Seit 1998 fährt meine Schwiegermutter ihren geliebten schwarzen Renault Twingo mit seinem großen Faltdach. Schon ihr Mann war der französischen Marke eng verbunden. Nicht zuletzt, weil der Händler es verstanden hat, ihn immer wieder an sich zu binden. Ich muss zugeben, ich konnte dieses Faible für Renault, trotz meiner Liebe zu Frankreich, nicht wirklich teilen. Bei Autos war mir Zuverlässigkeit und dauerhafte Qualität einfach wichtig. Der Twingo meiner Schwiegermutter fährt inzwischen runde 18 Jahre ohne größere Probleme. Das hat auch bei mir positive Spuren hinterlassen. Und inzwischen mag ich die unverwechselbare Formensprache dieses Kleinwagens absolut. Er fällt positiv aus dem Designeinerlei heraus. Mit der Europäisierung hat sich auch die Qualität der Autos in Frankreich angeglichen. Und Mercedes trieb bei Renault offensichtlich so viel Know how zu, dass man eine weitreichende Zusammenarbeit mit dem französischen Hersteller eingegangen ist. Anscheinend ohne negative Wirkungen auf das Image der Schwabenmarke zu fürchten.

Der neue Twingo ist nun eine gemeinsame Entwicklung von Mercedes-Smart und Renault. Mehr noch. Die beiden Kleinwagen laufen im Gemeinschaftswerk in Novo Mosts vom Band. Twingo und Smart sind Brüder. Deshalb hat der Twingo, wie der Smart schon immer, den Motor hinten, gut gedämmt unter die Laderaumfläche gepackt Das gibt vorn Nutzraum und einen deutlich besseren Blick über die kurze und steil abfallende „Motorhaube“. Auch hinten ist der Überhang kurz. Das lässt den Twingo sportlicher erscheinen. Positive Folge dieses Konzepts ist auch ein besonders kleiner Wendekreis, 8,65 Meter sind ein absoluter Spitzenwert, der insbesondere in der Stadt ein großes Plus ist.

Renault_Twingo_Faltdach

Beliebtes Faltdach

In Deutschland wird der Twingo auch künftig mit dem hierzulande beliebten Faltdach zu haben sein, das ein 71 Zentimeter langes und 68 Zentimeter breites Loch in das Dach des Twingo reißt und damit ein Hauch von Cabrio-Feeling aufkommen lässt.

Renault_Twingo_Kofferraum

Nur noch als 4-Türer

Der Twingo ist fortan nur noch als 4-Türer zu haben. Mit 5,95 Meter Außenlänge ist er 10 Zentimeter kürzer als sein Vorgänger. Sein Radstand ist dagegen um 12 Zentimeter gewachsen, was den Fahreigenschaften zu Gute kommt. In der Breite misst der Twingo nun 1,45 Meter. Der Gepäckraum des Twingo fasst in Abhängigkeit von der Lehnenstellung 188 bis 219 Liter. Werden die Rücksitze komplett umgeklappt, entsteht eine ebene Ladefläche und ein Raumvolumen von 980 Litern. Wer dann noch die Lehne des Beifahrersitzes umlegt, erhält eine maximale Ladelänge von 2,31 Meter. Da geht richtig viel rein (siehe Foto). Zusätzliche 52 Liter Stauraum sind im Wagen verteilt zu finden, so beispielsweise unter den Rücksitzen.

Renault_Twingo_Innenraum

Cleveres Multimedia Konzept

Ab der Ausstattungsstufe „Dynamique“ ist das Mulitmediasystem „R & Go“ beinhaltet. Wer die entsprechende App auf sein Smartphones herunter lässt, kann schon zuhause per LAN oder WLAN die für die Fahrt benötigten Karten herunterladen. Das Smartphones wird dann einfach in die Halterung am Armaturenbrett gesteckt, in die ein USB Anschluss integriert ist. Über eine drahtlose Bluetooth-Verbindung werden die Anweisungen der Navigationssoftware dann auf die Lautsprecher des Autos übertragen. Das Smartphone dient gleichsam als Navigationsbildschirm. Der wesentliche Vorteil dieses Systems: Es funktioniert unterwegs auch ohne Internetverbindung und es müssen nicht große Datenmengen zwischen Smartphone und einem Autobildschirm übertragen werden. So ist die Navigation schnell und überall verfügbar. Weitere Funktionen des Systems sind über Apps möglich, so etwa der Zugang zum Bordcomputer. Wer im Auto dagegen ein separates System möchte, dem bietet Renault optional eine fest eingebaute Version mit Touchscreen und Rückfahrkamera an.

Renault_Twingo_Motor

Zwei Motoren

52 kW (70 PS) und 66 kW (90 PS) leisten die beiden aktuell verfügbaren Motoren im neuen Twingo. Der Norm-Mix-Verbrauch der beiden liegend eingebauten Aggregate wird von Renault mit 4,2 bzw. 4,3 Liter angegeben. Auf meinen nicht auf Verbrauchsreduzierung ausgelegten Testfahrten in der City von Köln lag der Verbrauch rund ein Liter höher.

In der Basisversion „Expression“ kostet der 4-Türer ab 9.590 Euro, damit 400 Euro weniger, als sein Vorgänger und zugleich besser ausgestattet. Die empfehlenswerte „Dynamique“ Variante kostet ab 10.490 Euro. Wer noch mehr möchte, greift zu „Luxe“, ist dann aber mindestens 12.590 Euro los.

Renault_Twingo_Heck

Mein Fazit

Der neue Twingo gefällt mir optisch besser, als sein smarter Bruder. Das ist aber Geschmacksache. Im modernen Innenraum fühle ich mich wohl. Die Sitze passen perfekt, nicht zu weich und nicht zu hart. Die durch den Sandwichboden leicht erhöhte Sitzposition ist ergonomisch günstig und gibt bessere Übersicht. Clevere Detaillösungen machen das mobile Leben im Twingo angenehm. Der kleine Franzose lässt sich leicht und beschwingt bewegen, nicht zuletzt sein geringer Wendekreis wird ihn zum Frauenliebling werden lassen. Die Kooperation mit Mercedes Smart gibt zudem das gute Gefühl, hier mehr zu bekommen, als man bezahlt.

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