Der Pajero ist ein automobiles Urgestein. Denn der Geländewagen der japanischen Mitsubishi Motors wird seit 1982 in der inzwischen vierten Generation gebaut. Kunden schätzen seine kräftigen Motoren, die hohe Zuglast und seine enorme Geländetauglichkeit.Die aktuelle Generation des Pajero wird seit 2007 gebaut. 2012 bekamen Drei- und Fünftürer ein geringfügiges Facelift. Dabei erhielt die Front einen neuen Kühlergrill und neue Stoßfänger. Trotzdem bleibt der Pajero neben Jeep Wrangler, Toyota Land Cruiser und Mercedes G-Klasse einer der wenigen ursprünglichen, kantigen und funktionellen Geländewagen. Wir haben den 4,39 Meter langen Drei-Türer unter die Lupe genommen.

Schon beim Erklimmen des hoch gelegenen Innenraums erfreut sich mein Nostalgie-Herz. Hier ist nämlich noch eine echte Handbremse zu finden, ein kleiner Hebel für die Wahl des Antriebes, analoge Technik, ein robustes Armaturenbrett aus Hartplastik, geschmückt mit aufgeklebtem Holzdekor. Dazu gibt es ein Navigationssystem mit relativ modernem 6,1 Zoll Touchscreen. Die analogen Instrumente und die Informationsleiste in verpixelter Grafik haben echten Kultstatus. Böse Zungen würden behaupten, dass die Anmutung des Innenraums gute 10 Jahre nach seiner Zeit ist, doch mit dem Automatikgetriebe, Sitzheizung, Ledersitzen, Tempomat, Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern, Schiebedach, und elektrisch wegklappenden Außenspiegeln ist fast alles an Board, was man in einem der letzten echten und kernigen Geländewagen benötigt.Der Pajero ist ein wahres Nutzfahrzeug. Offensichtlich wird das an dem Kofferraum-Volumen von 290 und bis zu 1.119 Litern (bei umgeklappter Rückbank) mit einer maximalen Laderaum-Länge von 1.50 Meter. Im kurzen Pajero ist nur das Platzangebot in der zweiten Reihe limitiert. Ganz anders sieht das beim Fünf-Türer mit (optional) dritter Sitzreihe aus. Er taugt zum Muli selbst für den kleineren Umzug. Der drehfreudige Vier-Zylinder Diesel mit seinen satten 3,2 Litern Hubraum leistet stolze 190 PS und bringt 441 Newtonmeter als maximales Drehmoment auf die Straße. Für viele Kunden ein wesentliches Kaufargument. Denn sie wissen die Kraft des 2,2 Tonnen-Koloss zu schätzen. Nicht zuletzt seine Zugkraft von 2.800 bis 3.000 Kilogramm.  90 Prozent der Pajeros werden mit Anhängerkupplung bestellt. An den gut 10 Litern Verbrauch und dem permanent wahrnehmbaren Motorgeräusch wird, allerdings deutlich, dass dieses Aggregat nicht das jüngste ist.Auch die Fünf-Gang-Automatik des Japan-Geländewagens ist heute so kaum noch zu finden. Gut hörbar werkelt das Getriebe aber zuverlässig. Die Lenkung zeigt sich präzise, wünscht sich hin und wieder aber einen beherzten Impuls von kräftigen Händen. Die Bremsen des Pajero mögen starke Beine. Ein Auto, das nicht für Weicheier geschaffen wurde. Auch wenn sein Name (in der Übersetzung aus dem Spanischen) darauf hindeuten könnte. 180 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit sind möglich, aber ob der lauten Windgeräusche nicht angenehm zu fahren. Für die Stadt ist der Pajero etwas zu ungelenk. Auf Landstraße mit heißen Kehren fühlt sich der Pajero  sichtlich unwohl. Denn sein Hang zur Seitenneigung wird genauso präsent, wie die direkte Mitteilung an die Insassen selbst über kleinere Schlaglöcher. Die Paradedisziplin des Pajero ist und bleibt das Gelände. Hier macht dem Geländegänger keiner so schnell was vor. Seine Allradtechnik lässt sich via Schalter auf ökonomischen Hinterradantrieb stellen. Im Gelände ist die Position „4HLC“ mit gesperrtem Mitteldifferential zu empfehlen. Will man das Untersetzungsgetriebe nutzen und den Pajero zum starren Zugkraft-Traktor werden lassen, dann wählt man „4LLC“. Droht man im Morast zu versumpfen lässt sich das Differential der Hinterachse via Knopfdruck sperren. Dann wird auf alle Räder die gleiche Kraft ausgeübt. Blockiert also das linke Rad, arbeitet das rechte weiter. Dieses Auto ist ein wahrer Segen im Gelände.

Fazit:

Auch nach 34 Jahren hat der kernige Japaner seine Daseinsberechtigung. Er ist im besten Wortsinn unmodisch und überzeugt mit enormer Zugkraft und Geländetauglichkeit bei akzeptabler Alltagstauglichkeit. Sein Innenraum-Design, die kraftraubende Bremse, die grobe Federung und der hohe Verbrauch sind dagegen ein Anachronismus. Die Preise für den Drei-Türer beginnen bei 31.990 Euro. Der 4,90 Meter lange Fünf-Türer kostet mindestens 35.990 Euro.

Technische Daten:

Mitsubishi Pajero 3,2 DI-D

Fünfsitziger Geländewagen mit drei Türen,

Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 4,39/1,86/1,84/2,56,

Leergewicht: ab 2.180 kg (ausstattungsabhängig),

Zuladung: 485 kg,

Tankinhalt: 69 l,

Kofferraumvolumen: 290 bis 1.119 l.

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel,

Hubraum: 3.200 ccm,

Leistung: 140 kW/190 PS bei 3.500/min,

maximales Drehmoment: 441 Nm bei 2.000/min,

0-100 km/h: 11,1 s,

Höchstgeschwindigkeit:180 km/h,

5-Gang-Automatikgetriebe,

Allradantrieb,

Normverbrauch: 9,0 l,

CO2-Ausstoß: 238 g/km,

Abgasnorm: Euro 6,

Praxis-Verbrauch: 10,2 Liter,

Preis: ab 37.990 Euro.