Oldtimertreffen in Baden-Baden: Golf GTI – Mythos liegt in der Luft

Mehr als 380 Oldtimer sind beim Oldtimer-Meeting in Baden-Baden an diesem Wochenende zu bestaunen. Vom süßen Käfer über schnittige Porsches, sportliche BMWs  und elegante Jaguars bis hin zu Luxuskarossen von Rolls-Royce – die gesamte Bandbreite der Automobilgeschichte hält im Kurpark Hof. Und weil der VW Golf GTI in diesem Jahr ein rundes Jubiläum feiert, – das Kultauto wird 40 –  stellt Volkswagen Classic in Baden-Baden 40 Golf GTI aus allen Generationen aus.

Gut, dass der Juli mitten im Sommer liegt. Sonst hätte Reinhold Rupperath seinen Golf GTI womöglich gar nicht aus der Garage geholt. „Mein GTI ist ein reines Sommerfahrzeug, er hat noch kein Gramm Salz gesehen“, erklärt der 71 Jährige augenzwinkernd.der-Autotester Der Rentner aus Bad Münstereifel gehört zu den GTI-Besitzern, die sich über die Volkswagen Classic Website beworben haben. „Unter 200 Bewerbern haben wir die spannendsten 21 GTIs ausgewählt“, so Sascha Oliver Neumann, Leiter Volkswagen Classic. Die durften nun nach Baden-Baden zum Internationalen Oldtimer-Meeting anreisen und ihr Schätzchen im Kurpark im Rahmen einer Sonderschau zeigen.der-Autotester40 GTIs aus allen sieben Generationen – der GTI feiert nämlich seinen 40. Geburtstag – können die Gäste in Baden-Baden abseits des Oldtimer-Meetings unter Schatten spendenden Bäumen bewundern. „Seit Mai hat mein GTI ein H-Kennzeichen“, erklärt Reinhold Rupperath stolz. 1986 habe er das Fahrzeug mit den 139 PS und den 1,8 Litern nagelneu für 24.000 Mark gekauft.der-AutotesterUnzählige Kilometer sei er dann mit seinem GTI überwiegend beruflich auf Autobahnen unterwegs gewesen. Deshalb war „Papas Liebling“, wie er heute sein Fahrzeug nennt, bereits sein fünfter GTI gewesen. Gleich schräg gegenüber haben Melanie und Christian Braun mit ihrem Golf (I) GTI abgestellt.der-Autotester„Dritte Hand“, antwortet der 28 Jährige, auf unsere Frage, wie viele Vorbesitzer das 110 PS leistende Gefährt gehabt habe.Von einem Pfarrerssohn in Gummersbach, der den GTI eigentlich selbst restaurieren wollte, habe er 2008 sein Schätzchen erworben. 15 Jahre stand der GTI bis dahin – ohne bewegt zu werden – in der Garage. „Das Teuerste war mit 1.000 Euro die Überholung des Motors“, erzählt der junge Mann. „Große Reparaturen gab es nicht, nur ein paar Verschleißteile und ein neuer Generator für 250 Euro sind nötig gewesen“, berichtet auch Reinhold Rupperath.

„Papas Liebling“ sei immer gut gelaufen und das zuverlässigste Auto, das er kenne. Und was ist sein GTI heute wohl wert? „Der ist nicht verkäuflich, nicht für alles Geld der Welt“, betont er. Warum nicht? Seine Augen leuchten. Erinnerungen werden wach. „Damals kannte ich nur Vollgas“, gibt er unumwunden zu. Damals sei er um dieses Auto beneidet worden. Der GTI sei der Porsche des kleinen Mannes gewesen. der-AutotesterLeuchtende Augen hat auch Manuela Rischke (29 Jahre), wenn sie von ihrem GTI aus dem Jahr 1991 (II) mit seinen 107 PS  (Edition Blue) erzählt. Edition Blue? „Komplett blaue Ausstattung, blauer Teppich und blaue Hutablage…“, verrät die junge Frau aus Schöning bei Helmstedt. Einen Digifiz (digitaler Tacho) hat sie gemeinsam mit Bruder Sven eingebaut. Wenn es um Sachen Autos geht, machen die Geschwister alles gemeinsam. Das schönste Erlebnis, das sie mit ihrer „Edition Blue“ hatten?

„Hier beim Oldtimer Meeting dabei sein zu dürfen“, bekennt sie. Hier könne man den Mthyos GTI hautnah spüren. Für das junge Ehepaar aus Stolberg war schon die 400 km lange Fahrt durch Frankreich bis nach Baden-Baden eines ihrer schönsten Erlebnisse überhaupt. „Wissen Sie, in den letzten acht Jahren hat das Fahrzeug nur einmal Regen gesehen“, gibt Christian Braun zu und macht damit deutlich, wie sehr er sein Schätzchen geschont hat.

Nun konnte er den GTI mal so richtig genießen. Und was ist für Reinhold Rupperath schönstes Erlebnis mit „Papas Liebling“ gewesen? „Ich hatte viele schöne Erlebnisse“, so Rupperath. Das beeindruckendste Erlebnis hatte der 71Jährige in diesem Jahr beim legendären GTI-Treffen am Wörthersee. Bereits zum 34. Mal besuchte er gemeinsam mit seiner Frau das Event, wo er immer wieder unzählige Gleichgesinnte trifft und auch schon Freunde gefunden habe.

 

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Cornelia und Dr. Friedbert Weizenecker
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