Range Rover Velar -Ästhetisches Rennpferd und geländegängiger Ackergaul in einem

Nun hat auch Range Rover ein sportlich positioniertes SUV. Mit dem Range Rover Velar möchte die britische Nobelmarke zwar weiterhin auch geländetauglich sein, im Fokus steht aber der coole Auftritt. Das reduzierte, kühle und sportliche Design der 4. Range Rover Modell-Reihe soll Kunden ansprechen, die bisher einen Porsche Macan oder einen BMW X4/X6 ins Auge gefasst haben, so Range Rover Marketing-Chef Brian Fousse.Wie seine Wettbewerber kommt der Velar geduckter daher, als ein klassisches SUV. Schon seine Optik verheißt unbändige Kraft und dynamischen Vortrieb. Die auffällig glatte Karosse erinnert an eine wohl geformte Skulptur, bleibt dabei aber auf Anhieb als Range Rover zu erkennen.

Von einem Ehepaar entworfen

Auch im Innenraum setzt sich die klare Linienführung mit dem ästhetisch-kühlen Design fort. Alle Materialien scheinen perfekt aufeinander abgestimmt. Hier wird nicht eine chrom-glänzende mit einer matten Oberfläche kombiniert.

Der matte Glanz der metallischen Oberflächen wird konsequent durchgezogen. Hochwertig erscheint auch die Anmutung des neuen Touch-Bildschirms, der mittig positioniert ist. Sein Anstellwinkel kann je nach Sonneneinstrahlung verändert werden, damit der Screen stets gut ablesbar bleibt. Die Touch-Bedienung wird ergänzt durch zwei Dreh-/Drück-Räder, die je nach verwendetem Menü-Punkt eine unterschiedliche Funktion zugeordnet wird. Wir haben die Bedienung während der ersten Testfahrten ausführlich unter die Lupe genommen und den Daumen am Ende klar nach oben gehoben. Warum? Weil uns schon nach wenigen Minuten intuitiv klar geworden ist, wie dieses System funktioniert. Gegenüber dem bisher in den Range Rover Modellen verwendeten Bedien-Logik ist das ein deutlicher Fortschritt. Wir raten jedoch, die ersten Versuche nicht während der Fahrt zu unternehmen, denn die erkundende Beschäftigung mit dem System lenkt von Fahren ab.

Skulpturale Erscheinung

Endlich wurde die Bedienung der Fensterheber in den Türen weiter nach unten verlagert, wo man automatisiert hin greift. Ein kleiner, großer Fortschritt. Unser Testwagen war mit einem Massage-System ausgestattet, das dem geplagten Rücken auf langer Fahrt gut tut. Schade nur, dass sich das System schon nach wenigen Minuten abschaltet und wieder neu aktiviert werden muss. Das Ambiente im Velar entspricht dem von einem schwedischen Designer durchgestylten Bar. Volvo macht das ähnlich, aber nicht auf diesem hohen Qualitätsniveau von Materialien und Verarbeitung. Anekdote nebenbei: Der Außendesigner und die Innendesignerin des Velar sind ein Ehepaar. Es scheint sich gut zu verstehen, denn Blechkleid und Wohnraum harmonieren in Perfektion.

Fast zu schön fürs grobe Geläuf

Nun kurz zur Technik: Der Velar hält alles, was Stand der Technik und nicht zuletzt der Allrad-Technik ist. Selbstredend nicht alles zum Basispreis, der bei rund 56.000 Euro liegt. Wer mehr möchte, muss mehr bezahlen. So ist das im Leben. Und so ist das auch beim Velar. Das zur Markteinführung kreierte „First Edition“ Modell kostet 108.000 Euro. Das lässt den Verfasser erschrocken schlucken. Für andere mag das den sportlichsten Range Rover vielleicht noch attraktiver machen. Die Beschäftigung mit möglichen Optionen ist bei Range Rover traditionell eine Wissenschaft für sich. So auch beim Velar. Wer behaupten kann, seine Preis- und Ausstattungsliste kapiert zu haben, kann stolz auf sich sein. Schwer nachvollziehbar, warum das die Engländer immer wieder so kompliziert machen.

 

Sein abschreckender Preis ist für manchen ein Kaufargument

Motoren zwischen 180 und 380 Pferdestärken treiben den Velar aktuell vorwärts. Dabei Benziner und ungeachtet der aktuellen Diskussion auch Diesel in der gewohnten Form. Wir konnten auf den ersten Tests den 300 PS leistenden 3.0 Liter-Selbstzünder fahren, der seine Kraft aus 6 Zylindern zieht, die von einem Turbolader unterstützt wird. 6,4 Liter je 100 Kilometer gibt Range Rover hier als kombinierten Norm-Verbrauch an. Runde 8 Liter hat unser Velar auf den Fahrten verbraucht. Zweiter Testwagen war der Benziner-Kollege (3.0 Liter, Kompressor), der aus seinen 6 Zylindern 380 PS presst. Seinen Normverbrauchswert gibt der Hersteller mit 9,4 Litern an. Wir sind mit Werten um 10 Liter je 100 Kilometer klar gekommen. Beide Aggregate passen wunderbar zum Velar, kosten aber auch eine Stange Geld. Aber wie bereits erwähnt … das Bessere ist des Guten Feind.Ach ja: Alle angebotenen Motoren werden in der werkseigenen Produktion im britischen Solihull hergestellt. Und was ist mit Hybrid oder anderen Antriebsformen? Einmal mehr Fehlanzeige beim britischen Traditions-Autobauer mit dem indischen Eigentümer. Wenn das Versprechen der Marke, bis 2020 mindestens 50 Prozent der Antriebe elektrifizieren zu wollen, wird es Zeit, an die Umsetzung zu gehen. Ein Plug-in-Hybrid würde in meinen Augen dem Velar gut zu Gesicht stehen.Alternative Antriebe? Fehlanzeige!

Fazit: Was für ein schönes Auto! Wer sportliche SUVs mag, klare Formen und reduzierte Gestaltung           schätzt, der wird den Velar lieben. Im Vergleich mit dem Porsche Macan ist das Fahrwerk des Velar weniger sportlich abgestimmt. Beim Briten dominiert das SUV Feeling mit großem Raumangebot. Der Velar ist zwar leicht unter dem Range Rover Sport platziert, trotzdem eine mächtige Erscheinung mit betont sportlicher Attitude. Unser Ausstattungs-Tipp: Die optionale Luftfederung. Sie macht den Velar noch vielseitiger und besser abstimmbar auf Asphalt, wie auf das raue Geläuf. Wohl dem, der sich den Velar leisten kann.

Technische Daten:

Range Rover Velar 3.0 V6 Diesel

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,80 x 2,03 x 1,67
Radstand (m): 2,87
Verbrennungs-Motor: V6-Biturbo-Diesel, 2993 ccm
Leistung: 221 kW / 300 PS bei 4000 U/min
Max. Drehmoment: 700 Nm von 1500 – 1750 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 241 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,5 Sek.
Kraftstoffverbrauch (NEFZ): 6,5 l/100 km
CO2-Emissionen: 167 g/km
Leergewicht (DIN) / Zuladung: 1959 kg / k.A.
Gepäckraum: 673–1731 Liter
Bodenfreiheit: max. 251 mm
Böschungs-(v/h)/Rampenwinkel: 29/30/24 Grad
Basispreis: 66. 000 Euro