Kleinstwagen für die Stadt müssen vor allem eins sein: Funktionsorientiert. Wenn sie daneben noch günstig in der Anschaffung und im Unterhalt sind, sollte einem Erfolg bei den Kunden nicht viel im Weg stehen.

Kleiner Japaner ziemlich groß

Der Suzuki Celerio kostet mit seinem 68 PS leistenden Benzin-Motor und in der im Testwagen verbauten Comfort-Ausstattung, mindestens 11.490 Euro. In der Basis-Variante, in der allerdings nicht mal ein Radio beinhaltet ist, kann der Celerio dagegen ab 9.690 Euro erworben werden. Die Ausstattung des Comfort-Celerio beinhaltet unter anderem 14-Zoll-Alu-Felgen, einen USB-Anschluss, ein Radio mit Bluetooth für die Anbindung eines Telefons, eine Lenkradbedienung für die Freisprechfunktion und elektrische Fensterheber hinten.

Vom Start weg legt der Kleine zwar munter los (13,5 Sekunden auf 100), aber seine 68 PS (50 kW) machen nur im Stadtverkehr wirklich Freude. Wer sich, wie ich, mit dem besonders leichten Celerio (890 Kilo) auf die Autobahn traut, kommt auf eine Spitzengeschwindigkeit von knapp über 150 Stundenkilometer. Im Verkehr mitschwimmen klappt ganz gut. Überholen ist jedoch kein Vergnügen. Auf langen Autobahnenanstiegen wird er Celerio von ungeduldigen Brummilenkern gern überholt. Das kann in der kleinen Kiste Angst erzeugen. Aber das Terrain des Kleinen soll die Autobahn ja nicht sein.

 

In der City mit ihren engen Straßen fühlt sich der quirlige Celerio wohler. In der 14 Tage währenden Testphase hat der 5-Türer (mit EcoPlus-Paket; kostet 1.100 Euro Aufpreis) im Schnitt nur 4,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht. Wohlgemerkt. Das ist kein wirklichkeitsferner Normwert, sondern ein gemessener Wert im gemischten Alltagsbetrieb. Ich kann mich nicht erinnern, mit einem Benziner je einen so günstigen Verbrauch gemessen zu haben. Im kombinierten Testzyklus erreicht der Celerio „EcoPlus“ einen Verbrauch von 3,6 Liter auf 100 Kilometer. Sein CO2-Ausstoß wird mit 84 Gramm je Kilometer angegeben. Ein Spitzenwert für einen Benziner. Die 5-Gang-Schaltung des kleinen Japaners flutscht flott durch die Gassen. Der Wendekreis des 5-Türers fällt mit 9,40 Metern angenehm gering aus und macht das Rangieren kinderleicht.

 

Der Innenraum des Celerio ist eher schlicht ausgefallen. Graues Hartplastik dominiert. Nach kurzer Eingewöhnung bin ich mit seiner Bedienung gut zurechtgekommen. Nicht glücklich wurde ich mit der Qualität der Sitze. Sie fühlen sich zunächst gut an, aber mein Rücken quittierte jede Fahrt im Celerio, die länger als eine Stunde dauerte, mit unangenehmen Verspannungen und Schmerzen. Das mag subjektiv sein, aber ein solcher Praxistest ist bekanntlich wertend. Das Raumgefühl auf den Vordersitzen lässt den Kleinwagen nicht erkennen. Selbst in der zweiten Reihe ist im Klassenvergleich ordentlich Raum.

Gleiches gilt für den Gepäckraum, der 254 bis maximal 1.053 Liter fasst. Wobei die Ladekante das Beladen des tiefer liegenden Ladenbodens etwas erschwert. Wenn man die Rücksitze umklappt entsteht ein vergleichsweise großer, aber leider kein ebener Laderaum. Der Blick in den inneren Rückspiegel des Celerio-Testwagens nervte, weil er offensichtlich im Innenraum vorhandene Vibrationen aufnahm und so ein Zerrbild erzeugte.

Fazit

Die großen Stärken des Suzuki Celerio sind sein üppiges Platzangebot und sein außergewöhnlich günstiger Verbrauch. Und der kann beim Kauf entscheidend sein. Suzuki gewährt seinen Kunden beim Kauf eines Neuwagens aktuell 3 Jahre Garantie. Wer möchte, kann zudem eine 2-Jährige Anschlussgarantie erwerben. Das macht die Kostenkalkulation einfacher. Die optische Erscheinung des Suzuki haut mich nicht um. Hier scheint die Form der Funktion gefolgt zu sein. Ein Kaufgrund ist das Design des Celerio aus meiner Sicht jedenfalls nicht. Er will einfach ein praktisches und kostengünstiges Auto ganz ohne Schnickschnack sein.