Stell dir vor, du veranstaltest eine Party und niemand kommt! Die Tanzfläche ist frisch geputzt, das Bier steht kalt und die Musik läuft. Aber wo bleiben die Gäste? Warum kommt keiner? Schließlich mag jeder Partys – oder nicht? Dann schaust du verzweifelt auf die leer gefegte Straße und siehst, dass dein Nachbar zur gleichen Zeit ein Fest organisiert hat. Nur eben mit Gastauftritt von Helene Fischer, Gin Tonic Flat-Rate und Michaela Schäfer als After-Hour DJ.Die größte Party des Jahres in der Automobilindustrie findet derweil im Bereich der kompakten Lifestyle-SUVs statt. Wenn du als Veranstalter eines Mobilitäts-Konzeptes also keinen coolen Look, keine erhöhte Sitzposition und keine Prise knackiges Fahrverhalten zu bieten hast, gehörst du nicht mehr in die erlauchte Höhle der Party-Veranstalter-Löwen.

Keine Häppchen für dich und auch der Champagner fließt nicht mehr in Strömen. Ein solches Szenario scheint den Herstellern in der Automobilindustrie schlaflose Nächte zu bereiten. Anders ist nicht zu erklären, dass gerade jeder ein Event im Segment der kleinen SUVs, gerne auch Crossover Modelle genannt, am Start hat. Was diese Zeitgeistautos eint: Sie sind liftstylig gezeichnet, leicht hochgebockt, agil und individualisierbar. Wenn du es also schaffst, diese Attribute in einem Modell zu vereinen, dann bist du gut aufgestellt für die nächsten Jahre.Mit dem Arona ist dem spanischen Party-Veranstalter Seat ein solch großer Wurf gelungen. Seine Partyreihe ist mit einem gutem Produkt-Portfolio für die nächsten Jahre save.

Und obwohl der Kleine keinen Allradantrieb bietet und maximal Platz für fünf Personen hat, ist er der erste kleine Crossover im Volkswagen-Konzern. Erst 2018 folgen das Polo SUV T-Cross und der Skoda Polar. Bis dahin muss der Arona seine Chancen nutzen. Durch seine leicht erhöhte Sitzposition, sein etwas robusteres Äußeres und modernste Konnektivität lässt er nicht nur die Mädchenherzen höher schlagen. Das Spannende am Arona ist, dass er bereits ab einem Einstiegs-Preis von 15.990 Euro zu haben ist. Quasi ein Schnäppchen?Möglich wird dieses gute Angebote dadurch, dass der Arona etwas unterhalb vom Seat Ateca angesiedelt ist, und sich die MQB A0 Plattform mit dem absatzstarken Ibiza teilt. Beäugt man den mit 4.10 Metern Länge, gegenüber dem Ibiza um etwa acht Zentimeter gestreckten Arona, so ist die Ähnlichkeit zum Schwestermodell offensichtlich. Die zehn Zentimeter Höhenunterschied lassen den Betrachter dann aber am Verwandschaftsgrad zweifeln. Dabei erfüllt der Arona mit seinem bulligen Auftritt, den Plastik Beplankungen um die Radhäuser, und großen Rädern nahezu alle Off-Road Attribute, die ein Crossover heutzutage braucht. Mit den 68 Farbkombinationen um das Kontrastdach kommt auch der viel beschriebene individuelle „Lifestyle“ nicht zu kurz. Nur ist eben die Wahrheit, um die Seat auch keinen Hehl macht, dass der Arona durch den fehlenden Allradantrieb weniger fürs Gelände, als für den Großstadt-Dschungel gedacht ist.Das Uncoole daran ist, dass gerade ältere Leute den komfortablen Einstieg durch die um etwa fünf Zentimeter höher gelegten Sitze (im Vergleich zum Ibiza) lieben werden. Doch in der Automobilindustrie gibt es kein böses Alters-Bashing. Was ja auch nicht besonders smart wäre, denn Menschen im Herbst ihres Lebens sind eher in der Lage dazu Geld zu investieren, als die urbane Hippster, die sich jeder als Zielgruppe ausmalt.

Auch das Armaturenbrett sitzt etwas höher, was durch vier Zentimeter mehr Kopffreiheit ausgeglichen wird. Bei Materialmix und Verarbeitungsqualität sind in dem auf Wunsch bunt leuchtenden Innenraum kaum Unterschiede gegenüber dem neuen VW T-Roc erkennbar. Auch die Rückbänke bieten eine komfortable – weil leicht erhöhte – Sitzposition mit solider Kopffreiheit selbst für Groß-Gewachsene. Hinter der zweigeteilten Rückbank erschließen sich 400 Liter Kofferraumvolumen. Im umgeklappten Zustand ist dann richtig viel Raum. Also die passende Location für Partys in jedem Alter.

