Am 21. Januar wird es soweit sein, das neue Mini-SUV von Toyota mit dem nüchtern klingenden Namen C-HR rollt zu den deutschen Händlern. Der Crossover soll Toyota den Erfolg bringen, den der Juke Nissan bereits zu Teil werden ließ. Mit spektakulärem Design, guter Qualität und sparsamem Antrieben soll der Neue überzeugen.Toyota C-HR SeitenansichtTechnisch basiert der C-HR auf der „TNGA“-Plattform, so wie der Prius auch. Wir sind den C-HR mit Benzinmotor und auch mit Hybridantrieb gefahren. Welche Variante die sinnvollere ist? Hier unser Fahrbericht:Toyota C- HRToyota hatte es in den letzten Jahren nicht einfach auf dem deutschen Markt. Die einheimischen Hersteller und andere Importeure – nicht zuletzt aus Korea – scheinen den Japanern den Rang abzulaufen. Denn das Design des weltweit größten Autobauers kommt hierzulande einfach nicht mehr gut genug an. Und den Hybridantrieb – eine Domäne von Toyota seit es den Prius gibt – wollen die deutschen Kunden bisher auch nicht wirklich annehmen. Mit dem C-HR präsentieren die Japaner nun einen kompakten Crossover, dessen Optik aus scharfen Kanten und fließende Linien man als futuristisch, mutig und gewagt bezeichnen kann. Das wird sicher nicht jedem gefallen, doch wenn man vergleichsweise spät in den Markt eintritt, hat man wenig zu verlieren. Andererseits weiß man auch, dass Nissan Juke oder Mini Countryman mit ähnlichen Konzepten erfolgreich sind.Egal welche Bezeichnung man für diesen Mini-SUV findet, sein Look polarisiert, – uns gefällt er gut. Mit seinen 4,36 Metern Länge übertrifft er den Juke deutlich und reicht sogar an die Außenmaße des Quashqai heran. Es ist sicher kein Zufall, dass die Japaner auf das kompakte SUV Segment zielen. Denn mit 20 Prozent Marktanteil und starken Wachstumsprognosen scheint das Segment auch künftig ausgesprochen ergiebig. Der C-HR, der in der Türkei produziert wird, soll ab 2017 jährlich in 100.000-facher Zahl an die Kunden gebracht werden. Damit wäre der neue Crossover in Europa für Toyota nach dem Yaris das wichtigste Modell.Toyota C- HR HeckleuchteDie TNGA-Plattform teilt sich der C-HR, wie bereits erwähnt, mit dem Prius. Der Radstand des C-HR ist jedoch um 6 Zentimeter kürzer als der Prius, dafür ist seine Spur um 3 bzw. 4 Zentimeter (je nach Ausführung) breiter. Die Karosserie des neuen Heilsbringers ist 3,5 Zentimeter breiter, 18 Zentimeter kürzer und 9 Zentimeter höher als der Prius. Das Leergewicht des C-HR reduziert sich daher um 50 Kilogramm. All das macht den Auftritt des C-HR, auch in Verbindung mit den optionalen 18-Zoll Rädern, deutlich kraftvoller. Der Japaner zeigt eine stabile Kurvendynamik. In Kombination mit seiner direkten Lenkung lässt er sich präzise, leicht und behände durch die Kurven treiben.

Im Innenraum wird die enge Verwandtschaft zum Prius schon deutlicher. Wobei das Innenleben um das 8-Zoll große, zum Fahrer hin geneigte, Display eine stylischere Anmutung zeigt. An Ablageflächen und Staufächer mangelt es. Die leicht erhöhte Sitzposition auf den bequemen Sitzen empfinden wir als ausgesprochen komfortabel. In Crossover Modellen mit ihren nach hinten abfallenden Dachlinien mangelt es auf den hinteren Sitzen oft an Kopffreiheit, nicht so beim C-HR. Die Beinfreiheit vor den Rücksitzen bleibt klassentypisch begrenzt. Toyota C- HR KofferraumDas Gepäckraumvolumen des Japanischen Crossovers reicht mit 377 Litern für 2 Personen aus. Das Umklappen der Rückbank schafft bei Bedarf Raum für größeres Transportgut. Eine elektrische Heckklappe hat Toyota auch nicht gegen Mehrpreis im Programm.

