Es ist soweit: Range Rover präsentiert mit dem Evoque Convertible das erste SUV Cabrio. Dabei setzen die Briten voll auf den weltweit weiter steigenden Trend zu SUVs. Ab Anfang Juni wartet der kleine Geländewagen auf extravagante und zahlungskräftige Kunden. Bereits 2012 stand er als Studie und Appetitanreger auf dem Genfer Automobilsalon. Die Resonanz war enorm.Range Rover Evoque Cabrio FrontIm November 2015 wurde das Evoque Cabrio dann in der Serienversion der Weltöffentlichkeit in London präsentiert. Nun fahren wir das mondäne Cabrio im 1.700 Meter über dem Meer gelegenen und nicht minder mondänen französischen Luxus-Skiörtchen Courchevel.R6Wollten Sie schon immer mal im Cabrio in den Ski-Urlaub fahren? Oder oben ohne ins Gelände? Dann haben Sie auf das Evoque Cabrio geradezu gewartet. Und Sie sind damit nicht allein. 1.500 weltweite Vorbestellungen sprechen eine deutliche Sprache. Und das ohne Probefahrt – wohlgemerkt. Mit inzwischen 500.000 verkauften Einheiten in nicht einmal 5 Jahren ist der kleine SUV ein echtes Erfolgsmodell. Kein Wunder, dass man bei Range Rover einen Markt für ein Cabrio basierend auf diesem Modell sieht. Und so soll der Oben-Ohne-Evoque nun ein Cabrio für jede Jahreszeit sein.Range Rover Evoque Cabrio HeckWem das Design mit dem hohen Wiedererkennungswert und der abfallenden Dachlinie des Evoque gefällt, der wird wohl auch die Optik des Cabrios mögen. Tatsächlich fällt der Evoque als Cabrio auf der Straße auf wie ein bunter Hund. Klar, denn so was kennen die Leute selbst hier im mondänen Courchevel nicht. Das Luxus-Ski-Resort ist übrigens der Ort mit der weltweit höchsten Dichte an Range Rover und Sterne-Restaurants. Stars und Sternchen rücken mit Tratsch und Klatsch hier gerade in den Hintergrund, denn Gesprächsthema Nummer 1 ist das neue offenherzige Auto, das seine Insassen auf Wunsch durch ein faltbares Stoffverdeck vor den Blicken der Neugierigen und natürlich auch vor Wind und Wetter schützt.Range Rover Evoque CabriosDieses hochwertige Stoffdach wird aus 5 Schichten gefertigt und sorgt so für erstaunliche Ruhe im Innenraum. Nebenbei ist es das längste und breiteste Stoff Verdeck, das je in einem Auto verbaut wurde. Mit Hilfe von 4 Motoren lässt es sich bei bis zu einer Geschwindigkeit von 48 Stundenkilometern in nur 18 Sekunden öffnen und versteckt sich dann hinter den Fahrersitzen. Das Kofferraum Volumen des Evoque sinkt dann allerdings von akzeptablen 420 auf spärliche 251 Liter. Eine Durchladeklappe sorgt jedoch dafür, dass Ski und Snowboard komfortabel verstaut werden können.Range Rover Evoque Cabrio InnenraumDer Innenraum des Evoque Cabrios ist kongruent im Vergleich zum Coupé. Das lederüberzogene, hochwertig verarbeitete Interieur bedarf auch nicht wirklich einer Überarbeitung. Mit dem neuen „In Control Touch Pro“ Infotainment System ist man nun auch hier auf dem Stand der Technik. Zwar ist der 10,2 Zoll große Touchscreen Monitor bei ungünstigem Sonnenstand kaum lesbar, dafür bleiben die digitalen Rundinstrumente und das optionale Head-Up-Display stets erleuchtet. Sie nähren den Cabrio-Fan mit allen nötigen Informationen. Steht die Sonne nicht hoch, lässt sich das System in der Mittelkonsole ähnlich eines Tablett über Wischen, Drücken und Zoomen kinderleicht intuitiv steuern. Auch beim Thema Konnektivität ist dieses System „State of the Art“. R6So lassen sich bis zu 8 Geräte koppeln. Routen können dadurch bequem am Smartphone geplant werden, um sie vorab ins System zu speisen. Die 360 Grad Street View Kameras sind beim Einparken wirklich nützlich und verhindern Schrammen an den teuren Felgen. Weil die Sicht nach hinten insbesondere bei aufgeklapptem Windschott stark eingeschränkt ist, empfiehlt sich eine Rückfahrkamera. Übrigens warnt das System den Fahrer automatisch, sobald das Cabrio in ungünstig klimatische Bedingungen wie Kälte, Regen oder Schneefall kommt. So bleibt genug Zeit, um das Dach ganz ohne Hektik zu verschließen. Keine Frisur wird zerstört und die verwöhnte Kundschaft muss keineswegs befürchten nass zu werden. Während der Fahrt entsteht ein entspanntes, sicheres und entschleunigendes Gefühl. Very British eben.Durch die hohen Scheiben sitzen Fahrer und Beifahrer vom Wind geschützt, so dass Cabrio-Nacken als Krankheitsbild wohl der Vergangenheit angehören werden. Zudem heizt die Sitzheizung Gesäß und Rücken auf Wunsch wohltuend ein. Wer sich für Massagesitze entschieden hat, der kann sich zudem vollautomatisch den verspannten Rücken kraulen lassen. Bei sommerlichen Temperaturen sorgt die Sitzkühlung für einen trockenen Rücken. Das 360 Euro zusätzlich kostende Windschott, das über die Rücksitzen gespannt und aufklappt wird, macht das Evoque Cabrio zum Zweisitzer. Ansonsten herrscht auf den hinteren Plätzen ein im Klassenvergleich ordentliches Raumangebot. Auf kurzen Strecken ist das für Erwachsene gut zu ertragen. Längere Fahrten möchte man hier nicht verbringen. Kinder sollten jedoch selbst längere Touren hier gut überstehen und durch die tiefe Sitzposition auch ziemlich windgeschützt sein. Sicherheitsbedenken werden durch den mechanischen Überrollschutz und dem neuentwickelten Sitzairbag System (Kopf und Thorax Airbags) vom Winde verweht. Mechanische Federn lösen den Überrollschutz bei einem sich anbahnenden Überschlag aus. Er besteht aus zwei Pfeilern hinter den Rücksitzen, die in 90 Millisekunden herausschießen. So soll Schlimmstes verhindert und nahezu die gleiche Sicherheit wie beim Coupé geboten werden.

