Der Himmel scheint in Namibia von der Erde nur halb soweit entfernt zu sein, wie in Deutschland. Unbedeutend und klein fühlt man sich in dieser machtvollen Natur. In der Nacht kreisen Büffel-Herden um unsere Lodge. Heute morgen wurde ich von zwei grunzenden Warzenschweinen geweckt. Und beim ersten Augenaufschlag wartete ein schlangen-großer Monster-Tausendfüßler neben dem Bett auf mich. Zart besaitete Frauen hätten einen Schreikrampf bekommen.Der zweite Tag mit der BMW Driving Experience Tour ins Erendi Game Reserve beginnt. Der X5 wartet schon mit Trink-Wasser beladen. Die Fahrt startet noch auf Asphalt – auf der falsche Straßenseite! In Namibia fährt man links. Linksverkehr in einem Linkslenker. Das macht die Aufgabe nicht einfacher. Schon auf den ersten Kilometern der erste unfreiwillige Stopp: Eine Polizei-Kontrolle ist auf unsere Kolonne aufmerksam geworden. Sieben BMW X5 auf einen Streich. Das fällt nicht nur in Namibia auf. Kein gutes Gefühl. Man hört, Korruption sei hier ein Thema, auch bei der Polizei. Denn ein Polizist verdiene hier wenig. Doch zum Glück geht alles gut, wir dürfen weiter. Auf dem Weg erwarten uns mannshohe Termitenhügel, staub-trockene Savanne, elende Slums und eine kleine Stadt namens Okahandja. Hier findet der berühmte „wood-market“ statt. Wir halten an, kaufen Souvenirs. Aus Holz versteht sich. Sinniere indes lieber über Autos. Fast hätte ich vergessen, wie komfortabel der X5 auf Landstraßen liegt. Fährt sich limousinenartig, obwohl man wesentlich höher sitzt. Auf unseren fahrenden Safari-Hochsitz hat man alles besser im Blick und zudem ein sicheres Gefühl. Wir verlassen die asphaltierten Straße. Weiße, rote und gelbe Sand- und Schotterpisten wechseln sich ab. Von oben muss das aussehen wie in ein riesiger Wassermal-Farbkasten. Nur ohne Wasser, denn der Kasten ist nur staubig. Und Wasser ist in Namibia leider Mangelware.

Die sieben SUVs wirbeln so viel Sand auf, dass man sich ständig in einer überdimensionalen Staubwolke vorwärts bewegt. Die dicke Sandschicht hat was von Schnee. Doch durch diverse technische Helferlein wie DCC, Allradantrieb und die flexible Lastenverteilung des Antriebes zieht sich der bayrische SUV gekonnt aus jeder noch so brenzligen Situation heraus. Selbst wenn wir um die 80 Stundenkilometer schnell unterwegs sind, hat der X5 die instabile Schotterpisten im Griff.Plötzlich versperrt uns ein großes Tor den Weg. Nachdem sich die Staubwolke verzogen hat, tauchen zwei Wachmänner mit Maschinen-Gewehren vor uns auf. „Welcome to Erindi Game Reserve“ sagen sie unisono. Wir scheinen willkommen. Werden den Abend und die Nacht hier verbringen. Mit ihren 70.000 Hektar ist diese Ranch um ein Vielfaches größer als die Okapuka Ranch. Alleine zwei Tage dauert die Kontrolle des 7 Millionen Euro teuren Zauns um dieses Reservat. Mensch und Maschine können hier gepflegt werden.


Genug gefahren für heute. Die angeblich schönste Terrasse Namibias erwartet uns. Von ihr aus blickt man auf eine Wasserstelle. Elefanten, Nilpferde, Krokodile und Zebras geben sich hier ein Stelldichein um das lebensnotwenige Nass aufnehmen zu können. Bilder wie im Zoo – nur eben in freier Wildbahn. Man schüttelt sich kurz um das zu begreifen. Direkt vor meinem Fenster grasen zwei Elefanten. Fühlt sich irgendwie surreal an. Was ich heute schmerzvoll lerne: Mittagshitze und Sonnenbad vertragen sich nicht. Auch nicht im Dezember. 10 Minuten in der Sonne reichen, um einen feudalen Sonnenbrand sein eigen zu nennen. Das fühlt sich ziemlich real an.

Wenn sich jetzt noch ein Löwe blicken lässt, sind die „Big Five“ komplett. Traurige Wahrheit ist in Erendi allerdings auch: Für etwa 4.000 Euro kann man die Lizenz erwerben, einen Geparden erschießen zu dürfen. Großwildjagd ist offensichtlich etwas für Leute mit großer Brieftasche und kleinem … Selbstbewusstsein. Ich fotografiere lieber weiter die Tiere vor meiner Terrasse und freue mich auf den 3. Tag. Morgen mehr …….