Feuerwehrmann, Polizist, Bauarbeiter, Busfahrer, Rettungsarzt. Erinnern Sie sich noch an die Traumberufe ihrer Kindheit? Natürlich tun Sie das. Nicht? Dann hilft ihnen dieser Artikel vielleicht auf die Sprünge! Damals haben wir alle mit Rettungswagen, Bagger, Kran, Feuerwehrauto oder Polizeiwagen gespielt.

Aber als Kinder haben wir uns nicht gefragt, wie aus einem normalen Nutzfahrzeug ein Polizeikastenwagen wird? Wer macht das? Und wo kommen die her? Klar, auf vielen dieser Modelle können wir den Stern erkennen. Kein Wunder. Lud doch Mercedes ein, seine Nutzfahrzeug-Ausbau-Sparte kennen und verstehen zu lernen. Ich möchte das Prinzip nun im Sendung-mit-der-Maus-Stil erklären.

Und das Prinzip ist simple wie komplex zu gleich. Die Stuttgarter liefern mit V-Klasse, Viano, Sprinter und Citan die Basis für die Spezialmodelle. Aufbauend auf diesen Modellen gibt es bei Daimler etwa 3.500 registrierte Firmen, die den jeweiligen Umbau in die Hand nehmen. Diese Firmen bestehen zuweilen aus nur einem einzigen Mitarbeiter oder aber aus 5000. Ganz egal, wichtig ist nur ein gewisser Zertifizierungsprozess mit Mercedes. Das Schwierige daran ist, dass die Kundenwünsche je nach Einsatzgebiet und Einsatzart sehr stark variieren können.

Da ist zum Beispiel die Firma Zentenspa aus England. Sie hatten eine Geschäftsidee. Mit einem mobilen Massage- und Verwöhn-Salon sollten ältere und weniger mobile Menschen verwöhnt oder behandelt werden. Als Fahrzeugbasis sollte ein Mercedes fungieren. Schnell war ein Spezialist für individuelle Aufbauten gefunden. Etwa 80.000 Euro kosteten Fahrzeug mit samt Umbau. Und das Ergebnis lässt sich sehen. Befindet man sich auf der Liege und sind die Jalousien runter-gelassen, stellt man sich vor, draußen wartet auch noch ein Swimmingpool.

Besonders praktisch – aber weniger kreativ – sind die selbstreinigenden Kabinen in den Rettungswagen der Firma Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeuge GmbH (WAS). Seit dem Jahr 1987 produziert das Niedersächsische Unternehmen mit seinen 235 Mitarbeitern rund 1.500 Sonder-Fahrzeuge im Jahr. Der Rettungswagen WAS 500 basiert auf einem Sprinter 516 BlueTec und trägt einen Kofferaufbau. Neu ist die integrierte Desinfektionsanlage SanSafe. Hier versprühen zwei Düsen an der Decke ein entsprechendes Mittel und befreien den Behandlungsraum schnell von Keimen und Krankheitserregern. Um eine preisliche Vorstellung zu bekommen. Alleine der Aufbau dieses Rettungswagens kostet stolze 115.000 Euro.

Sehr praktisch ist auch der behindertengerechte Umbau von Citan und V-Klasse ab Werk. Den Stadtlieferwagen und die V-Klasse wird es ab 2016 auf Wunsch mit Fahrhilfen geben. Die Handbediengeräte und Fahrhilfen werden direkt im Mercedes-Benz Car Modification Center im Werk in Sindelfingen eingebaut. Vorteil für die Kunden. Für das komplette Fahrzeug gibt es die volle Werksgarantie.

Die Sprinter der Firma Paravan geben Rollstuhlfahrern mobile Autarkie. Paravan ist Technologieführer im Weltmarkt für Behindertenmobilität. Das Unternehmen baut südlich von Stuttgart mit 149 Mitarbeitern rund 1.000 Fahrzeuge pro Jahr. Und dass sie etwas von ihrem Handwerk verstehen, wird schnell klar. So kann der Rollstuhlfahrer die hintere Schiebetüre via Knopfdruck öffnen. Er kann sich mit Hilfe eines Kassettenlifts dann an Board befördern lassen. Mit einem Joystick und dem Lenksystem Space Drive 2 steuert er seinen Bus. Gas und Bremse betätigt er mit der Hand. Bedenkt man, was für eine Erleichterung bzw. Freiheitsgewinn das für einen Menschen bedeuten kann, dann weiß man, welch hohes Gut Mobilität ist. Mobilität bedeutet Freiheit. 

Fazit:

Die Variantenvielfalt von V-Klasse, Citan, Vito und Sprinter ist beeindruckend. Da man in Stuttgart nicht jeden Kunden-Wunsch von Werk aus erfüllen kann, übernehmen spezialisierte Hersteller die Planung und Produktion von Aus- und Aufbauten. Haben sie Interesse an Rettungswagen, Baustellenfahrzeug, Verkaufsfahrzeug, einem mobilen SPA oder haben Sie eine ganz eigene Idee? Dann scheuen Sie nicht Mercedes zu kontaktieren. Man wird Sie dort mit einem passenden Spezialisten zusammen bringen. „Nur“ das nötige Kleingeld müssen Sie selbst mitbringen.

Fotos: Hersteller