200 Kilo Mehrgewicht gegenüber dem Coupé sind unter anderem den verstärkten Seitenschwellern, dickeren Querstreben im Fahrwerk, den 4 Elektromotoren für das Dach und verstärkten A-Säulen geschuldet. Dieses Mehrgewicht ist zwar spürbar, sorgt aber für eine spürbare Torsionssteifigkeit. Denn auch im Gelände ist kein Knarren der Karosserie zu hören. Apropos Gelände. Das ist ja das Terrain des Allrad getriebenen Geländewagens. Weder auf Stock und Stein noch auf Schnee macht dem Evoque Cabrio so schnell einer was vor. Mit Hill Descent Controll (HDC), Allrad-Allradantrieb und variabler Kraftverteilung ist man für jedes Gelände und jede Witterung bestens gerüstet. Zwei Diesel (150 und 180 PS) und ein Benziner (240 PS) stehen für das geländegängige Cabrio zur Wahl. Über die 9-Gang Automatik wird die Kraft der Motoren je nach Anforderung variabel an die vier Räder verteilt.

Fazit

Mit einem Einstiegspreis von 51.200 Euro ist das Cabrio runde 3.500 Euro teurer als das Coupé. Die finanziell wohl gut situierte Käuferschicht wird das kaum stören. Denn mit dem Evoque erhält man nicht nur das erste SUV-Cabrio der Welt, sondern auch eine gehörige Portion Exklusivität und Aufmerksamkeit – selbst im noblen Courchevel. Und das Cabrio ist wirklich für jede Jahreszeit und (fast) jeden Untergrund geeignet. Mit meiner Prognose lehne ich mich aus dem Fenster: Das Evoque Cabrio wird sich sehr gut verkaufen. Bleibt nur abzuwarten, wann andere Hersteller ihre SUV-Cabrios aus dem Stall lassen. Volkswagen hat auf dem Automobilsalon in Genf mit der Studie T-Cross Breeze jüngst eine entsprechende Studie vorgestellt.Range Rover Evoque Cabrio