Skoda hat nach Süd-Italien geladen, damit ich den neuen Kompakt-SUV Karoq bei sommerlichen Bedingungen und wenig Verkehr unter die Lupe nehmen kann. Doch wie kommt man da nun am schnellsten nach Sizilien? Als Badener ist man mit gut angebundenen Flughäfen bekanntlich nicht verwöhnt. Und die Fahrt nach Frankfurt ist oft eine  zeitlich schwer kalkulierbare Tortur, die man gern vermeidet. In diesem Fall habe ich aber unverhofftes Glück.

Der Blick in die Suchmaschine zeigt gleich an der ersten Position einen Direktflug vom nur 30 Minuten entfernten Flughafen Straßburg/Entzheim. Kurze Autofahrt dort hin und flugs geht’s ohne Zwischenlandung in nicht mal zwei Stunden zu den Sizilianern, die bekanntlich auf familiäre Beziehungen großen Wert legen. Wobei Paten besonders beliebt sein sollen – hört man. Also raus aus dem trüben deutschen Herbst, auf´s sonnenverwöhnte Eiland. Der Flughafen von Palermo ist angenehm klein. Nix wie raus in die Sonne.

Eine blonde tschechische Hostess bringt mich zu meinem Karoq. Schwarz mit schönem 2.0 Liter Diesel (150 PS), Doppelkupplungsgetriebe und Panoramadach. Genau so habe ich ihn mit gewünscht, als mich Christoph Völzke von Skoda gefragt hat, wie mein Testwagen denn ausgestattet sein soll.

Rein sitzen. Ankommen. Wohl fühlen.

Die Produkte aus dem Volkswagen Konzern erkenne ich blind. Alles hat seinen Platz, klar strukturiert und mit intuitiver Bedienung.

Schöne geformte Sitze und Sitzbezüge in einem modernen Stoff, den man gern streicheln möchte. Da vermisse ich kaltes Leder nicht. Das digitale Display hinter dem Lenkrad weißt mir gekonnt und in höchster Auflösung den Weg. Apropos Weg. Italien scheint Sizilien nicht wirklich zu lieben. Straßen mit Löchern, Wellen und aufgebrochenem Asphalt fordern Mensch und Maschine. An Straßenrand „entsorgen“ die Sizilianer offensichtlich gern ihren Müll. Sie scheinen ein zerrüttetes Verhältnis zum Gemeineigentum und insbesondere zur Umwelt zu pflegen.

Schafherden kreuzen meinen Weg. Landschaft pur, wird unterbrochen von qualmenden Schloten der Zementwerke, die zerstörerisch gewonnene Energie spenden.

Sizilien im Herbst: Olivenernte und kulinarisches Verwöhnprogramm

Ich fasse es kaum. Fahre kopfschüttelnd weiter. Dafür schont mein Karoq mit dem SCR-Abgassystem indes die Umwelt. Und mit dem einstellbaren Fahrwerk lässt er sich von den beklagenswerten Straßen kaum beeindrucken. Die Straßen auf Sizilien sind wenig befahren. Gnadenlos wird hier auf das Gaspedal gedrückt. Sportliche Autofahrer, die Sizilianer. Geschwindigkeitsbegrenzende Schilder finden kaum Beachtung. Mindestens das Doppelte ist angesagt, damit man nicht als Verkehrshindernis betrachtet und mit waghalsigen Überholmanövern aus dem Weg geräumt wird. An die Fahrweise gewöhnt man sich schnell; schwimmt mit. Links und rechts der Straße karstige weit schwingende Landschaft, so weit das Auge reicht. Der glühend-heiße Sommer hat seine Spuren hinterlassen. Die Weinlese ist bereits vorbei.

Jetzt werden die Oliven von den Bäumen geholt und zu flüssigem Gold gepresst.

Was die Natur den Sizilianern schenkt, verwandeln sie in ihren Küchen zu genussreichen Meisterwerken. Sensationelle Pasta-Kreationen. Fisch vom Feinsten. Oliven in jeder erdenklichen Form der Zubereitung. Pistazien. Und: Natürlich Pizza. Dolci zum guten Ende. Ein Muss. Nicht enden wollende Gaumenfreuden. Kulinarisch ist Sizilien meine Heimat. Ob ich in einem früheren Leben Sizilianer gewesen bin? Mein inzwischen angewöhnter Fahrstil könnte auch darauf hindeuten.

Und der Skoda Karoq? Wir könnten auch im richtigen Leben Freunde werden. Groß genug, um für die Dinge des mobilen Lebens gewappnet zu sein. Aber auch kompakt genug, um in der Stadt behände unterwegs sein zu können. Und mit dem 150-PS-Diesel ist mein Testwagen so kraftvoll motorisiert, dass selbst lange Anstiege oder mutige Überholvorgänge zum Vergnügen werden. Und weil mein Testwagen auch noch mit Allradantrieb versehen wurde, ist selbst ein Ausflug ins Grobe drin. Man weiß ja nie. Schon gar nicht hier in Sizilien, wo bei weitem nicht alle Straßen asphaltiert sind. Zudem erhöht ein Allradantrieb bekanntlich die Sicherheit auf nassem, rutschigem Asphalt. Die Sizilianer scheinen den Karoq zu mögen. Immer wieder recken begeisterte Zeitgenossen beim Anblick des brandneuen Skoda den Daumen hoch.

„Bella Macchina“

Was er kostet? Die Preise für den neuen Kompakt-SUV, der die gleiche Plattform, wie der VW Tiguan nutzt, beginnen bei rund 24.000 Euro. Dafür gibt es einen 115 PS leistenden 3-Zylinder-Benziner. Im ersten Halbjahr 2018 soll eine Basisversion folgen, die dann unter 20.000 Euro starten könnte. Mein wirklich sehr umfangreich ausgestatteter Testwagen mit seinem 150 PS Diesel,  DSG, Allrad, Panoramadach, verschiedenen Assistenzsystemen und allerlei Nettem, hat die 40.000 Euro-Grenze gerissen. Bei diesen Preisen sollte sich die Konzernlenker nicht mehr die Frage stellen müssen, ob ein VW, ein Seat oder eben ein Skoda gekauft wird.