„Für die Geburtsstunde eines völlig neuen Autos hat Skoda nicht zufällig die schwedische Hauptstadt Stockholm gewählt“, sagt Firmenchef Bernhard Maier vor 500 geladenen Gästen am Donnerstag in Schweden. Der tschechische Autobauer stellt den Nachfolger des Kompakt-SUV Yeti vor. Das Neue wechselt allerdings seinen Namen. Nicht nach dem Schneemenschen, soll der neu entwickelte Kompakt-SUV mehr benannt werden.Es soll nun auf den Namen Karoq hören. Mit dem Namen will sich Skoda an die Schreibweise des Skoda Kodiaq anlehnen und so eine einheitliche Nomenklatur für bestehende und künftige SUV-Modelle schaffen.  (Karoq? Name und Schreibweise haben ihren Ursprung in der Sprache der Alutiiq, einem Ureinwohner Stamm, der auf einer Insel vor der Südküste Alaskas lebt).Skodachef Bernhard MaierIn Stockholm rollt der Yeti Nachfolger nun erstmals ungetarnt auf die Bühne. Die einen wollen den Tiguan erkennen, andere ziehen Vergleiche mit dem weitgehend baugleichen Seat Ateca. Sei’s drum. Vor uns steht ein waschechter SUV, flache Frontpartie, hohe Gürtellinie und breite Schultern. Designer Karl Neuhold beschreibt den Yeti-Nachfolger so: „Das Design der Scheinwerfer ist von der traditionsreichen böhmischen Glashandwerkskunst inspiriert. Die kristallinen Schliffe der Voll-LED-Hauptscheinwerfer und die achtstrahligen Wimpern machen das Lichtbild einzigartig.“ Soll heißen: Die Frontscheinwerfer liegen nun dicht übereinander. Dieses Erkennungsmerkmal sollen zukünftig alle Skoda-SUVs zieren.

Außergewöhnliches Platzangebot im Innenraum

Die gewachsenen Außenmaße des Kompakt-SUVs führen zu großzügigen Platzverhältnissen im Innenraum. Das Auto misst jetzt 4.382 Millimeter in der Länge, 1.841 Millimeter in der Breite und 1.605 Millimeter in der Höhe. Der Größenzuwachs im Vergleich zum Skoda Yeti kommt zunächst den Passagieren zugute. Die Kniefreiheit beträgt nun 69 Millimeter. Doch was den Insassen recht, ist dem Gepäck billig: Der Kofferraum fasst ein Volumen von 521 Litern bei komplett stehender hinterer Sitzbank. Bei umgeklappter Sitzbank erhöht sich das Fassungsvermögen auf 1.630 Liter. In Verbindung mit der optionalen Vario-Flex-Rückbank ist der Stauraum variabel und fasst zwischen 479 und 588 Liter. Diese Rückbank besteht aus drei separaten Sitzen, die einzeln verstellt und komplett ausgebaut werden können. Das Fahrzeug wird dann mit einem maximalen Laderaumvolumen von 1.810 Litern zum Kleintransporter.Vier neue Motoren im Yeti-Nachfolger

Unter der Haube: Insgesamt werden zunächst fünf Motorvarianten angeboten – zwei Benziner und drei Diesel. Neu im Kompakt-SUV-Programm sind die beiden Benziner und zwei Dieselmotorvarianten. Die Hubraumgrößen betragen 1,0, 1,5, 1,6 und 2,0 Liter, deren Leistungsspanne reicht von 85 kW (115 PS) bis 140 kW (190 PS). Alle Aggregate sind turbo-aufgeladene Direkteinspritzer mit bieten Start-Stopp-Technik und Bremsenergierückgewinnung. Der 2,0 TDI (Diesel) mit 140 kW (190 PS) fährt serienmäßig mit 4×4 Antrieb und dem 7‑Gang‑DSG vor. Der neue 1,5 TSI bietet als Besonderheit eine Zylinderabschaltung.

Im Skoda Kodiaq befinden sich eine ganze Menge Fahrerassistenten. Neue Systeme für den Komfort sind zum Beispiel der Parkassistent, Fahrspurhalte Assistent oder der Stau-Assistent. Für mehr Sicherheit sorgen unter anderem Blind Spot Detect, Front Assist mit vorausschauendem Fußgängerschutz oder der Emergency Assistent. Der Englischen Sprache sei dank. Darüber hinaus sind weitere Fahrerassistenzsysteme lieferbar. Sie halten das Auto auf Abstand zum Vorausfahrenden, erleichtern dem Fahrer das Wechseln und Halten der Spur, weisen ihn auf wichtige Verkehrszeichen hin und assistieren ihm beim Parken. Erstmalig steht das freiprogrammierbare digitale Instrumentenpanel zur Verfügung. Mit ihm lassen sich die Anzeigen im Cockpit nach individuellen Wünschen gestalten.Anhand des Lenkverhaltens erkennt die Müdigkeitserkennung (Driver Alert) Abweichungen vom normalen Fahrverhalten und somit eine nachlassende Konzentration des Fahrers. Das System analysiert 15 Minuten nach dem Starten des Motors das Lenkverhalten und speichert das Ergebnis als Basis für ein Signal. In dieser Analysephase muss eine Geschwindigkeit von mindestens 65 km/h gehalten werden. Ein deutliches Abweichen vom charakteristischen Lenkverhalten deutet auf eine Ermüdung des Fahrers hin. Ein optischer Hinweis im Kombi-Instrument empfiehlt eine Fahrtunterbrechung.Der Karoq wäre kein Skoda, wenn er nicht auch wieder ein paar pfiffige Details hätte. Und damit meinen die Entwickler längst nicht mehr den obligatorischen Eiskratzer im Kofferraumdeckel oder den Regenschirm unter dem Beifahrersitz. Clevere Lösungen wie verschiebbare Taschenhaken im Kofferraum und einer neuartigen Laderaumabdeckung präsentieren die Tschechen stolz. Zur Vielseitigkeit des neuen kompakten SUV tragen auch die zahlreichen ‚Simply Clever‘- Details bei. Auf Wunsch befinden sich mehr als 30 dieser Ideen an Bord. Eine dieser neuen Ideen ist die elektrisch öffnende Heckklappe (Option), die mit einem Knopfdruck vom Innenraum geöffnet und wieder geschlossen werden kann. Praktisch und komfortabel ist das virtuelle Pedal, das die Heckklappe mit einem Fußwischen unterhalb der hinteren Stoßstange öffnet. Ebenfalls neu im Programm ist die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung, die nur dann am Fahrzeugheck herausklappt, wenn sie gebraucht wird. Da hat Skoda-Chef Maier wohl recht, wenn er sagt: „Ein Skoda muss immer ein bisschen mehr Auto sein“.Ab Juli soll das neue SUV nun bestellbar sein und im November zum Händler rollen.

Fotos: Skoda/Der-Autotester.de