2008 brachte Mercedes den GLK auf den Markt. Eine Reaktion auf den SUV-Boom in der Mittelklasse. Daran wollten die Stuttgarter ihren Anteil. So ganz geglückt ist dieses Unterfangen indes nicht. Denn mit seinen Ecken und Kanten polarisierte der Schwaben-SUV, während die Konkurrenten BMW X3 und der Audi Q5 mit ihrem Design eine breitere Masse ansprachen.Mercedes GLC FrontOffensichtlich Anlass genug, das Design des GLK und mit ihm gleich noch seinen Namen zu ändern. GLC nennen die Mercedes-Marken-Strategen nun den Mittelklasse-SUV. Ecken und Kanten des GLK gehören der Vergangenheit an. Das Design des GLC erscheint stimmig, das Verhältnis von Länge zu Höhe und Breit passt. Das Tagfahrlicht der LED-Scheinwerfer mündet konsequent in der Gürtellinie der Karosserie, die sich bis zum Heck des Wagens durchzieht. Die Windschutzscheibe steht nun nicht mehr so steil im Wind, wie noch beim GLK.Mercedes GLC HeckAm Heck lassen zwei klar gezeichnete LED-Rückleuchten das Fahrzeug breit und maskulin wirken. Für mich ist der GLC aktuell der schönste Schwaben-SUV. Auch seine Größe dürfte den Ansprüchen einer breiten Zielgruppe entsprechen.

Bekanntes Design im Innenraum

Tür auf und hineingeschwungen. Der Einstieg in den GLC befindet sich auf einer optimalen Höhe. Angenehme Sitzposition. Perfekter Überblick. Lichte Rundumsicht. Das Innenraum-Design kennt man aus der aktuellen C-Klasse. Breite Mittelkonsole, frei stehender Bildschirm. Alles ordentlich aufgeräumt, als wäre die schwäbische Hausfrau drüber. Materialien und Verarbeitung auf hohem Niveau. Unser Testwagen gefällt mit seiner braunen Lederausstattung und den dunklen Holz-Zierleisten, die in gebürstetem Aluminium münden.

Mercedes GLC Cockpit 2016

Im Testwagen wurde eine 360-Grad-Kamera verbaut, die das Auto aus der Vogelperspektive zeigt. Nettes Feature, aber der Sinn dieser Einrichtung erschließt sich dem Zeitgenossen kaum. Nützlich und sicherheitsfördernd dagegen der ebenfalls optionale Abstandsregeltempomat in Kombination mit dem Lenkassistenten. Sind beide Assistenten aktiv, fährt der GLC quasi teilautonom. Denn er hält nun den eingestellten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und übernimmt auch das Lenken. Der Fahrer muss – aus rechtlichen Gründen – lediglich alle 10 Sekunden die Hand ans Lenkrad legen, um dem GLC seine Anwesenheit und seine Aufmerksamkeit zu signalisieren.

Die Platzverhältnisse im Innenraum erscheinen klassen-typisch. Im Vergleich zum GLK ist der Radstand des GLC um 11,8 Zentimeter gewachsen. Dies kommt vor allem den Passagieren im Fond zugute, die sich über sechs Zentimeter mehr Beinfreiheit freuen dürfen. Auch der Gepäckraum hat im Vergleich zum Vorgänger zugelegt und fasst nun 550 Liter. Legt man die 40-20-40 teilbare Rückbank komplett um, wird der Laderaum auf stattliche 1.600 Liter erweitert.

Sparsamer und durchzugsstarker Diesel

Unser Testwagen wird von einem 2,2 Liter 4-Zylinder-Dieselmotor angetrieben, der maximal 170 PS leistet und im besten Fall 400 Newtonmeter Drehmoment auf die Straße bringt. Die Kombination mit dem aufpreispflichtigen 9-Gang Automatikgetriebe passt wunderbar. Auch der Verbrauch des fast 1,9 Tonnen schwerer Testwagens ist ein Plus-Punkt. Denn der GLC genehmigte sich auf unseren Testfahrten im Durchschnitt nur etwas mehr als 6 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Durch das hohe Drehmoment des Motors sind Überholmanöver kein Problem. Wem die 170 PS nicht reichen sollten, dem steht noch eine 204-PS-Variante mit ebenfalls 2,2 Litern Hubraum zur Verfügung. Dieser Motor leistet dann stolze 500 Newtonmeter bei gleichem Normverbrauch wie die 170-PS-Variante. So sind aus unserer Sicht die 1.500 Euro Mehrpreis durchaus eine Versuchung wert.Mercedes GLC SeitenansichtDie Aufpreisliste für den GLC ist mercedes-typisch umfangreich. Der Basis-Preis inklusive dem 170-PS-Diesel liegt bei 44.863 Euro. Die im Testwagen verbauten LED-Scheinwerfer kosten zusätzlich 1.725 Euro. Die elektrische Heckklappe muss ebenfalls extra bezahlt werden und schlägt mit 535 Euro zu Buche. Das große „Comand“-Navigationssystem kostet stolze 3.510 Euro. Die lobend erwähnten Assistenzsysteme wollen mit knapp 2.500 Euro bezahlt sein und der Abstandsregeltempomat mit weiteren 1.150 Euro. So kommt unser Testwagen am Ende auf einen Preis von rund 62.000 Euro. Und noch mal zum Thema Aufpreise: Im GLC ist standardmäßig ein 50 Liter Tank verbaut. Wer diesen auf 66 Liter erweitern möchte, muss dafür knapp 60 Euro zusätzlich berappen.

Fazit

Optisch ist Mercedes mit dem GLC ein großer Wurf gelungen, der einer breiten Schicht gefallen wird. In Kombination mit dem 2,2 Liter-Diesel verbindet er Langstreckenkomfort, ordentlich viel Nutzraum und moderne Assistenz-Systeme mit einem effizienten Antrieb. Für gut verdienende Lifestyle-Familien mit bis zu 2 Kindern könnte der Mittelklasse-SUV die richtige Wahl sein. Aber auch gut situierte Paare mit einem Fabel für Design und einem aktivem Mobilitätsverhalten werden wohl zu den Interessierten gehören.