Bei einem Autorennen der besonderen Art ziehen jetzt Elektromobilität und Solarstrom an einem Strang. Die Rede ist von der „World Solar Challenge“ im Oktober 2017 in Australien, dem vielleicht härtesten Solarauto-Rennen der Welt. Damit folgen die Organisatoren dem Beispiel der Formel E. Die Serie mit rein elektrisch angetriebenen Rennwagen verdeutlicht, dass Motorsport eine perfekte Plattform für alternative Antriebe sein kann.

Mit am Start Down Under sind auch Studenten der RWTH Aachen Uni und der FH Aachen. 45 Jungforscher haben das solarbetriebene Elektroauto entwickelt. Als „Team Sonnenwagen“ wollen sie in Australien für Furore sorgen. Unterstützt wird dieses Projekt von der Covestro AG, einem Unternehmen der Bayer AG. Covestro fertigt und entwickelt Werkstoffe, wie beispielsweise Lacke, Kleb- und Dichtstoffsysteme.

Hintergrund für den Einsatz der „Anstrich“-Experten: Sie wollen das Projekt nutzen, um Lacke unter den extremen Klimabedingungen zu testen. Im australischen Outback steigen die Temperaturen bereits im Oktober auf bis zu 45 Grad Celsius. Dazu kommt wegen des riesigen Ozonlochs über der Antarktis eine intensive UV-Strahlung. Ein hoher Staubanteil der Luft ist ebenfalls typisch für diese Jahreszeit.

Auf dem Sonnenwagen kommt ein speziell entwickelter Autoreparaturlack zum Einsatz, der einen biobasierten Härter enthält. „Rund 70 Prozent seines Kohlenstoffgehalts stammen aus Biomasse“, sagt Ulf Wentzien, globaler Leiter Industrial Marketing bei Covestro. Und dadurch werde der „ökologische Fußabdruck“ um rund 30 Prozent reduziert, so der Experte.

Die World Solar Challenge gibt es bereits seit 30 Jahren. Vom 8. bis 15. Oktober 2017 treten rund 40 Teams aus aller Welt an, um mit selbstgebauten Fahrzeugen die mehr als 3.000 Kilometer lange Strecke von Darwin nach Adelaide zu meistern – und das ohne einen Tropfen Treibstoff. Der Sonnenwagen aus Aachen geht in diesem Jahr als einziges deutsches Auto in der Challenger-Klasse an den Start. mid

Foto: Covestro AG / FH Aachen