Wenn Yaris, dann Hybrid? Im letzten Jahr gehörten 62 Prozent aller verkauften Yaris zur Gattung Hybrid. Das 2017er Facelift des Toyota Yaris fährt sich handlicher, sicherer, leiser und der Preis sorgt dafür, dass kaum ein Weg an der Hybridvariante vorbeiführt.90 Millionen Euro und insgesamt über 900 neue Teile“ spendierte Toyota dem im letzten Jahr in Europa 208.000 Mal verkauften Yaris zum Facelift. Damit ist das Yaris Modelljahr 2017 für die Jungs und Mädels vom Marketing „ein neues Auto“, aber tatsächlich ein Facelift, bei dem vor allem die Details den Unterschied machen. An der Front sind der Grill und die Scheinwerfer neu und am Heck endet der neue alte Yaris mit neuen Stoßfängern, renovierter Heckklappe und ausgetauschten Rückleuchten. Produziert wird der Toyota Yaris schon seit 2001 im französischen Valenciennes.
Vier Ausstattungslinien stehen zur Wahl – Yaris, Yaris Comfort und der Yaris Style, der am schwarz abgesetzten Dach und den schwarzen Leichtmetallfelgen zu erkennen ist. Die vierte ist nur eine auf Zeit, denn die Yaris Launch Edition gibt es zeitlich limitiert, sie wird Ende des Jahres durch ein neues Sondermodell ersetzt.
„Sicherheit ist das A und O“ – Alle Varianten des Yaris sind ab sofort serienmäßig mit dem aktiven Sicherheitspaket Toyota Safety Sense ausgestattet. Es umfasst unter anderem das Pre-Collision-System mit Notbremsassistent und autonomer Notbremsfunktion, den Fernlichtassistenten und den Spurhalteassistenten. Der Verkehrszeichenassistent ist im Basismodell nicht erhältlich. Warum? Gute Frage.“3 Prozent von geplanten 18.000“ – So viele Yaris-Kunden würden im Jahr 2017 in Deutschland, Volkswagen sei Dank, noch einen Dieselmotor bestellen. Also hat man den Diesel beim Yaris kurzerhand aus dem Programm genommen. Im Privatkundenbereich geht ganz klar die Tendenz zu Benzinern und zum Hybrid. Drei sind lieferbar: Ein 1,0-Liter-Dreizylinder mit 69 PS, ein neuer 1,5-Liter-Vierzylinder mit 111 PS, der den bisher angebotenen 1,33-Liter-Motor ersetzt und schon heute die strenge Abgasnorm Euro 6c erfüllt, und der 100 PS starke 1,5-Liter-Hybridantrieb, den wir gefahren sind. Bei dem hält die Tankfüllung lang. Der von Toyota prognostizierte Verbrauch liegt bei 3,3 bis 3,6 Liter je 100 km, die CO2-Emission bleibt mit 75 bis 82 g/km CO2 vorbildlich niedrig.„Wir haben Euch getrackt“ – „Driveco“ ist ein neues intelligentes Telemetrie-System und in Deutschland noch im Pilotprojekt-Status. Das automatische Datenaufzeichnungs-System speichert bei Testfahrten Entfernung, Zeit und Durchschnittsgeschwindigkeit ebenso wie den Anteil, der rein elektrisch zurückgelegt wurde. 900 Yaris Hybrid, auch wir, wurden getestet. Ergebnis: Mehr als 54 Prozent fährt der Yaris Hybrid im Alltag rein elektrisch, und das mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,0 Liter auf 100 km. Das klingt noch immer gut und ist deutlich realistischer als die Normverbrauchsangabe.

Erster Kontakt und erster Eindruck

Sogar eine Lehne auf rechts – Die Armlehne am Fahrersitz verdeutlicht, wie bequem man heute in einem 3,95 Meter langen Kompaktwagen sitzt. Und fesch. Die weich aufgeschäumten Kunststoffe um den neuen 4,2-Zoll-Farbmonitor schauen im Yaris Style nicht nur schick aus, sie fassen sich auch richtig gut und hochwertig an. Vom Gefühl her wie Leder. Und über die Verarbeitung muss man auch nicht lange lamentieren – schaut lange haltbar aus.

