Das Umweltprogramm der deutschen Automobilindustrie findet in der Bevölkerung breite Akzeptanz. Die „Mehrheit der Deutschen begrüßt Diesel-Kaufprämien“ titelte am 11. August 2017 eine deutsche Tageszeitung und verwies auf die repräsentative Umfrage des Instituts Insa. Demnach begrüßen 52 Prozent der Befragten die geplanten Umstiegsprämien für Fahrer älterer Diesel-Pkw.

Fast jeder zweite befragte Dieselfahrer (48,6 Prozent) bejaht die Frage, ob die Umstiegsprämie ihn zu einem vorzeitigen Kauf eines Neuwagens bewegen könnte. Die Umweltprämie von bis zu 10.000 Euro (je nach Modell) erhalten die Autofahrer, die ihren alten Diesel-Pkw (Euro 4 oder älter) abgeben und dafür moderne, umweltfreundliche Fahrzeuge der Euro-6-Norm anschaffen. Für Kunden, die auf ein Elektroauto umsteigen, gibt es zusätzlich eine Zukunftsprämie. Die Ausgestaltung der Prämie ist je nach Hersteller unterschiedlich.

Auch das zweite Instrument, das auf dem Dieselgipfel vereinbart wurde – ein rasches Software-Update für Euro-5- und Euro-6-Diesel-Pkw im Bestand –, wird, so Matthias Wissmann,Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), eine deutliche Wirkung entfalten: „Wenn dadurch über fünf Millionen Diesel-Pkw im Bestand ihre Stickoxidemissionen im Schnitt um 25 bis 30 Prozent senken, dann ist das ein wichtiger Hebel, um die Luftqualität in Städten zu verbessern.“

Die Stickoxidemissionen des Straßenverkehrs sind im Zeitraum 1990 bis 2015 in Deutschland bereits laut UBA um rund 70 Prozent zurückgegangen.

Die fortgesetzte Marktdurchdringung mit neuesten Fahrzeugen der Euro-6-Generation wird die verbliebene Luftqualitätsproblematik weitgehend lösen. Dies zeigt eine Studie von AVISO und der TU Graz, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden („Modelling the effect on air quality of Euro 6 emission factor scenarios“, Journal of Earth Science and Geotechnical Engineering, vol. 6, no. 4, 2016, p. 227-244, siehe auch: https://www.scienpress.com/journal_).

Die Studie wurde unterstützt vom Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), dem ifeu Institut Heidelberg und dem VDA.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Allein die „natürliche Bestandserneuerung“ – die Effekte der Maßnahmen des Dieselgipfels sind hier noch nicht enthalten – führen zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Luft. Diese Bestandserneuerung führt dazu, dass immer mehr Messstationen den zulässigen NO2-Grenzwert unterschreiten. Bereits im Jahr 2020 werden nur noch 39 der 144 verkehrsnahen Messstationen den NO2-Grenzwert nicht einhalten. Fünf Jahre später überschreiten dann noch zwölf Stationen den Messwert. Das heißt: Die technischen Maßnahmen zur Erreichung von Euro 6 und RDE wirken.

Diese Maßnahmen – ergänzt durch lokale Emissionsminderungsinstrumente, wie z. B. digitale Maßnahmen zur Verkehrsverflüssigung und -minderung – werden die Frage der Luftqualität in Städten in absehbarer Zeit lösen. ampnet