Premiere für den Verpackungskünstler. Im Jahr 2003 erhielt der Caddy sein letztes großes Update. Seitdem wurde der Allrounder weltweit über 1,5 Millionen mal verkauft. Nach 12 erfolgreichen Jahren tritt nun die vierte Generation des VW Caddy ins Rampenlicht.

Als “Kastenwagen“ bietet der Caddy üppige Ladefläche für den Paketdienst oder den Handwerksbetrieb. Wer seine Mitarbeiter mit zur Baustelle nehmen möchte, sollte den “Kombi“ mit fünf Sitzplätzen wählen. Familien finden im “Kompaktvan“ ausreichend Stauraum. In den 7-Sitzer passen auch noch die Nachbarskinder. Ein integriertes Bett bietet der Caddy “Beach”. Aber damit nicht genug: Alle Varianten gibt es auch als 47 Zentimeter längere “Maxi”-Version.

Schöner geworden

Die Grundform bleibt unverändert. Nach wie vor ist er als Caddy erkennbar. Seine Linien sind klarer und damit moderner gezeichnet. Die PKW-Variante hat das Zeug zum Lifestyle-Mobil. Lediglich ein paar knalligere Farben hätte ich mir gewünscht. Trotzdem steht der Nutzen weiterhin im Vordergrund.

Raumwunder auf neustem Stand

Der Caddy ist ein echtes Raumwunder. Ungewohnt viel Luftraum über mir. Selbst Großgewachsene finden auf den Rücksitzen großzügige Beinfreiheit. Ab der dritten Sitzreihe wird es eng, Kinder sollten sich hier aber wohlfühlen. Der gigantische Gepäckraum des Caddy macht ihn zum Verpackungskünstler.

Im Innenraum geht es volkswagentypisch zur Sache: Alles ist da, wo man es erwartet. Nur der Touchscreen könnte etwas höher angebracht sein. Mit dem Ausstattungspaket “App-Connect” kann das Smartphone über Apple CarPlay, Android Auto oder MirrorLink mit dem Fahrzeug gekoppelt werden. Die Mobilfunk-Schnittstelle “Comfort” hilft den Handyempfang im Fahrzeug zu verbessern. Wenn das Handy auf der gummierten Ablagefläche in der Mittelkonsole liegt, wird der Netzempfang über eine Antenne im Außenspiegel verstärkt.

Ein weiteres hilfreiches System für Familien ist die Sprachverstärkung. Wenn Eltern sich mit ihren Kindern auf den Rücksitzen unterhalten wollen, müssen sie entweder laut sprechen oder sich umdrehen. Der Sprachverstärker nutzt das Mikrofon der Freisprecheinrichtung, um die Sprache über die Lautsprecher nach hinten zu verstärken. Der dadurch im Fond entstehende hallende Effekt klingt zwar ein wenig wie in der Kirche, sollte aber wirken.

Acht Motoren zur Wahl

Die Wahl des passenden Motors fällt nicht leicht. Die vier Dieselmotoren basieren auf einem zwei Liter großen Vierzylinder. Sie leisten zwischen 75 bis 150 PS. Der 102 PS starke Selbstzünder ist auch als sparsamer “BlueMotion“ erhältlich und erreicht im Kastenwagen einen Normverbrauch von unter 4 Liter. Noch mehr Traktion bietet das 122 PS starke Aggregat mit Allradantrieb.

Die vier Ottomotoren bringen zwischen 84 bis 125 PS auf die Straße. Der aus dem VW Polo bekannte Ein-Liter-Dreizylinder TSI mit einer Leistung von 102 PS kann ab Oktober bestellt werden. Wer Gas liebt und auf geringen Verbrauch steht, dürfte sich mit dem 1,4-Liter-Vierzylinder TGI anfreunden, der mit Erdgas betrieben wird. Alle Motoren sind serienmäßig mit Start-Stop-Automatik ausgestattet.

VW Caddy 2015 Brücke

Reichlich Assistenz

Gemessen an anderen Nutzfahrzeugen sind für den Caddy viele moderne Assistenzsysteme bestellbar. Der Frontassistent überwacht mittels Radar das Umfeld vor dem Fahrzeug. Damit wird der Fahrer vor einer drohenden Kollision gewarnt. Zunächst optisch und dann durch einen Bremseingriff. Bei Geschwindigkeiten unterhalb von 30 Stundenkilometern bremst die City-Notbremsfunktion bei einer Gefahr automatisch ab.

Zusätzlich zum klassischen Tempomat ist die Distanzregelung “ACC” erhältlich, die den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug auf einem voreingestellten Niveau hält und automatisch beschleunigt und abbremst. Insbesondere in Stop & Go Situationen wird das Fahren komfortabler und sicherer.

Mit dem Parkassistenten kann sowohl seitlich als auch quer zur Fahrbahn eingeparkt werden. Der Fahrer muss lediglich die Gänge einlegen, Gas geben und bremsen. Das Lenken übernimmt der Assistent. So werden selbst Parklücken nutzbar, die uns zunächst zu schmal erscheinen.

Preise

Der Einstieg in die Welt des Caddys liegt bei 18.688 Euro für den Kastenwagen. Die günstigste PKW-Variante liegt bei 19.861 Euro. Für den “Beach“ sind dann schon 23.990 Euro fällig. Zur Markteinführung bietet Volkswagen das stylische Sondermodell “Generation Four” für 26.102 Euro an. Das als Van mit silberner Dachreling, getönten Scheiben, 17-Zoll-Alufelgen, Klimaanlage, dem Radio “Composition Color“ und einer aufgewerteten Innenraumgestaltung angereichert ist.

VW Caddy 2015 Bastian

Fazit

Der VW Caddy hat mich positiv überrascht. Seine Konfigurationsmöglichkeiten scheinen unendlich und seine Technik ist auf dem neusten Stand. Dazu bietet er sehr viel Raum für einen fairen Preis. Ob der Caddy wohl eine Lifestyle-Ikone wie der VW Bus, wird?