Beim Thema Infotainment und Konnektivität wirkt alles sehr vertraut – der Ibiza lässt grüßen. Mit seinem A8-Zoll-Touchscreen, der zwei Tastenfelder an seinen Flanken und zum Glück noch genauso viele Dreh-Drück-Steller besitzt, ist der Arona State of the Art. Die dreifache Vernetzung mit Apple CarPlay, Android Auto und Mirror Link gehört in der Insel-Party-Szene und damit auch im Arona heute zum gut vernetzten Ton. Das virtuelle Cockpit soll derweil erst 2018 in den Innenraum Einzug halten. Es bleibt 2017 den VW Derivaten vorbehalten. Derweil will man sich 2018 mit dem Sprach-Bedien-System Amazon Alexa und intelligenten Apps begehrlicher machen und sich damit von der Konkurrenz abgrenzen. Mit einem adaptiven Tempomaten, Totenwinkel-Warner und einer Einparkhilfe, lässt der Arona auch bei den Assistenten kaum einen Wunsch unerfüllt.Zum Markstart wird der Arona zunächst mit nur einem 3-Zylinder Benzinmotor in zwei Leistungsstufen mit 95 und 115 PS verfügbar sein. Der 95-PS-Benziner ist mit einer 5-Gang Handschaltung kombiniert, während man beim Größeren die Wahl zwischen der 6-Gang Handschaltung oder einem DSG hat. In Kürze sollen zwei 1.6 Liter Dieselmotoren mit 95 und 115 PS folgen. Sie sind dann mit einer 5 bzw. 6-Gang Handschaltung sowie jeweils mit DSG orderbar. Ein Vierzylinder Diesel mit 150 PS könnte zudem Einzug in den Arona halten. Kein Geheimnis ist die geplante Arona Cupra Version mit 200 PS und Siebengang DSG. Mitte 2018 wird die Motorenpalette um einen 1.0  Liter Motor mit CNG Erdgasantrieb und 90 PS erweitert werden. Zukunftsmusik ist ein Hybridantrieb, sowie einen Arona mit reinem Elektroantrieb.Fährt man den Kleinen mit seinem 3-zylindrigen 115 PS Benzin-Motörchen, so ist man von dessen kultivierter Laufruhe beeindruckt. Der Antrieb ist so gut gedämmt, dass er mehr an leise Kammermusik, als an dröhnende Scooter Klänge erinnert. In diese Kerbe schlägt auch das komfortabel ausgelegte Fahrverhalten. Stellt man von „Normal“ oder „Eco“ auf „Sport“, so lädt die präzise Lenkung im Gleichklang mit dem kernigen Fahrwerk zum Tanz. Gerade in Verbindung mit den adaptiven Dämpfern, wird aus Helene Fischer Volkstrott ein wilder Rave, der Bodenwellen gekonnt wegschluckt, aber gleichzeitig etwas angeschwipste Seitenneigung bei schnellen Kurven in Kauf zeigt. Dabei ist der Arona selbst bei Gasstoß-Orgien kein Koma-Säufer. Denn sein gemessener Verbrauch (kombinierter Normwert) von 6,4 Litern je 100 Kilometer taugt nicht zum Schluckspecht.

Fazit:

Der kleine Party-Crasher startet am 4. November zu Preisen ab 15.990 Euro ins Nachtleben. Mit diesem Budget bucht man ihn mit dem 95 PS Dreizylinder-Benziner mit 5-Gang Handschaltung in der niedrigsten Ausstattungslinie „Reference“. Doch Feiern ist teuer und meistens bleibt’s halt dann doch nicht bei einem Bier. Wählt man also liebestrunken den Arona mit seinem 115 PS Benziner, mit dem tollen 7-Gang DSG in der höchsten Ausstattung FR, so kann er spielend leicht einen Listenpreis von 23.200 Euro erreichen. Dabei ist die Liste der Konkurrenten lang. So Opel Mokka X, Crossland X, Renault Captur, Fiat 500X, Nissan Juke oder Peugeot 2008 – um nur einige zu nennen. Nicht nur das Nachtleben kann bekanntlich ganz schön hart sein.

Technische Daten

Seat Arona XCellence 1.0 TSI DSG:

Fünfsitziges, viertüriges Kompakt-SUV,

Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 4,14/1,78/1,55/2,57,

Leergewicht: 1.210 kg,

Zuladung: 595 kg,

Gepäckraumvolumen: 400 – 1.280 l,

Tankinhalt: 40 l,

max. Anhängelast: 1.100 kg.

Motor: Dreizylinder-Turbobenziner, Hubraum: 999 ccm, Leistung: 85 kW/115 PS bei 5.000 – 5.500 U/min, max. Drehmoment: 200 Nm bei 2.000 – 3.500 U/min, Beschleunigung 0 – 100 km/h: 10,0 s, Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h, Normverbrauch: 5,0 Liter Super je 100 km, CO2-Emissionen: 113 g/km, Preis: ab 23.200 Euro.