Die Zulassung neuer Elektrofahrzeuge kommt noch immer nur schleppend voran. Um das zu ändern, empfiehlt der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) jetzt die Einführung einer entsprechenden Quote. Im Jahr 2025 sollten mindestens 25 Prozent aller neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet sein, fordert der Umweltrat bei seinem jetzt in Berlin vorgestellten Sondergutachten.

mid Groß-Gerau - Der Verkehrssektor hat bisher keinen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen geleistet, sagt Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energie-Ökonomin und Gutachterin im SRU.  © Oliver Betke

„Der Verkehrssektor hat bisher keinen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen geleistet“, sagt die Ökonomie-Professorin Claudia Kemfert, die seit 2016 Gutachterin im SRU ist. Die Elektromobilität sei hocheffizient und marktreif. „Wir müssen jetzt zügig umsteigen.“ Notwendig sei der Ausbau der Lade-Infrastruktur. Dazu müsse die staatliche Förderung erweitert und über 2020 hinaus verlängert werden. Mit Blick auf den zusätzlichen Strombedarf des Verkehrssektors ist aus Sicht des SRU zudem ein beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien erforderlich.

Die Elektromobilität ist allerdings nur ein Baustein einer Verkehrswende. Notwendig ist laut Umweltrat eine Kombination von Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung auf Schiene und ÖPNV und offensiver Effizienzstrategie. Als Bestandteil eines Gesamtkonzepts schlagen die Experten vor, die Pkw- und Lkw-Maut zu einem streckenabhängigen und flächendeckenden Mautsystem weiterzuentwickeln. Dies helfe dabei, weitere Umwelt- und Gesundheitsbelastungen des motorisierten Individualverkehrs zu verringern.

Zudem fordert der Umweltrat die Bundesregierung dazu auf, in der neuen Legislaturperiode das Ende der Diesel-Privilegierung einzuleiten. Die niedrige Besteuerung des Kraftstoffes ist nach Meinung des SRU ökologisch nicht gerechtfertigt und vernachlässigt die negativen gesundheitlichen Folgen der Diesel-Emissionen. mid