Der Seat Leon Cupra bekommt 10 PS mehr, kommt somit auf 300 Pferdchen, und ist nun der stärkste Serien-Seat aller Zeiten. Den Serien-Sportler gibt es als SC Coupé, ST Kombi und auch als Fünftürer weiterhin in drei Karosserie-Varianten und mit genauso vielen Antriebskonzepten. Der „ST“ genannte Kombi kommt erstmals mit Allrad Antrieb. Damit sprintet er in weniger als fünf Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer. Die Preisliste startet bei 34.020 Euro; als frontgetriebener Dreitürer mit Handschaltung. Wie gut sich der bereits bestellbare Rennzwerg auf den Straßen um Wien und der Rennstrecke schlägt, lesen Sie in unserem Fahrbericht:Die „bösen“ Versionen der spanischen Marke Seat, die bekanntlich Teil des deutschen Volkswagen-Konzerns ist, tragen stolz den Beinamen „Cupra“. Cupra setzt sich aus den Begriffen Cup und Racing zusammen. Spätestens jetzt wird deutlich, wo die 300-PS-Reise hingeht. Nachdem bereits der „normale“ Leon von einem Facelift profitierte, nahmen sich die Spanier nun auch seinem Cupra-Derivat an. Der rassigste Leon ist derweil nicht nur unter der Haube als Undercover-Porsche-Killer unterwegs. Auch seine Optik zeigt sich von mitreisend sportlicher Natur. So wurde das ohnehin schon progressive Leon Cupra Design durch schwarze B- und C-Säulen, rote Bremssätteln, neue Schürzen, 19 Zöller und einen verchromten Doppelrohr-Auspuff weiter verschärft. Mit diesem Look um seinen serienmäßigen LED-Scheinwerfern erhielt der flinke Allrounder die ultra-sportliche Note, die auch im Alltag jederzeit angemessen scheint, und keine übertrieben-aggressiven Testosteron-Schübe versprüht. Neu beim Cupra sind zudem die beiden Metallic Lacke „Mystery Blue“ und „Desire Red“.

Im Innenraum frohlockt ein Gros des Nutzwert-Charmes des, wie bereits erwähnt, ebenfalls facegelifteten Stangen-Leons. Dazu gehören das zum Piloten geneigte Cockpit, der nun elektrischen Handbremse und auch die 8-farbige Innenraum Beleuchtung. Der Cupra wurde in deinem Inneren zusätzlich mit sportlichen Details gepimpt. So wird das Gestühl mit Alcantara-Stoff-Mix bezogen. Auch in den Türverkleidungen ist dieses angenehme Material zu finden. Neben dem Sport-Lenkrad mit den abgesteppten Ziernähten kann man den Cupra im Leon selbstredend auch am Logo erkennen. Nebst diesen optischer Gaumenschmankerln für Petro Heads hat der Leon auch das 8-Zoll Touchscreen-Infotainment-System mit Annährungserkennung zu bieten. Auch zeitgemäßen Konnektivität mit Apple CarPlay und Adroid Auto sind an Bord. Das größere Display kommt übrigens mit wesentlich weniger Knöpfen zurecht. Es kann mit nur zwei Tasten und einem Drehregler bedient werden, so dass das Cockpit aufgeräumter daher kommt. Im Cupra sind alle Fahrassistenten an Bord, die auch im neuen Leon zur Verfügung stehen.


Der Motor bleibt ein turbo-geladenes Zweiliter Aggregat, das aus vier Töpfen befeuert wird. Doch der überarbeitete Antrieb bringt, statt bisher 350 Newtonmetern, nun satte 380 Newtonmeter maximales Drehmoment auf die Straße. Je nach Antrieb, Getriebe und Karosserie beschleunigt der Cupra in 4,9 bis 6,0 Sekunden auf 100. Seat gibt kombinierte Normverbrauchswerte zwischen 6,8 und 7,2 Litern an, die allerdings in Verbindung mit ambitionierter Fahrweise kaum zu erreichen sind.Bei einer maximalen Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern werden alle Cupra-Modelle elektrisch abgeriegelt. Um den Seat Leon Cupra zu „erfahren“ ist die Rennstrecke genau der richtige Ort. Ich schnappe mir zunächst den Front getriebenen Dreitürer und … bin schlichtweg begeistert. Vergleicht man den Cupra mit anderen Sportmodellen der kompakten Mittelklasse, so  „schwimmt“ der Leon Cupra ganz oben mit. Sein DSG-Getriebe werkelt zuverlässig und knackig, genau, wie man es sich wünscht. Den Auspuffrohren entspringt betörende Sound-Kulisse. Der gegenüber dem Vorgänger um 10 PS erstarkte Motor drückt mich indes kaum merklich kräftiger in den sportlich-geformten Sitz. Bei jedem Gasstoß schießt der neue Cupra beeindruckend nach vorne.Der-Autotester warnt: Vorsicht, Suchtgefahr!

In den Kurven profitiert der Fronttriebler nun von einem elektronisch geregelten Sperrdifferential, das in Kombination mit der adaptiven Chassis-Kontrolle „DCC“ und der Progressiv-Lenkung teilweise vergessen macht, wie viele Räder uns gerade antreiben. Verblüffend: Stellt man das adaptive Fahrwerk in den Komfort Modus, wird aus dem Rennzwerg ein langstreckentauglicher GT, der keinem noch so empfindsamem Rücken was zu Leide tut. Mit dem Front-Antrieb erreicht man irgendwann natürlich-Grenzen.

Um den Unterschied zum Allradler zu spüren, steigen wir um in den rund 100 Kilogramm schwereren Seat Leon ST Cupra. Überraschend: Trotz des höheren Gesamtgewichtes fährt dich der Allrad-Kombi besser. Er zieht ein Stück flotter durch die Kurven. Und auch auf der Geraden ist er mit einem Beschleunigungswert von 4,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 nicht nur im Segment konkurrenzfähig, sondern eben auch stolze 0,7 bzw. 1,0 Sekunden schneller, als der Dreitürer mit DSG und der DSG Kombi. Der Cupra mit Allradantrieb gefällt mir so gut, dass ich ihn gern auch in den anderen Modellen sehen würde.

Fazit

Der Seat Leon Cupra ist in meinen Augen und nach den ersten Testfahrten eines der gelungensten Sport-Derivate in der kompakten Mittelklasse. Mit seinem 300 PS leistenden Motor wird das Topmodell des Leon zudem der stärkste Serien-Seat aller Zeiten. Damit stürzt sein Vorgänger Leon mit seinen 290 PS Leistung vom spanischen Power-Thron.

Technische Daten

Seat Leon Cupra

Länge x Breite x Höhe (m): 4,24 x 1,81 x 1,42
Radstand (m): 2,59
Motor: R4-Benziner, 1984 ccm, Direkteinspritzung
Leistung: 221 kW / 300 PS bei 5500 – 6200 U/min
Max. Drehmoment: 380 Nm bei 1800 – 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 5,7 Sek.
Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 6,9 Liter
Effizienzklasse: D
CO2-Emissionen: 158 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1375 kg / max. 570 kg
Kofferraumvolumen: 380 – 1150 Liter
Wendekreis: 10,4
Bereifung: 235/35 R 19
Basispreis: 34.280 Euro