Polo und Golf sind echte Volkswagen. Praktische Fahrzeuge, mit denen man die Mobilitätsanforderungen des Alltags bewältigen kann. Beetle und Scirocco gehen einen anderen Weg. Sie sind die Außenseiter für Liebhaber. Der Beetle beglückt die Frauen, der Scirocco sorgt meist bei Männern für Freude. Wir haben für die Jungs unter uns das Topmodell – den Scirocco R – genauer unter die Lupe genommen.

Optisch trägt der Scirocco R gegenüber der Serienversion nicht zu dick auf. Akustisch dagegen schon. Obwohl ihn nur vier Zylinder antreiben, klingt er kraftvoll. Seine 280 PS beschleunigen ihn in nur 5,7 Sekunden auf Tempo 100. Weitere zwei Zehntel schneller geht es mit dem Automatikgetriebe (DSG). Von Hand zu schalten kostet Zeit und im perfekten Moment zu schalten schafft ein modernes Doppelkupplungsgetriebe heute auch besser. Der aufgeladene 2-Liter-Motor schiebt erst ab 2.500 Umdrehungen so richtig vorwärts. Viel Schaltarbeit ist nötig, um ihn sportlich zu bewegen. Gleiches gilt für sparsames Fahren. Bei 60 Stundenkilometer schon in den sechsten Gang zu schalten, macht kein Spaß. Daher empfehle ich das DSG für einen Aufpreis von 1.925 Euro zu ordern. In unserem Test verbrauchte der Scirocco bei gemäßigter Fahrweise zwischen 9 und 10 Liter, in sportlicher Gangart sind selbst 13 Liter kein Problem.

Sportcoupé im Alltag

Flache, nach hinten abfallende Silhouette, große Türen und ein dicker Hintern. Der Scirocco trägt die Linienführung eines Sportcoupés. Für die schöne Optik, muss man Einbußen bei der Alltagstauglichkeit hinnehmen. Die langen Türen erschweren den Ausstieg in engen Parklücken und zum Beladen des Kofferraums bleibt nur eine kleine Luke um das Gepäck durch zu balancieren.

Der Scirocco wurde zuletzt im April 2014 aufgefrischt. Das merkt man besonders am Infotainment und an den Assistenzsystemen. So muss die Verbindung zum Smartphone umständlich über die Lenkradfernbedienung hergestellt werden. Bis auf den Fernlichtassistenten, der das Fernlicht der Xenon-Scheinwerfer automatisch ein- und ausschaltet, wird nicht allzu viel geboten. Über die analoge Temperatur- und Ladedruckanzeige an der Mittelkonsole können sich Sportfahrer freuen. Die Verarbeitung des Scirocco ist volkswagentypisch – will sagen ohne Tadel. Auch der aufgeräumte Innenraum gefällt mir.

Preis

Das R-Modell hebt sich durch die schwarzen Bremssättel und Außenspiegel, die Schwellerverbreiterung und die sportlichen Stoßfängern vom Serienmodell ab. Zusätzlich erhält die Topversion serienmäßig 18-Zoll Leichtmetallräder, Xenon-Scheinwerfer und das schicke, abgeflachte Lederlenkrad. Der Scirocco kostet mindestens 24.235 Euro. Das nackte R-Modell will mit 36.825 bezahlt sein und für unseren nahezu komplett ausgestatteten Testwagen werden beeindruckende 42.305 Euro fällig. Wer einen Kompromiss zwischen Einstiegs- und Topmodell sucht, der kann sich den Scirocco GTS genauer anschauen. Das Sondermodell kam erst dieses Jahr auf den Markt. Für 31.000 Euro erhält man ein tolles Design mit einer 220 PS starken Motorisierung.

Scirocco R 2015 Seitenansicht

Fazit

Der Scirocco kann eine sportliche Alternative zu den Standard-Modellen Golf und Polo sein. Seine coupehafte Optik spricht vor allem jüngere Käufer an. Besonders viel Freude bereitet der 280 PS starke Motor im Scirocco R. Wer mehr Alltagstauglichkeit braucht und die neuste Volkswagen-Technik wünscht, sollte eher zum Golf greifen.

Einen weiteren Fahrbericht zum Scirocco R hat Tim für euch geschrieben.

Wesentliche Technische Daten des VW Scirocco R:
Schadstoffarm nach: Euro 6
Motor: 2.0 TSI (Vierzylinder)
Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
Leistung: 280 PS / 206 kW
Maximales Drehmoment: 350 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
0-100 km/h: 5,7 Sekunden
Norm-Verbrauch (kombiniert): 8,0 L/100 km
Länge x Breite x Höhe in m: 4,248 x 1,810 x 1,398
Radstand: 2,578 m
Ladevolumen: 312 L
Leergewicht: 1.426 kg
Basispreis Scirocco R: 36.825 Euro
Testwagenpreis: 42.305 Euro