110 verschiedene Führerschein-Dokumente gibt es aktuell in der EU. Nach einer bereits 2006 festgelegten Richtlinie der Kommission sollen sie allmählich vereinheitlicht werden, um Kontrollen zu vereinfachen und den Führerschein-Tourismus einzudämmen. Dabei besorgen sich Fahrer, denen die Fahrerlaubnis entzogen wurde, einfach jenseits der Grenze eine neue. Damit den zuständigen Behörden ein Antrags-Chaos erspart bleibt, sollen die Führerscheine stufenweise ersetzt werden, die ersten alten Dokumente verlieren schon 2021 ihre Gültigkeit.

Die neue Fahrerlaubnis wird schon seit geraumer Zeit ausgegeben. Sie hat das Format einer Kreditkarte, passt in jedes Portemonnaie und gilt als fälschungssicher. Dennoch gibt es in Deutschland noch rund 45 Millionen alte Führerscheine, die von ihren Besitzern aufgrund der teils nostalgischen Fotografien nicht selten wie ein Schatz gehütet werden. In spätestens 17 Jahren führt jedoch kein Weg mehr an der Trennung vorbei, ab 2033 werden ausschließlich Karten-Führerscheine ausgestellt.

Doch viele Führerschein-Besitzer werden früher aufs Amt gebeten. Zuerst erhalten die 15 Millionen Fahrer eine entsprechende Aufforderung, die ihren Führerschein vor dem 31. Dezember 1998 erhalten haben. In Abhängigkeit von ihrem Jahrgang werden ihre alten Dokumente bis 2024 erneuert. Die zwischen 1953 und 1958 geborenen Führerscheinbesitzer müssen sich schon 2021 einen neuen beschaffen. Autofahrer, die heute älter als 63 Jahre sind, haben dafür bis 2033 Zeit. Von 2025 an bis 2033, müssen dann auch die rund 30 Millionen Fahrlizenzen, die nach dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurden, gegen Plastik-Karten eingetauscht werden. Dies teilen die Experten beim Rechtschutz-Versicherer ARAG mit.

Die neuen einheitlichen Führerscheine haben eine deutlich kürzere Gültigkeit als bisher. Nach 15 Jahren laufen sie ab. Eine erneute Prüfung muss jedoch nicht ablegt werden, es reicht eine Neu-Beantragung. Der regelmäßige Austausch des Dokumentes und damit des Fotos erhöht die Sicherheit. Fälscher und Diebe haben es dann nicht mehr so leicht wie heute. mid