Das deutsche Taxigewerbe ist besser als sein Ruf. Fahrgäste können in den meisten Fällen mit einer zuverlässigen, raschen und komfortablen Beförderung rechnen. Das ist das Ergebnis eines ADAC-Tests von 160 Taxifahrten in acht deutschen Großstädten. 146 dieser Testfahrten bekamen eine positive Bewertung. 105 Testfahrten einer Branche im Umbruch schlossen mit der Note „sehr gut“ ab, 30 mit der Note „gut“ und elf mit „ausreichend“. Zehnmal hieß es „mangelhaft“, viermal sogar zu „sehr mangelhaft“ – und zwar zwei Mal in Düsseldorf und je ein Mal in Leipzig und München.Die optimale Routenführung ist ein wesentliches Kriterium einer Taxifahrt. Unsicherheiten oder Umwege werden von Fahrgästen als besonders ärgerlich empfunden. Dies führte im ADAC-Test bei drei Fahrten zu einem „mangelhaft“ in der Wertung dieser Kategorie, bei 14 sogar zu einem „Sehr Mangelhaft“. Die größten Umwege im Test leisteten sich zwei Fahrer in Düsseldorf und einer in München. In Leipzig verweigerte ein Fahrer die Beförderung auf der Kurzstrecke. Fast ein Viertel der Fahrer kannte das Ziel nicht auf Anhieb.

Darüber hinaus wird die Möglichkeit, bargeldlos zu bezahlen, für den Kunden immer wichtiger. Dass im Test bei fast zwölf Prozent der getesteten Fahrten eine Zahlung mit EC- oder Kreditkarte abgelehnt wurde, wirkte sich ebenfalls negativ auf das Ergebnis aus.
Die Tester waren in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart unterwegs. Dabei wurden jeweils untertags und nachts fünf verschiedene Strecken abgefahren, eine davon eine Kurzstrecke. Start- und Zielpunkt waren immer identisch. Die Experten prüften mehr als 50 Kriterien in den Kategorien Routentreue, Fahrer und Fahrzeug. Die per GPS aufgezeichnete Route wurde ebenso wie die Preise mit den Vorgaben der jeweiligen Taxizentralen oder Ordnungsämter abgeglichen.

„Taxifahren ist verlässlich“, betont ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller grundsätzlich. Der Automobilclub hat ganz bewusst noch einmal die klassische Taxi-Welt betrachtet, denn an vielen Stellen in Bund und Ländern wird über Veränderungen des Personenbeförderungsrechts nachgedacht. „Wer aber in der Diskussion über veränderte Geschäftsmodelle auch über Anpassungen von Verbraucherschutz-Standards spricht, muss Qualifikation und Kompetenz der Fahrer, die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge und transparente Informationen zu Preisen weiterhin gesetzlich garantieren“, so Möller. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Stickoxid-Grenzwertüberschreitungen in Innenstädten weist der ADAC ferner darauf hin, dass derzeit rund 90 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Taxen Diesel-Fahrzeuge sind. „Wir brauchen eine nationale Anstrengung für alternative Antriebstechnologien in der öffentlichen Beförderung. Das gilt insbesondere auch für das Taxi. Hier könnte der Bund zum Beispiel seine ambitionierten Ziele für mehr Elektromobilität zum Anlass für sinnvolle Förderprogramme nehmen“, sagt der ADAC-Geschäftsführer. Mit der Initiative „Eco-Taxi“ in den Städten München, Frankfurt oder Nürnberg fördert der ADAC schon seit Jahren eine umweltschonendere Art der Beförderung. Insgesamt sind derzeit bundesweit 350 Taxen als so genanntes „Eco-Taxi“ zertifiziert. ampnet

Bildmaterial: ADAC