Ein Mini mit 4 Türen? Viele werden sich verwundert die Augen reiben und nochmal nachlesen.  Ja! Dieser Mini hat 4 Türen und eine Heckklappe! Damit ist der britische Premiumhersteller erstmals im Kleinwagensegment mit einem 4-Türer vertreten. Aber braucht man aber wirklich einen Mini mit 4 Türen? Und ist das dann überhaupt noch ein Mini? Wir haben ihn für unsere Leser über zwei Wochen hinweg getestet.

IMG_0353

Optik entscheidet

Es gibt zwar schon eine ganze Zeit den Countryman, aber der sieht eben doch nicht ganz so aus, wie der gute alte Mini, weil er deutlich größer und vor allem höher ist. Der Radstand des neuen „richtigen“ Mini wurde gegenüber dem aktuellen 2-Türer um 72 mm verlängert, dadurch gewinnt man für die 3 Sitzplätze im Fond des Minis auch 72 mm mehr Beinfreiheit. Die Kopffreiheit wächst um 61 mm. Das klingt wenig, macht sich aber deutlich bemerkbar. Das ist zwar noch immer nicht üppig und auch die Einstiegsluken könnten für groß Gewachsene größer sein.

IMG_0356

Das Kofferraumvolumen wächst um 67 auf 278 Liter im Vergleich zum 2-Türer. Im Premium Segment der Kleinen ist dies ein Bestwert. Wettbewerber sind hier Bestseller wie der VW Polo und vor allem der Audi A1.

IMG_0357

Über die Frage, ob ein Mini ein echter Mini bleibt, entscheidet natürlich seine Optik. Der Mini ist als 4-Türer zwar gewachsen. Das sieht man aber kaum. In der Länge nämlich nur um etwa 16 cm auf knapp 4 Meter, in der Höhe jedoch um 11 cm, bei gleichbleibender Breite. Die mini-typische Formensprache und die Karosseriestruktur bleiben erhalten. Lediglich bekommt der Mini eine sportlich gestrecktere Anmutung. Die charakteristischen Designmerkmale wie der Hexagon-Kühlergrill, Scheinwerfer und Heckleuchten mit breiter Chromeinfassung, Seitenblinker-Element und umlaufende schwarze Karosserieumrahmung bleiben, analog zum 2-Türer, erhalten.

IMG_0351

Optisch ist der 4-Türer damit für Laien kaum vom 2-Türer zu unterscheiden. Man erkennt den Unterschied an den zwei zusätzlichen Türgriffen, dem zusätzlichen leicht abgestuften Heckfenster oder der kleinen Blechfettpolster am Heck.

IMG_0343

Abstriche beim Fahrspaß?

Die zweite entscheidende Frage ist: Fährt sich der Mini-4-Türer denn noch wie ein Mini? Ja! Trotz des längeren Radstandes und der leicht gewachsenen Außenmaße bleibt das typische Go-Kart-Feeling erhalten. Und trotz des höheren Gesamtgewichts, von jetzt 1.240 Kilogramm ist kaum ein Sportlichkeitsverlust festzustellen.

IMG_0346

Da haben die Ingenieure wohl ganze Arbeit geleistet. Auch die Fahrwerkstechnik mit Eingelenk-Federbein-Vorderachse und Mehrlenker-Hinterachse kommt der Agilität des Mini zugute. Wer sich für den Kauf des neuen Mini-Familienmitgliedes entscheidet, sollte auf die optionale Fahrzeugabstimmung „Mini Driving Mode“ nicht verzichten. Via Drehschalter am Fuß des Schalt- beziehungsweise Wählhebels lässt sich hier zwischen Standardeinstellung MID Mode, SPORT sowie GREEN Mode unterscheiden. Das führt zu einer Variation der Gaspedal- und Lenkungskennlinie, der Schaltdynamik des Steptronic-Getriebes sowie der „Dynamischen Dämpfer Kontrolle“.

IMG_0345

Die Wahl des richtigen Motors wird indes vielen schwer fallen. Zum Marktstart stehen jeweils drei Benzin- und Dieselmotoren der neuen Generation mit Turbo-Technologie zur Verfügung. Wir testen den 4-Zylinder Motor im MINI Cooper S mit 192 PS starkem Vierzylinder-Benzinmotor. Ein Motor der uns, untermalt von tollem Sound, in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultiert. Bei spätestens 230 km/h endet dann das schnelle Vergnügen. Fährt man vorrausschauend ökonomisch im „Green-Modus“ begnügt sich der Mini mit 5,5 Litern. Wer es sportlicher mag oder auf der Autobahn flott zum Ziel kommen möchte, erreicht allerdings schnell die 8 Liter-Marke. Das 6-Gang Schaltgetriebe ist in allen Mini-Modellen serienmäßig. Nicht nur für Schaltfaule ist das 6-Gang-Steptronic-Autmatik-Getriebe eine Alternative. Für mich fast „ein Muss“, denn es schaltet zuverlässig knackig und erhöht den Fahrspaß und die Konzentration auf den Verkehr.

IMG_0350

Fazit:

Klar braucht Mini einen 4-Türer! Seit dem Ur-Mini wächst die Mini-Familie kontinuierlich. Das liegt an den wachsenden Ansprüchen der Kunden was Platz und Komfort angeht. Logische Konsequenz sind dann eben auch zwei weitere Türen. Das Bedürfnis der Kunden ist da, das hat schon der Erfolg des ebenfalls 4-türigen Mini Countryman gezeigt. Einziger Kritikpunkt? Einmal mehr der Preis. Der kleinste 4-türige Mini Benziner mit Schaltgetriebe startet bei stolzen 20.600 Euro. Der Mini Cooper S beginnt als Handschalter bei  24. 700. Die Sonderausstattungsliste ist bekannt üppig und Mini lässt sich all die angenehmen Details gewohnt teuer bezahlen. Aber es war ja schon immer etwas teurer …