Häufig, auffällig häufig, fällt in der Pressevorstellung des neuen Opel Cabrios der Bergiff „Premium“. Leichte Skepsis kommt in den Gesichtern der Pressleute auf. Aber schon der erste Blick auf den Cascada lässt erkennen, was die Opel Verantwortlichen meinen. So erinnert die flächenbündige Einfügung der Heckscheibe in das Cabriodach an preislich deutlich höher positionierte Autos. Auch der Innenraum des Cascada lockt mit wertigen Materialien und tadelloser Verarbeitung. Opel nennt den Cascada „Ganzjahres-Cabrio“ und möchte damit deutlich machen, neben diesem Cabrio ist kein zweites Auto im Haushalt notwendig, denn es ist auch praktisch. Schon ab Mitte April rollt der klassische Viersitzer mit der lang gestreckten Silhouette und  dem doppelt isolierten Premium-Stoffdach (optional) zu den Opel Händlern. Der Cascada möchte nicht allein aufgrund seiner Größe von knapp 4,70 Meter Länge (Radstand 2.69 Meter) ein echtes Mittelklasse-Cabrio sein. Moderne Technologien und umfangreiche Ausstattungsmöglichkeiten heben ihn in eine Klasse höher. Ich habe die Möglichkeit, das Fahrverhalten des lange vermissten Cabrios im Opel Portfolio auf den Bergstraßen oberhalb von Monaco zu testen. Und ich bin spontan begeistert. Der Cascada bietet knackiges Fahrverhalten, ohne dabei unkomfortabel zu werden.  Dafür sorgen die extrem steife Karosserie mit der ursprünglich für die Hochleistungsversion Insignia OPC entwickelte „HiPerStrut“-Vorderachse und dem adaptiven mechatronischen „FlexRide“-Fahrwerkssystem. Auch bei gewagter Geschwindigkeit fegt der Cascada sicher und leicht zu beherrschen um die Kurven. Die Bremsen greifen auf dem trockenen Asphalt beherzt zu.

Cascada Kofferraum

Es wird Frühling an der Cote d´Azur. Und zum Glück kommt die Sonne raus. Binnen kürzester Zeit weht mir der Wind dosiert (in der Rücksitzlehne clever verpacktes Windschott) um die Nase. Per Knopfdruck öffnet sich das Stoffverdeck in nur 17 Sekunden und das bei Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometer pro Stunde. Im Stand ist die boulevard-taugliche Betätigung des Dachs auch via Fernbedienung per Fahrzeugschlüssel möglich. Komfort und Sicherheit für unbeschwerten Fahrgenuss gewährleisten auch Ausstattungsmerkmale wie der elektrische Gurtbringer, eine elektrische Einstiegshilfe, eine Nappaleder-Polsterung und belüftete, ergonomische Sitze sowie etliche moderne Sicherheits- und Assistenzsysteme.

Cascada 2

Umfangreiche Serienausstattung zum knappen Preis

Mit seiner umfangreicher Serienausstattung und attraktiven Preisen geht der Cascada selbstbewusst auf Kundenfang.  Das neue Opel-Cabrio ist ab 25.945 Euro erhältlich. Nach etlichen Generationen von Kadett- und Astra-Kompaktklasse-Cabrios möchte Opel mit dem Cascada nun die frühere Tradition der prestigeträchtigen Viersitzer mit Stoffdach wieder zum Leben erwecken, wie sie in den Fünfziger- und Sechzigerjahren Opel “Kapitän“ und Opel „Rekord“ repräsentierten.

Skulpturale Formgebung

Mit seinem breiten Stand und der den fließenden Formen baut Opel auf skulpturale Eleganz. „Klassisch und zeitlos“ nennen die Opel Designer dieses Design. Tatsächlich ist das neue Opel Cabrio geschlossen und auch geöffnet eine schöne Erscheinung. Hinter der geneigten A-Säule stört keine Abdeckung für das Dach und kein sichtbarer Überrollschutz die Silhouette. Im Kontrast dazu wird tief in den Seitenflanken das Opel-typische Sichelmotiv angedeutet, das sich weiter oben in einer scharfen Kante spiegelt, die sich bis ins Heck zu den umlaufenden Rückleuchten erstreckt. Eine horizontal um den Passagierraum verlaufende Chromleiste betont die sanft hochgezogene Taille und markiert in eleganter, fließender Ausbildung den Übergang zwischen Karosserie und Stoffverdeck.

Cascada

1,6-Liter-Turbobenziner der neuen Generation mit Direkteinspritzung

Basisaggregat im Cascada ist ein 1,4‑Liter-Turbobenziner mit manuellem Sechsgang-Getriebe, der in den Leistungsstufen 88 kW/120 PS und 103 kW/140 PS erhältlich ist. Schon zum Cascada-Marktstart gibt es außerdem den 1.6 SIDI Turbo aus der neuen Familie mittelgroßer Benziner. Dieses völlig neu konstruierte Triebwerk mit Benzin-Direkteinspritzung feiert im Cascada-Premiere. Mich haben seine Laufruhe und seine spontane Kraftentfaltung  (125 kW/170 PS) begeistert. In 9,6 Sekunden beschleunigt er von null auf Tempo 100 und erreicht 222 Kilometer pro Stunde in der Spitze. Opel gibt seinen Verbrauch mit gerade einmal 6,3 Liter Benzin (das entspricht 148 Gramm CO2 pro Kilometer) an. Der 1.6 SIDI Turbo ist mit Sechsgang-Schaltgetriebe und Start/Stopp-System oder mit Sechsstufen-Automatik erhältlich. Auf Dieselseite soll es noch vor dem Sommer einen  143 kW/195 PS starke 2.0 Bi-Turbo CDTI geben, der mit einem kombinierten Norm-Verbrauchswert von 5,2 Litern pro 100 Kilometer und 138 Gramm CO2 pro Kilometer angegeben wird. Mit dem gleichen Verbrauch wird die etwas „kleinere“ Diesel-Maschine mit ihren 121 kW (165 PS) angekündigt.

Mein Fazit

Opel ist weiter auf dem Weg nach oben. Nach dem optisch absolut gelungenen Kleinwagen Adam folgt nun mit dem Cascada ein „preis-wertiges“, klassisch gezeichnetes Mittelklasse-Cabrio mit umfangreicher Serienausstattung. Das sollte den Verantwortlichen in der amerikanischen GM Zentrale weiteres Zutrauen in die Entwicklung der Marke geben.