Der CX-5 mit dem G-194 als Lösung für heute – und mit welchen Antriebskonzepten Mazda für Zukunft plant

Der japanische Hersteller Mazda spendiert seinem SUV CX-5 einen neuen Motor. Als Antwort auf die ökologisch immer bewusster werdenden Kunden und den wachsenden politischen Druck präsentiert Mazda den G-194 Motor erstmals im CX-5. Zudem ist der erste selbstzündende Benziner der Japaner serienreif. Ab 2019 soll er in den ersten Modellen angeboten werden. Wie sich der neue 194 PS Motor mit Zylinderabschaltung im aktuell erfolgreichsten Modell der Japaner macht, was das Aggregat neben seiner Sparsamkeit zu bieten hat, ob die Japaner trotz der aktuellen Diskussion weiter mit Dieselmotoren planen, ob ein Einstieg in die Elektromobilität geplant ist und was es mit dem ersten selbstzündenden Benziner auf sich hat – lesen Sie hier:Das neue Aggregat ist der erste Mazda Motor mit Zylinderabschaltung. Die Entwicklung des neuen Benziners und die Einführung in den deutschen Markt ist keine Überraschung. Denn mit 44.670 verkauften Autos, von Januar bis August 2017, wächst man im fünften Jahr in Folge und hat einen Marktanteil von 1,9 Prozent erreicht. Entscheidenden Einfluss auf diesem Erfolg hatte der im Mai eingeführte neue CX-5. Er ist mit 11.905 Einheiten das meistverkaufte Modell. Dicht gefolgt vom kleinen Bruder CX-3, der sich mit 10.400 Verkäufen nicht verstecken muss. Beide SUVs bilden hierzulande die Absatzsäulen von Mazda.Nur logisch, dass der neue Motor im CX-5 zuerst angeboten wird. Überraschend ist jedoch, dass sich die Mazda Kunden, trotz der aktuellen Diskussionen, im laufenden Jahr zu 48 Prozent für einen Diesel entschieden haben. Bei den Japanern geht man davon aus, dass das Vertrauen der Kunden in den Diesel zurückkehren wird. Dem erreichte der 2.5 Liter Benzin-Motor bei Neuverträgen des CX-5 einen Anteil von 26 Prozent.Doch was hat hat nun der G-194 Motor neben seiner hohen Leistung zu bieten? Technisches Highlight des Vierzylinders ist seine variable Zylinderabschaltung. Dieses Konzept wird unter anderem von Volkswagen angeboten. Bei Mazda ist das System vergleichsweise einfach konstruiert und daher unter Umständen langlebiger, denken die Mazda-Verantwortlichen. Doch wie funktioniert dieses System? Bei geringer Anforderung an den Motor werden zwei Zylinder abgeschaltet. Durch die weiter geöffnete Drosselklappe verringern sich Pump-Verluste, der Wirkungsgrad steigt und der Verbrauch sinkt. Die zwei inneren Zylinder werden weiter betrieben und der Motor gibt die gleiche Leistung ab. Die Umschaltung variiert zwischen zwei und vier Zylindern. Doch wann ist das System aktiv und welche Vorteile resultieren?

Die Zylinderabschaltung ist ab 20 km/h im zweiten Gang aktiv. Das funktioniert bis 110 km/h im vierten und fünften Gang, sowie bis 90 km/h im sechsten Gang. Das maximale Drehmoment für den Motor mit Zylinderabschaltung liegt zwischen 60 und 120 Newtonmetern. Bei konstant gefahrenen 40 km/h verringert sich der Verbrauch so um satte 20 Prozent. Bei konstant gefahrenen 80 km/h sind es allerdings nur noch etwa fünf Prozentpunkte Ersparnis. Der Vorteil ist also bei konstanten Fahrbedingungen mit niedrigen Geschwindigkeiten, wie sie im Stadtverkehr üblich sind, am größten. Weiterhin führt ein optimiertes Kolbendesign mit abgerundeten Kolbenböden zu einer verbesserten Klopffestigkeit des Motors. Das neue Kolbenhemd-Design und asymmetrische Ölringe verringern die innere Reibung des Motors. Das sorgt für ein mit 258 Newtonmetern leicht erhöhtes Drehmoment und natürlich für einen optimierten Verbrauch. Mit dem Normverbrauch von 7,1 Litern, der bei gemäßigter Fahrweise zu erreichen ist, steht der rund 1.4 Tonnen schwere CX-5 mit seinen 194 PS zu Buche. Fährt man den CX-5 mit seinem neuen Aggregat, glaubt man zwar nicht daran von mehr als 190 Pferden angetrieben zu werden, ist jedoch von seiner Drehfreudigkeit und Laufkultur beeindruckt. In hohen Drehzahlbereichen erscheint der Sound etwas unrund. Außerdem fehlen uns Lenkrad-Paddle, die leider auch nicht in der Optionsliste stehen.Mit dem neuen Motor ist Mazda gut gerüstet für die Zukunft.

