Längst hat Skoda sein Ostblock-Image abgelegt. Und seit der Übernahme des tschechischen Autobauers durch Volkswagen, geht es steil bergauf mit den Autos aus Mlada Bolseva. Eine solide Modell-Politik mit qualitativ hochwertigen, zuverlässigen Autos lässt die Absatzzahlen von Jahr zu Jahr steigen. Der Marktanteil von Skoda nimmt stetig zu. So ist es kaum verwunderlich, dass heute auch Personen aus Schichten den Kauf eines Skoda erwägen, die früher schon bei dessen Anblick die Nase gerümpft hätten. Skoda Superb Combi SeitenansichtNicht zuletzt klar denkende Menschen mit ausgesprochen rationaler Einstellung zum Thema Auto schätzen, was Skoda anbietet. Denn mit einem Skoda bekommen die Menschen Technik aus dem Volkswagen-Baukasten zum etwas niedrigeren Preis. Und das lockt.

Längst kein Billiges Auto mehr – weder bei der Qualität, noch beim Preis

So erscheint es auch sinnvoll, dass Skoda auch Modelle in der oberen Mittelklasse anbietet – wie den Skoda Superb. Und im Land der Kombi-Fahrer muss es natürlich auch ein Kombi sein. So haben wir uns den Skoda Superb Combi über 14 Tage hinweg genauer angeschaut.Skoda Superb Combi FrontInzwischen hält selbst das Skoda Design im Konzern mit. Ohne das Marken-Logo könnte man hier auch vor einem Audi stehen, so klar und scharfkantig durften die Designer den fünfsitzigen Kombi zeichnen. Ein Blick in den Online Konfigurator verrät, dass man den schicken Passat Bruder bereits ab 26.750 Euro bekommen kann. Das VW-Pendant gibt es ab 27.825 Euro. Groß ist der Unterschied hier nicht, wenn man davon ausgeht, dass der Kunde vergleichbare Nachlässe erhält. Beide kommen zu diesen Preisen übrigens mit dem gleichen Benziner, der 125 PS leistet. Unser Testwagen bringt mit seinem Diesel dagegen 190 PS (140 kW) auf die Straße und wird von einem schnell schaltenden Doppelkupplungsgetriebe (DSG) vorwärts gebracht. Er kostet mindestens 36.750 Euro. Der gleich starke Passat Diesel, ebenfalls mit einem 6-Gang DSG versehen, kostet ab 39.650 Euro. Also runde 3.000 Euro Unterschied. Ab hier wird der Vergleich schwieriger, denn die Ausstattungslinien sind unterschiedlich zusammengestellt. Erschrocken habe ich mich, als mein Blick auf das Ende der Optionenliste meines Testwagens gefallen ist. Denn knappe 50.000 Euro möchten die Preis-Strategen für diesen Skoda Superb Combi, dessen Ausstattung allerdings kaum Wünsche offen lässt, und modernste Assistenz- und Kommunikationssystem mit an Bord hat. 50.000 Euro! Für einen Skoda! Daran muss man sich gewöhnen. Aber mit der Qualität der Skoda-Modelle mussten zwangsläufig auch die Preise in Richtung der vergleichbaren Konzern-Modelle steigen, um nicht Gefahr zu laufen, eine ungewollte Kannibalisierung zu erzeugen.

Platz und Raum in Hülle und Fülle

Doch wie fährt sich dieser große Kombi? Seine 190 PS erscheinen nicht ganz so dynamisch, wie die Zahl vermuten lässt. Der Klang des 2-Liter-Selbtzünders passt zum braven Familientransporter. Auf unseren Testfahrten verbrauchte der Skoda Superb Combi rund 6 Liter Diesel auf 100 Kilometer (kombinierter Normwert mit DSG-Getriebe: 4,7 Liter), ein wirklich günstiger Wert, denn wir haben diesen Wert nicht im Spar-Modus gemessen. Der 4,86 Meter lange Kombi lässt sich jederzeit gutmütig und sicher bewegen. Mit dem schnell schaltenden DSG bleibt die Aufmerksamkeit des Fahrers aufs Wesentliche konzentriert. Selbst Schalten war gestern, denn diese Automatik macht das besser als wir Menschen und dazu noch verbrauchsschonend. In 9 Sekunden ist dieser Skoda aus dem stand auf Tempo 100. Erst bei Tempo 216 ist Schluss mit lustig.

Raum ist das große Plus des Superb Combi. Selbst die Gäste in der zweiten Reihe können sich hier beschweren. Fußraum in Hülle und Fülle steht vor den bequemen Rücksitzen zur Verfügung. Trotzdem bietet der riesige Gepäckraum alles, was die Familie braucht – nämlich Platz und Raum für alles Mögliche.

660 bis 1.950 Liter (bei komplett umgeklappten Rücksitzen) lassen sich im gut zugänglichen Laderaum unterbringen. Die hinteren Sitze können per Knopfdruck von der Ladekante aus flachgelegt werden. Auf dem Armaturenbrett findet alles am gewohnten Konzernplatz. Optisch ist das ganz hübsch, aber im Gegensatz zum Außendesign noch nicht auf dem Niveau von Audi.

Fazit:

Ein rundum gelungenes Familienauto, das sich spielend leicht bedienen lässt. Wäre da nicht sein Preis, der ihn für die meisten Familien wohl in weite Ferne entschwinden lässt. Es sei denn, man kasteit sich bei den aufpreispflichtigen Optionen oder man wartet auf junge Gebrauchte.

Technische Daten

Skoda Superb Combi 2.0 TDI 190 PS 

Fünftüriger, fünfsitziger Kombi,
Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter:
4,86,/1,86/1,48/2,84,
Kofferraumvolumen: 660 bis 1.950 l,
Leergewicht: 1.635 kg, max. Zuladung:
715 kg, Tankinhalt: 66 l.

Antrieb: Diesel-Reihenmotor
Hubraum 1.968 ccm,
max. Leistung: 190 PS (140 kW) bei 3.500 – 4.000 U/min
permanenter Allrad mit 6-Gang-DSG-Getriebe,

max. Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 – 3.250 U/min,

0-100 km/h: 9,0 s,

Höchstgeschwindigkeit: 216 km/h,

Normverbrauch: 4,7 l Diesel/100 km,
CO2-Emission: 135 g/km,
Allradradantrieb,
Preis ab 36.750 Euro