Ganzjahresreifen erfreuen sich steigender Beliebtheit und sind in einigen Ländern, wie beispielsweise den Niederlanden marktführend. Alle namhaften Reifenhersteller haben mittlerweile Allwetterreifen in ihrem Sortiment, erforschen und entwickeln ständig verbesserte Technologien in diesem Reifen-Segment.

Was sind Ganzjahresreifen?

Ganzjahres- oder Allwetterreifen sind während des ganzen Jahres bei allen Witterungen zugelassene Reifen, die sowohl bei Plus- als auch bei Minusgraden eine gleichbleibende Leistung erbringen und starke Temperaturschwankungen gut verkraften. Sie sind für trockene und nasse Fahrbahnen ebenso geeignet, wie bei Schnee und Eis. Sie verfügen über eine mittlere Profiltiefe, um die Fahrbahn-Haftung bei allen Witterungsverhältnissen zu gewährleisten.

Wie funktionieren Ganzjahresreifen?

Um die Funktionsweise von ganzjährig geeigneten Reifen zu verstehen, ist es wichtig, die Wirkungsweise von Sommer- und Winterreifen zu kennen. Sommerreifen sind so gebaut, dass sie möglichst wenig Widerstand bieten und dynamisches Fahren ermöglichen. Der Effekt von Winterreifen beruht auf den tiefen Rillen, zahlreichen Kanten und speziellen Profilen, die eine starke Bodenhaftung gewährleisten. Die Funktion eines Ganzjahresreifens ist in der Mitte der beiden Reifentypen angesiedelt.

Woran sind Allwetterreifen zu erkennen?

Beim Kauf von Ganzjahresreifen ist darauf zu achten, dass Sie an den Flanken sowohl das Sonnen- als auch das Schneeflocken-Symbol aufweisen. An der Kennzeichnung M+S ist die Eignung als Winterreifen zu erkennen.

Für wen sind Ganzjahresreifen eine gute Wahl?

Wer das Jahr über in ähnlichen Witterungsverhältnissen fährt, ist mit Allwetterreifen gut beraten. Diese Reifenart wird vor allem in Regionen, in denen es wenig oder selten schneit gerne verwendet. Wer eher wenig oder hauptsächlich im Stadtgebiet unterwegs ist, wird mit diesem Reifentyp sehr zufrieden sein. Wer einen Reifensatz nicht binnen sechs oder sieben Jahren „verbraucht“ ist ebenfalls mit Allwetterreifen besser dran.

Die Vorteile von Allwetterreifen

Durch den Gebrauch eines Reifens für alle Jahreszeiten entfallen die Kosten für einen zweiten Reifensatz. Das betrifft die Anschaffungs- und Lagerkosten, sowie die Aufwendungen für das Umstecken der Reifen und bedeutend gleichzeitig weniger Arbeit. Die Reifen sind Allrounder und für alle Wetterlagen und Fahrbahnverhältnisse konzipiert. Des Weiteren sind Ganzjahresreifen ein guter Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen, wenn die klimatischen Verhältnisse zwischen den Jahreszeiten wenig schwanken.

Welche Einschränkungen gibt es bei Ganzjahresreifen?

Die Allrounder sind für den Winter deutlich besser gerüstet als Sommerreifen, weisen allerdings nicht die Sicherheitspakete spezieller Winterreifen auf, wodurch Allwetterreifen für das Gebirge aus Sicherheitsgründen nicht geeignet sind. Im Sommer ist der Grip auch auf trockenen Fahrbahnen gut, der Reifen-Verschleiß ist jedoch deutlich höher, als bei herkömmlichen Sommerreifen. Es wird mehr Kraftstoff benötigt und das Brems- und Lenkverhalten wird etwas ungenauer, was diese Reifen für sehr leistungsstarke PKW eher ungeeignet macht.

Was ist bei Allwetterreifen zu beachten?

Die Kennzeichnung

Der Reifen muss das Schneeflocken-Symbol aufweisen, damit seine Eignung für den Winter deutlich erkennbar ist. Mit der zusätzlichen Kennung „M+S“, der Abkürzung für „Matsch und Schnee“ ist man nicht nur Sicherheitstechnisch, sondern auch im Versicherungsfall auf der sicheren Seite.

Die Profiltiefe

Die Tiefe des Profils ist sorgfältig im Auge zu behalten, da sich diese durch die Eignung für das ganze Jahr bereits im mittleren Bereich bewegt und keinen großen Spielraum bietet.In Österreich ist eine Profiltiefe von 4mm für den Winter vorgeschrieben, in Deutschland sind es lediglich 1,6mm. Im Sinne der eigenen Sicherheit ist eine Tiefe von 4mm sinnvoll.

Der Reifendruck

Bei zu niedrigem Reifendruck steigen der Verschleiß des Reifens sowie der Kraftstoff-Verbrauch, bei zu hohem Druck ist die Bodenhaftung zu gering. Bei Ganzjahresreifen ist der Druck sorgsam zu überprüfen. Um den Verschleiß als auch den Kraftstoff-Verbrauch zu senken, kann der Reifendruck im Sommer um 0,2bar erhöht werden. Durch die sinngemäße Verringerung des Drucks im Winter wird die Bodenhaftung verbessert. Zudem wird die Lebensdauer des Reifens bei regelmäßiger Überprüfung durch einen Reifendruckmesser und Korrektur des Drucks durch einen Kompressor maßgeblich erhöht. Im Tankdeckel oder der Betriebsanleitung des Fahrzeuges ist der Wert des optimalen Reifendrucks zu finden. Dabei ist auch die Beladung des Wagens zu beachten.

Die Laufleistung

Die Laufleistungs des Reifens steht in direktem Zusammenhang mit dessen Profiltiefe, die laut Gesetz ein Minimum von 1,6mm aufweisen muss. Bei dieser Tiefe besteht bereits verstärkte Rutschgefahr, weshalb der ADAC eine Profiltiefe von 2mm im Sommer und 4mm im Winter empfiehlt. Zwischen 30.000 und 55.000 gefahrenen Kilometern ist bei Ganzjahresreifen die maximale Laufleistung erreicht und der Reifen muss ausgetauscht werden.

Welcher Ganzjahresreifen ist der Richtige?

Der Begriff des Ganzjahresreifens ist nicht geschützt, wodurch genau geschaut werden sollte. Im Zweifelsfall ist aus Qualitäts- und Sicherheitsgründen der Reifen eines namhaften Herstellers zu wählen, zudem durch die Ersparnis eines zweiten Reifensatzes ohnehin Kosten eingespart werden. Hersteller bieten außerdem für bestimmte Fahrzeug-Modelle zertifizierte Reifen an, die an ihrer Aufschrift auf der Flanke des Reifens zu erkennen sind. Diese Zusatzkennungen verwenden je nach Marke unterschiedliche Abkürzungen, wie beispielsweise S1 für von Peugeot empfohlene Reifen steht, MO auf Mercedes und F auf Ford hinweist.