Jahres möglich. Dafür müssen Autobesitzer lediglich ein formloses Schreiben mit der Formulierung „Hiermit kündige ich…“ an ihren Versicherer übersenden.

In diesem Schreiben müssen jedoch die Adresse des Absenders, das KFZ-Kennzeichen und die Vertragsnummer enthalten sein. Darüber hinaus dürfen auch das aktuelle Datum sowie der Kündigungstermin nicht fehlen. Weiterhin ist darauf zu achten, dass die Kündigung spätestens am 30. November bei der Versicherung angekommen ist. Für eine rechtssichere Vertragsauflösung sollte diese entweder per Einschreiben übersendet oder um eine schriftliche Bestätigung gebeten werden.

Schließlich ist es immer ratsam, die alte Versicherung erst dann zu kündigen, wenn die neue Police bereits abgeschlossen ist. Es kommt noch immer häufig vor, dass die beiden Verträge nicht zeitlich aufeinander abgestimmt werden. In diesem Fall riskieren Verbraucher bei einem Wechsel sowohl einen vorübergehenden Verlust des Versicherungsschutzes als auch eine kostspielige Doppelversicherung.