Stellen Sie sich vor, Sie fahren an die Tankstelle, tanken voll, und auf der Rechnung stehen nur runde 11 Euro. Ein utopischer Traum? Keineswegs! Denn mit dem 68 PS leistenden Erdgas Up! ist das pure Realität und kein wirklichkeitsferner Normwert. Bei meinen Testfahrten konnte ich mich davon überzeugen, dieses Auto bewegt mich runde 250 Kilometer mit 11 Euro. Volkswagen gibt den Verbrauch des Erdgas Eco Up! mit 2,9 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer an, beim aktuellen Preis von rund, 1,10 Euro je Kilogramm wären das runde 3,20 Euro auf 100 Kilometer. Rechnet man diesen Betrag bei einem aktuellen Diesel Preis von 1,45 Euro um, ergibt sich ein Norm-Verbrauch von 2,2 Liter Diesel. Bei meinem Testfahrten sind es dann knappe 3 Liter auf 100 Kilometer geworden, also rund 4,35 Euro auf 100 Kilometer. Viele Zahlen, aber mein Ziel ist es, Ihnen den Gasverbrauch im Vergleich zu einem Diesel oder reinen Benzinmotor deutlich zu machen. Wer also Spaß am Sparen hat, sollte diesen Up! auf seine Einkaufsliste setzen, denn günstiger fährt derzeit wohl kaum ein anderes Serienautomobil.

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Gas für 3,20 Euro auf 100 Kilometer

Soweit zur glänzenden Seite der Medaille. Der Up! Hat zwar zur Sicherheit einen 10 Liter fassenden Benzinvorrat mit an Bord, aber mit Norm-Werten gerechnet ergeben sich in Kombination von Gas und Benzin nur 600 Kilometer Reichweite. Auf meinen Testfahrten ließ sich das aber nicht erreichen. Mehr als 450 Kilometer habe ich nicht geschafft. Will man den Preisvorteil des Gases nutzen, sollte man möglichst  immer Gas (CNG) tanken. Leider gibt es aber in ganz Deutschland nur etwa 900 Erdgastankstellen. In Offenburg nur einen Erdgas-Tank-Automaten, der am Betriebsgelände der Badenova angesiedelt ist und rund um die Uhr bereit steht. Wenn ich aber auf den Autobahnen des Landes unterwegs war, wurde das Suchen nach Erdgastankstellen schnell zum nervigen Spiel, das immer wieder Umwege nötig macht, die Geld und Zeit kosten. Um diese Suchstrecken überwinden zu können, sollte die 10 Liter-Benzin-Reserve möglichst immer komplett zur Verfügung stehen. Leider zeigt die Tankanzeige nur den Gasfüllstand an, so lange noch Gas vorhanden ist. Erst wenn kein Gas mehr im Tank ist, visualisiert der Zeiger den  Benzin-Stand. Das kann zu Bösen Überraschungen führen, wenn nur noch wenige Tropfen Benzin im Tank sind. Übrigens: Aus kfz-steuerlichen Gründen lässt sich der CNG-Up! nicht manuell auf Benzinbetrieb umstellen. Sonst würde der Kleinwagen deutlich mehr als die günstigen 25 Euro pro Jahr an KFZ-Steuer verursachen.

Der 68 PS (50 kW ) Motor bringt den Up! in rund 16,5 Sekunden auf Tempo 100. Dynamisch fühlt sich das nicht an und fordert an Steigungen eine gewisse Geduld. Überland und auf Autobahnen kann man mit dem Erdgas Up gut im Verkehr mitschwimmen. Als Top-Speed werden von Volkswagen zwar 165 Kilometer pro Stunde angegeben, wohler fühlt sich der Drei-Zylinder dagegen bei Tempi um 130. Sparfreude dominiert hier klar über Fahrfreude.

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Als 5-Türer empfinde ich den Up! Deutlich praktischer, als in seiner 3-türigen Variante. Die hintere Sitzbank kann so den winzigen Gepäckraum besser ergänzen. Zumal beim Erdgas Up! Das Fach unter dem Ladeboden wegfällt. Ein billiger Spaß ist der ab Werk mit Erdgas betriebene Up! indes nicht. Sein Kaufpreis beträgt mindestens 15.575 Euro (high up!). Mein roter, fünf-türiger Testwagen (Aufpreis für „red“ 137 Euro) hat noch angenehme Kleinigkeiten und das praktische  „Maps and More“ Navi an Bord. So landet sein Preis schließlich bei 17.543 Euro plus Überführung. Und ich muss einmal mehr erkennen: Sparen ist nicht billig.

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