Design Revolution

Wenn bislang der Fahrer einer Mercedes C-Klasse ausgestiegen ist, lag man kaum falsch, ihn als Rentner einzustufen. Das wird sich mit der neuen C-Klasse wohl ändern. Denn das Design der kompakten Limousine hat sich grundlegend verjüngt. Wenn bisher BMW und Audi sportliches Design in diesem Segment in der öffentlichen Meinung für sich gepachtet hatten, hat Mercedes spätestens mit Einführung der neuen A-Klasse bewiesen, dass modernes und dynamisches Design in Stuttgart nicht mehr nur bei Porsche entsteht. Das gilt nicht allein für die äußere Erscheinung der neuen C-Klasse. Fast noch stärker gilt das für den Innenraum. Die klare Designsprache der neuen C-Klasse begeistert mich sichtlich. Klare Linien und fließende Formen bestimmen auch das Armaturenbrett. Besonders schön und wertig ist der Dreh-Drück-Regler in der durchgehenden Mittelkonsole geworden. Wer sich allerdings für eine handgeschalteten C-Klasse entscheidet, der bekommt eine optisch unterbrochene Mittelkonsole, die Designfreaks nicht in der gleichen Weise beeindrucken wird. Besagter Dreh-Drückregler erscheint hier ergonomisch zudem nicht optimal platziert. Auf meine Nachfrage bestätigt der Innenraumdesigner, dass technische Vorgaben der Handschaltung hier ursächlich waren. Hochwertig erscheinen indes auch die verstellbaren Luftaustrittsdüsen. Ihre feinen Stäbe sind an der schmalen Stirnfläche verchromt und sie klicken leicht, bei jeder Verstellung. Klasse!

C-Klasse Heck

Hut ab vor dem mutigen Design

Bei der Außen-Optik lässt Mercedes übrigens die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Fahrzeugfronten. In der Ausstattungslinie „Avantgarde“ ist der Mercedes Stern im Sportgrill eingelassen. Mit dieser Front wirkt die C-Klasse deutlich dynamischer. Wer es klassischer mag, greift auf die die „Exclusive“-Variante zu und bekommt damit den Stern senkrecht auf der Motorhaube stehend und einen optische klassischen Kühler-Grill. Für 120 Euro mehr kann der Käufer einen Kühlergrill wählen, der sich bei flotter Fahrt schließt, so den cw-Wert (0,24) drückt und damit auch den Verbrauch um 0,1 Liter.

An den Außenmaßen der neuen C-Klasse hat sich indes nicht viel geändert. Zwei Zentimeter mehr Länge, minimal größere Karosserie-Überhänge. Der Wagen sieht nun zwar größer und muskulöser aus, ist aber von der Größe her quasi identisch geblieben. Das gilt dann auch für den nicht gerade üppigen Fußraum in der 2. Sitzreihe. Hier hat der Kopfraum durch die stärker abfallende Dachlinie gelitten. Also aufgepasst beim Einstieg. Aber die Zielgruppe ist ja deutlich jünger und damit wohl auch beweglicher. Im Gepäckabteil können nun 20 Liter mehr Gepäck untergebracht werden (480 Liter).

Assistenzsysteme en masse

Der geneigte Käufer der neuen C-Klasse kann aus einem großen Angebot an Sicherheits- und Komfortsystem wählen. So gibt es nun für 1.700 Euro ein Head-Up-Display, mit dem wichtige Informationen in die Windschutzscheibe gespiegelt werden. Schon in der Grundausstattung sind Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner und ein Kollisionswarner beinhaltet. Der Bremsassistent kann jetzt auch stehende Fahrzeuge und Fußgänger erkennen. Bei ausbleibender Reaktion des Fahrers bremst er im Bereich zwischen Tempo 7 und 200 vollautomatisch. Auf einer abgesperrten Strecke konnte ich diese Funktion testen. Sehr beeindruckend, ein Plus an Sicherheit.

C-Klasse innen

Leichter und agiler

Das Fahrwerk der im Vergleich zum Vorgänger rund 100 Kilo leichteren C-Klasse wurde komplett neu abgestimmt. So passt das Fahrverhalten nun perfekt zum optischen Auftritt ohne dabei hart zu wirken. Wer gegen Mehrpreis das adaptive Fahrwerk wählt, kann sich nach Lust und Laune von „Eco“, über „Komfort“ bis hin zu „Sport“ und „Sport-Plus“ fortbewegen. Und wem das noch immer nicht reicht, für den gibt es den Modus „Individuell“. Hier kann der Fahrer die einzelnen Einstellungen auf seine Bedürfnisse zuschneiden. Noch komfortabler fährt, wer sich für die in dieser Klasse aktuell einzigartige Luftfederung „Airmatic“ entscheidet. Auch hier zeigt sich die neue C-Klasse als Baby S-Klasse. Dieses fantastische Fahrwerk kostet 1.416 Euro zusätzlich.

Drei Motoren zum Marktstart

Zum Marktstart im März stehen zunächst nur 3 Motoren zur Wahl. Zwei Benziner und ein Diesel. Alle Motoren entsprechen schon der Euro 6 Norm. Der mit einem Normverbrauch von 5 Litern auf 100 Kilometer angegebene C-180 kostet ab 33.558 Euro. Der C-200 leistet 184 PS und soll sich mit 5.3 Liter Benzin begnügen. Der C-220 Diesel ist mit 170 PS bepackt und mit nur 4 Liter Verbrauch aktuell der Sparsamste. Im Verlauf des Jahres soll noch der C-300 mit Hybrid Antrieb und einem Norm-Mix-Verbrauch von nur 3,6 Liter (94 Gramm CO2) dazu kommen. Erst 2015 soll eine Plug-In-Hybrid folgen.