Denn nach der Einführung der realitätsnäheren WLTP-basierten Abgas- und Verbrauchsmessung nach Euro 6c bzw. Euro 6d ab 2018 wird der Grenzwert des Ausstoßes der Rußpartikel-Anzahl auf das heutige Niveau von Dieselmotoren reduziert. Der neue Motor bestünde den künftigen RDE-Test auf der Straße laut Mazda schon heute. Wer sich für den Motor interessiert, dem sei gesagt, dass er zunächst nur ab der höchste Ausstattungslinie „Sports-Line“ in Kombination mit Allrad und 6-Gang-Automatik ab stolzen 37.790 Euro zu haben sein wird. Dafür sind allerdings eine umfangreiche Serienausstattung mit Navi, 19-Zoll Felgen, Matrix-LED-Licht, elektr. Heckklappe und Bose Soundsystem inklusive. Die ersten Auslieferung laufen derzeit.Haben Verbrenner eine Zukunft?

Doch hat der Verbrenner überhaupt eine Zukunft und wie sehen das die Japaner? Sie mögen keinen Aktionismus und legen Wert auf eine korrekte Betrachtung der Energiebilanz eines Modells. Ein Elektro-Auto muss für sie nicht zwangsläufig eine bessere Energiebilanz vorweisen als ein Verbrenner. Und betrachtet man aktuell die gesamte CO2-Bilanz der Elektro-Modelle und die Studien dazu, so muss man Mazda – Stand heute – teilweise Recht geben. Die Antwort von Mazda auf den Elektrowahn, dem einige Hersteller unter politischen Zwängen in Panik verfallen scheinen, ist eine andere. Das bedeutet nicht, dass Mazda auf eine Elektrifizierung verzichten will. 2019 soll es den ersten E-Mazda geben. 2021 sind Hybrid-Modelle geplant.


Zu Entwicklung vom Elektrofahrzeugen hat Mazda eine Corporation für grundlegende Technologien mit Toyota und Denso geschlossen. Zudem haben die drei Unternehmen die Gründung eines externen Unternehmens beschlossen. Es soll die Umsetzung der gemeinsamen Entwicklungsprojekte sicherstellen.


Trotzdem wird man 2019 einen neuartigen Verbrennungsmotor einführen, an wessen Konzept schon andere Hersteller – erfolglos – forschten. Der Skyactive-X soll der erste selbstzündende Benzinmotor in Serienreife sein – also eine echte Mazda Innovation. In Verbindung mit einem Mildhybrid-System soll der Antrieb 20 bis 30 Prozent sparsamer sein, als ein heutiger Mazda-Benziner. Daneben will Mazda die Diesel-Technologie weiterentwickeln, denn man geht in Japan davon aus, dass er gerade in größeren Fahrzeugklassen auch in Zukunft unverzichtbar sein wird. Bis 2030 möchte Mazda den sogenannten „Wheel-to-wheel“ Flottenausstoß um ambitionierte 50 Prozent reduzieren.Technische Daten:

Mazda CX-5 Skyactiv-G 194 AWD

Länge x Breite x Höhe (m): 4,55 x 1,84 x 1,68
Radstand (m): 2,70
Motor: 4-Zyl.-Benzin-Direkteinspritzer mit Zylinderabschaltung, 2488 ccm
Leistung: 143 kW / 194 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 258 Nm bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,2 Sek.
Antriebsart: Allradantrieb
Verbrauch: 7,1 Liter, mit Start-Stopp
Effizienzklasse: C
CO2-Emissionen: 162 g/km (Euro 6b)
Leergewicht / Zuladung: min. 1560 kg / max. 658 kg
Anhängelast (gebremst): 2000 kg
Kofferraumvolumen: 506 – 1620 Liter
Tankvolumen: 58 Liter
Bodenfreiheit: 200 mm
Wendekreis: 12,0 m
Bereifung: 225/55 R19
Basispreis: 37.790 Euro