Was sagen die Mitfahrer über den Yaris?

Vor den Beinen genügt der Platz auch einem langen Lulatsch auf der Rückbank“ –  Wenn der Kerl nicht höher als 1,90 Meter ausfällt, passt er bequem unters Dach. Und auch die Kopfstützen lassen sich im Fond weit genug nach oben ausfahren.

Was sagt der Autotester über den Yaris Hybrid?

Leiser hört er sich an“ –  Beim Yaris Hybrid haben sich die Ingenieure angestrengt, das Geräuschniveau mit neu entwickelten Motorhalterungen, modifizierten Antriebswellen und einer akustischen Windschutzscheibe zu senken. Gleitet man dahin, spürt man es. Nur wenn richtig Gas gegeben wird, hebt sich der Vierzylinder markant und gar nicht mehr leise vom flüsternden Elektromotor ab. Also fährt man den Yaris Hybrid, wie man kleine Hybride am besten fährt: mit sanftem, den elektrischen Antrieb bevorzugendem Gasfuß. Dann klappen, wenn man sich anstrengt, auch 70 Prozent Elektroanteil.„Besser lenkt er sich“ –  Die Lenkung hat an Verbindlichkeit gewonnen und rotiert nicht nur leichtgängig, sondern präziser und mit einem angenehmen Lenkwiderstand. Zusätzlich profitiert auch der Fahrkomfort im modellgepflegten Yaris von den neu abgestimmten Stoßdämpfern. Beim Abrollen ist der Yaris Hybrid ein straffer, aber keineswegs unangenehmer Typ. Und auch beim Verzögern überzeugt der Japaner im ersten kurzen Test mit einem strammen und verbindlichen Druckpunkt auf der Bremse. Auch das war früher anders.
„Und weg bist du!“ – Auch wenn die 11,8 Sekunden von 0 auf 100 und die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h etwas anderes erwarten lassen, lahm ist der Yaris Hybrid nicht. Der Kleinstwagen auf der Nebenspur an der Ampel ist beim Kavalierstart schnell ganz klein im Rückspiegel. Ganz einfach, weil gerade die ersten Meter die Stärke des Hybrid ausmachen. Schon ab 0.1 U/min Drehzahl legt sich der Elektromotor voll ins Zeug. Im Gegensatz zum Benzinmotor, der unter 1.000 Umdrehungen noch vor sich hin dämmert. Das spürt man gerade an der Ampel. Und davon gibt´s in der Stadt ja bekanntlich viele. Damit ist schon alles über die ideale Einsatzumgebung des Hybrid gesagt. Dass sein Tank nur 36 statt 42 Liter fasst, schadet der guten Sache kaum.„Bei nur 1,1 Tonnen Gewicht ist ein starker Benziner ein Traum“ – Den man Anfang 2018 erfüllt bekommt. Dann kommt das Yaris Topmodell GRMN mit seinem unaussprechlichen Namenszusatz (Wo sind die Vokale?) mit dem neuen 1,8-Liter-Turbo-Benziner auf den Markt. Der drehfreudige Turbomotor treibt die Vorderräder über ein manuelles 6-Gang-Getriebe an und setzt dort 210 PS frei – Wohl bekomms.Warum gerade den Yaris Hybrid?
Das Zusammenspiel von Benzinmotor und Elektromotor passiert im Yaris Hybrid harmonisch. In dieser Kasse ist der Hybrid ein Alleinstellungsmerkmal des Yaris. Da ist es kein Wunder, dass Toyota in Zukunft sogar 70 % Hybridanteil beim Yaris einplant. Aber auch der Preis sorgt dafür, dass kaum ein Weg am sparsameren, lokal umweltfreundlicheren und etwas günstiger zu unterhaltenden Hybrid vorbeiführt. Der Yaris 1.5 Liter Benziner steht mit 14.240 Euro in der Preisliste und der Hybrid mit 17.990 Euro, aber wegen der Hybridprämie von 3.000 Euro kostet das Hybridmodell am Ende mit 14.990 Euro effektiv nur 750 Euro mehr. Die Antwort auf die Frage steht damit fest: Wenn Yaris, dann Hybrid.

Fotos: Lothar Erfert