Ist der Neue ganz der Alte? Der Corsa ist für Opel ein entscheidend wichtiges Modell. Denn mit ihm erwirtschaften die Rüsselsheimer einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes. So ist es kaum verwunderlich, dass die Opel Verantwortlichen beim neuen Corsa besonders vorsichtig zu Werke gingen. Das hat nicht zuletzt im Design des beliebten Kompaktwagens Ausdruck gefunden.

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Während die Front den sympathieheischenden Smile-Auftritt des etwas kleineren Adam übernimmt, orientiert sich das Heck stark am Vorgänger. So bleibt der neue Corsa optisch was er sein soll. Ein Corsa. Ich wünsche Opel, dass dieses Design-Mix von den Corsa-Kunden gemocht wird. Neue Kundenschichten, wie sie der Adam jüngst erfolgreich zur Marke mit dem Blitz geführt hat, werden mit dem neuen Corsa wohl nicht in Scharen herüberwechseln.

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Wer einen massentauglichen Kleinwagen konzipiert, der hat allerdings weit mehr als „nur“ das Design zu berücksichtigen. Wie sich der neue Corsa im Alltag schlägt, wollte Der-Autotester.de in einem zweiwöchigen Praxistest herausfinden. Denn nach einer solchen Zeit kann man deutlich mehr über die Schwächen und Stärken eines Autos sagen, als nach einer einzigen Fahrt über mehrere Stunden hinweg. Manches findet man angenehm, anderes nervt.

Opel Corsa Innenraum

Mein Testwagen war ein 2-Türer. Damit ist der Einstieg für die vorne Sitzenden durch die großen Türen komfortabel, andererseits schwingen die Türen weit auf, was gerade im Parkverkehr ungünstig sein kann. Der zweite Grund, warum ich den Corsa als 4-Türer kaufen würde, ist gewichtiger. Denn die Nutzung der zweiten Sitzreihe ist durch den beim 2-Türer notwendigen Durchstieg nach hinten eingeschränkt. Der Mechanismus war bei meinem Tester zudem etwas hakelig. Selbst Gepäckstücke kriegt man da nur unter Verrenkungsgefahr wieder hinten raus. Passagiere sollten gelenkig sein. Vorn sind die Platzverhältnisse dagegen üppig, hier fühlt man sich nicht wie in einem Kleinwagen. Die Sitze des Corsa geben guten Halt, sind bequem und rückengerecht.

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Der Gepäckraum des neuen Corsa ist klassentypisch klein, daher sind die umklappbaren Rücksitze von großer Bedeutung, wenn mal etwas mehr Gepäck mit muss. Die Ladekante ist angenehm niedrig, allerdings muss das Gepäck wegen der versenkten Ladefläche Runde 15 Zentimeter nach oben gehievt werden.

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Beim Öffnen der Kofferraumtür bekam ich ständig schmutzige Finger. Dass es da noch nix besseres gibt …

Wer unter „Rücken“ leidet, ist Fan von Sitzheizungen. Ich nutze sie gern und häufig. Deshalb nervte mich die nur einstufige Sitzheizung des Corsa. Eingeschaltet wird sie sehr schnell zu heiß, ausgeschaltet ist sie halt aus. Also habe ich sie immer wieder ein- und ausgeschaltet. Nicht angenehm. Der 90 PS dreizylinderantrieb ist zwar keine üppige Motorisierung, für meine Ansprüche an einen Kleinwagen passte das aber gut.

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Auf meinen gemischten Testfahrten hat der Corsa knapp über 6 Liter je 100 Kilometer verbraucht. Ein ordentlicher Wert für einen Benziner Die Handschaltung des Corsa könnte etwas leichter durch die Gänge flutschen, war aber ok. Der kleine Kölner fährt sich ansonsten leicht und unaufgeregt. So soll das sein. Die angenehm geringe Zahl an Schaltern und Knöpfen erleichtert es, die Übersicht zu behalten. Nicht ganz klar wurde mir die Funktion des Lichtschalters. Denn zwischen „aus“ und „“Automatik“ war für mich kein Unterschied bei der Schalterrastung auszumachen. So war es bei Tageslicht nicht ganz leicht zu erkennen, ob die Beleuchtung nun an oder aus war.

Opel Corsa Frontleuchte

Fazit

Der Corsa ist in meinen Augen ein guter Kleinwagen geblieben. An manche seiner kleinen Eigenheiten hatte ich mich aber auch nach 14 Tagen noch nicht gewöhnt. Der Testwagen hatte keine Mängel und vermittelte einen soliden Qualitätseindruck.