Mein erster Versuch mit dem Segway sah bestimmt komisch aus. Ich wackelte hin und her, hatte Mühe das Gleichgewicht zu halten. Ich fuhr vorsichtig ein Stück nach vorne und wieder zurück. Noch fühlte es sich falsch an. Doch nur eine Stunde später fühlte es sich fantastisch an.

Im Sommer machte ich eine Segway-Tour durch München. Nach einer kurzen Einweisung durch unseren Tourguide Dagobert ging es los. Die ersten Fahrversuche machten wir im “Schildkrötenmodus“ auf einer wenig befahrenen Straße im Zentrum Münchens. Die Bedienung ist schnell erklärt: Allein durch Gewichtsverlagerung steuerst du Richtung und Geschwindigkeit. Mehr gibt es nicht zu sagen. Zunächst fühlt sich das seltsam an, aber du kriegst sehr schnell ein gutes Gefühl dafür. Nach ein paar Minuten deaktivierte Dagobert den langsamen Modus und es wurde ernst. Der Segway reagierte nun direkter und auch die Höchstgeschwindigkeit erhöhte sich auf 20 Stundenkilometer.

Bevor wir los fuhren demonstrierte Dagobert eindrucksvoll die Bremskraft indem er mit hoher Geschwindigkeit direkt vor einem geparkten Auto abbremste. Unglaublich präzise ist dieses Mobil beherrschbar. Spätestens jetzt, waren alle Teilnehmer vom Segway begeistert.

Quer durch München

Dagobert gab direkt ein zügiges Tempo vor, bei dem ich zunächst etwas Mühe hatte mitzuhalten. Doch die anfängliche Unsicherheit wich schnell und der Segway machte nur noch Spaß. Dann ein Stopp vor dem Maximilianeum. Unser Tourguide erzählte uns etwas zur Geschichte und von Bayrischen Königen. “Warum erzählt er uns das jetzt?”. Richtig! Wir machten ja eine Stadtbesichtigung. Meine ganze Aufmerksamkeit galt dem Segway und ich vergaß alles drumherum. Den Stopp nutzte ich um ein wenig zu spielen. Vorwärts, rückwärts und in alle Richtungen lustig drehen. Der Wendekreis des Segway ist praktisch Null. Er dreht sich auf der Stelle.

Technische Details im Café

In der Pause im englischen Garten unterhielten wir uns ausführlich mit Dagobert über die Technik des Segway PT. Ich hatte jede Menge Fragen.

Zur Sicherung des Segway muss einfach nur der Bordcomputer, welcher die Größe eines Fahrradtacho hat, herausgenommen und eine Taste betätigt werden. Danach schlägt der Segway Alarm, sobald er berührt wird. Ohne den Bordcomputer lässt sich der Segway nicht nutzen. Schlösser kann man getrost vergessen.

Zum Betrieb braucht man in Deutschland mindestens den Mofa Führerschein. Der Akku hält bis zu 38 Kilometer. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt in Deutschland 20 km/h, theoretisch kann der Segway aber 50 km/h schnell fahren. Der Preis eines Segway liegt aktuell bei beachtlichen 7.800 Euro. Wenn im Jahr 2020 das Patent ausläuft, ist jedoch mit preiswerten Kopien zu rechnen.

Der Einsatzort ist für mich die Stadt. Längere Strecken, die einfach nur geradeaus laufen, möchte ich damit nicht zurücklegen. Ein Segway kann auch für ältere Menschen die noch kein Problem mit dem Gleichgewicht haben praktisch sein. Ich würde es einem Rollator jedenfalls vorziehen.

Die Tour ging weiter und ich wurde immer sicherer auf meinem Segway. Wir fuhren über Wiesen, überholten Autos an der roten Ampel und fuhren durch verstopfte Fußgängerzonen. Es machte einfach nur Spaß. Nach drei Stunden war die Tour schon zu Ende und wir mussten unseren Segway leider wieder abgeben. Obwohl die Füße vom langen Stehen schmerzten, wäre ich gern noch weiter gefahren.

Segway PT Bastian

Fazit

Was für ein Produkt! Der Segway ist durchdacht, funktioniert hervorragend und macht riesig Spaß. Ich kann die Begeisterung unseres Tourguides nur teilen. Einen Sturz mit dem Segway möchte ich jedoch nicht erleben, denn bei den möglichen Geschwindigkeiten können die Folgen heftig sein. Größtes Manko des Segway ist sein hoher Preis.