Neben einem hybriden Antrieb, mit seinem Elektromotor und dem 1,8-Liter Benzinmotor mit 122 PS, bietet Toyota alternativ einen 1.2-Liter-Turbo Benziner mit 116 PS an, der aus dem Auris bekannt ist. Die Japaner erwarten den Hybridantrieb als das Volumenmodell für Europa. So sportlich und aggressiv der C-HR aussieht, so ernüchternd ist die Leistungsentfaltung und der Klang des Hybriden. Da wirkt im Vergleich der aufgeladene Turbo-Motor mit seinem manuellen 6-Gang-Getriebe wesentlich spritziger. Mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 190 Stundenkilometern ist er rund 20 km/h schneller, als der Hybride und beschleunigt aus dem Stand in ebenfalls 11 Sekunden von Null auf 100. Zuständig für das Plus an Dynamik beim Benziner ist das maximlaes Drehmoment von 185 Newtonmetern, das bereits bei 1.500 Touren anliegt. Wir würden uns für den C-HR zusätzlich einen stärkeren Antrieb mit einer Leistung um die 200 PS wünschen. Dann harmonieren Optik und Leistung deutlich besser.Toyota C- HR 2017Doch warum wirkt der nominell schwächere Motor kräftiger als der stärkere? Das liegt zum einen daran, dass das gute manuelle Getriebe dem müden CVT-Automaten schlichtweg überlegen ist. Und der turbo-aufgeladene Benziner entfaltet seine Leistung williger. Ihn kann man optional mit einem variablem Allradsystem ordern, das es für den Hybriden noch nicht gibt. Trotzdem hat der Extra-Power-Booster des 53-kW Elektromotors durchaus seinen Charme. Bei langsamer Fahrt kann man mit dem E-Motor (bis zu 58 km/h) rein elektrisch und lautlos dahingleiten.

Toyota C- HR FrontAber vielleicht muss man das stufenloses CVT-Getriebe und das mit ihm verbundene Antriebskonzept eher unter ökonomischen Gesichtspunkten bewerten? Ein kleiner Dieselmotor hätte zwar seine Vorzüge, doch weiß derzeit niemand, wie lange diese Technologie politisch noch gewollt ist. Nicht zuletzt deshalb setzt Toyota auf das hybride Konzept. Und tatsächlich hat der 1.8 Liter Hybrid mit einem angegebenen Norm-Verbrauch von etwa 3,8 Litern auf 100 Kilometer etwa 2 Liter Verbrauchsvorteil zum 5.9 Liter schluckenden Turbo-Benziner. Da der Hybride allerdings mindestens 5.400 Euro mehr kostet (ohne Berücksichtigung die Kaufprämie für Plug-in-Hybride) als der Turbo-Benziner, müsste man mindestens 150.000 Kilometer fahren, bis sich die preisliche Diskrepanz amortisiert hätte.Toyota C- HR

Fazit

Mit dem Toyota C-HR ist den Japanern ein Mini-SUV mit faszinierendem Design, toller Qualität und guten Fahreigenschaften gelungen. Mit dem 1.2-Liter Turbo kostet er mindestens 21.990 Euro. Mit dem Hybrid-Antrieb wollen mindestens 27.390 Euro bezahlt sein. Daher gibt es theoretisch wenige Gründe sich nicht für das Hybrid-Modell zu entscheiden. Durch die 3.000 Euro einsparende Kaufprämie für Hybridmodelle ist der Hybride nur noch 2.400 Euro teurer als der Benziner und wird für viele Kunden damit eine echte, sparsamere, Alternative. Ob das lenkungspolitisch allerdings sinnvoll ist, bleibt dahingestellt.Toyota C- HR 2017

Technische Daten:

Toyota C-HR 1.2T Style:

Fünftüriges Crossover-SUV der unteren Mittelklasse

Länge/Breite/Höhe in Metern: 4,36/1,80/1,1,57

Leergewicht: 1.320 – 1.425 kg

Zuladung: 420 – 525 kg

Tankinhalt: 50 l

Kofferraumvolumen: 377 l

Motor: Vierzylinder-Turbo-Benziner mit Direkteinspritzung, Hubraum: 1.197 ccm, Leistung: 85kW/116 PS bei 5.200 – 5.600/min, max. Drehmoment: 185 Nm ab 1.500/min,

0-100 km/h: 11,1 s

Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h,

6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb,

Durchschnittsverbrauch: 6,0 l Super/100km,

CO2-Ausstoß: 136 g/km,

Preis: 27.390 Euro (Basis C-HR ab 21.990 Euro).