Auch wenn die Mittelklasse-Limousinen heute nicht mehr die Bedeutung haben, die sie einst hatten, gibt es nach wie vor Fans der klassischen Limousinen und der darauf basierenden Kombis. Um den Interessenten ein attraktives Angebot machen zu können, hat Mazda seinen Klassiker technisch überarbeitet und eine aufgefrischte Hülle verpasst.

Kraftvollere Front

Wie alle Hersteller arbeitet auch Mazda an der Umsetzung des neuen, realitätsnäheren Abgasprüfverfahrens (WLTP) und an der Erfüllung der aktuell anspruchsvollsten Abgasnorm „6d-temp“. So sind nun alle für den Mazda 6 verfügbare Motoren auf diesem Stand. Wer sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat, sollte sich nicht über höhere Abgaswerte wundern, die nun nach WLTP ermittelt worden sind. Das bedeutet nämlich nicht, dass die Motoren umweltschädlicher geworden sind. Die höheren Werte resultieren aus einem Testverfahren, das nun den Alltagsbetrieb genauer abbildet. Damit werden die Differenzen zwischen den Verbrauchswerten, die man als Fahrer der Modelle selbst ermittelt hat und den von den Herstellern angegebenen Normwert künftig geringer ausfallen.

Das gilt selbstredend auch für den Mazda6.

Alle Motoren 6d-temp

Auf unseren ersten Testfahrten haben wir ihn mit dem 194 PS leistenden 2,5 Liter Benziner gefahren, der zur Reduzierung des Verbrauchs mit einer Zylinderabschaltung versehen ist. Mazda gibt für ihn 6,8 Liter als Norm-Verbrauchswert an. Wir haben auf den gemischten Testfahrten 9,7 Liter (das entspricht 153 g CO2/je km) aus dem Bordcomputer gelesen. Diese Top-Motorisierung im Mazda6 ist verbunden mit einem 6-Gang-Wandler-Automaten, der uns ob seiner wandler-typischen Schalt-Charakteristik nicht überzeugt hat. Vor dem deutlich erkennbaren Schaltvorgang dreht der Motor deutlich hörbar hoch. Besser hat uns diese Automatik gefallen in Verbindung mit dem 2 Liter Benziner, der bis zu 165 PS leistet und von Mazda mit einem Normverbrauch von 6,2 bis 6,6 Liter je 100 Kilometer angegeben wird. Für diese Motor-Getriebe-Kombination haben wir 9,5 Liter als Verbrauch aus dem Bordcomputer entnommen. „Kleinster“ Benziner ist fortan der aus ebenfalls 2 Litern Hubraum bis zu 145 PS ziehende Vierzylinder, den wir jedoch nicht gefahren haben.

Unser Tipp: Den Leistungsunterschied zwischen der 195 PS Maschine und dem 165 PS Motor haben wir nicht als entscheidend empfunden. Zudem gefällt uns diese Getriebe-Motoren-Kombination besser. Wir würden daher zum 165 PS Benziner raten und die eingesparte Preisdifferenz in die höherer Ausstattungslinie „investieren“..

Innenraum weiter aufgewertet

Auch optisch haben die Japaner etwas für die Attraktivität des Mazda 6 getan. Das gilt für das Blechkleid, wie auch für den Innenraum. So wurde der Grill nun nach innen verlagert und mit einem drei-dimensionaleren Look versehen.

Das Scheinwerferinnere bekam ebenfalls ein Neus Design. Eine neue Lichtsignatur unterstützt den optisch klareren Auftritt. Das Auto scheint nun näher am Asphalt zu kauern. Das neue Front-Design gefällt uns ausgesprochen gut.

Noch mehr hat sich innen getan. Hier wollen die Mazda-Verantwortlichen ihren Premium-Anspruch noch deutlicher unterstreichen.

Der untere Teil des Armaturenbretts ist nun optisch mit den Türverkleidungen verbunden und hell ausgeführt. Während der obere Teil dunkel gehalten ist. Das Cockpit wirkt nun breiter und durch die hochwertigeren Materialien entsteht tatsächlich ein Premium-Feeling. Wer es mag, kann die Säulenverkleidungen und den Dachhimmel nun auch in Schwarz bestellen. Besonders gut gefallen hat und ein wildlederartiges Material, das schmutzabweisend sein und leicht zu reinigen sein soll. Die neuen Sitze geben besten Halt und sind trotzdem ausgesprochen bequem. Erstmals bietet Mazda für den 6er eine Sitzbelüftung an, die ihre kühlende Wirkung nicht durch ein Gebläse, sondern durch ein Absaugen von Luft generiert.

Moderne Assistsenzsysteme

Serienmäßig gibt es nun ein Head-up-Display, das direkt auf die Frontscheibe projiziert wird. Je nach Ausstattungsvariante wird die Anzeige hinter dem Lenkrad von einer analogen Anzeige oder einem 7 Zoll Display übernommen. In der Mitte thront auf dem Armaturenbrett der 8 Zoll-Touch-Navi-Bildschirm, der noch besser les- und bedienbar ist. Android Auto oder Apple Carplay zur erleichterten Einbindung von Smartphones gibt es gegen 300 Euro Aufpreis.

Auch neue Assistenzsystem sind für den facegelifteten Mazda 6 verfügbar (je nach Ausstattungslinie beinhaltet). So ein 360 Grad Kamera-System eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und auch ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent, der ungewolltes Überschreiten von Tempolimits verhindert.

Den überarbeiteten Mazda 6 gibt es – übrigens als Limousine oder als Kombi zum gleichen Preis – ab 27.590 Euro. Dabei ist eine umfangreichere Serienausstattung beinhaltet. Das Auto kann bereits bestellt werden. Wer es erst mal sehen und eine Sitzprobe machen möchte, kann den Mazda6 ab dem 14./15. September beim Mazda Händler in Augenschein nehmen.

Technische Daten:

Mazda6 194 PS Benziner mit Zylinderabschaltung in Sportsline-Ausstattung

Länge x Breite x Höhe (m): 4,87 x 1,84 x 1,45
Radstand (m): 2,83
Motor: 4-Takt Ottomotor Benziner, Zylinderabschaltung für die Zylinder eins und vier im Teillastbereich
Hubraum: 2.488 cm3
Leistung: 143 kW / 194 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 258 Nm bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 223 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,1 Sek.
Antriebsart: Vorderrad
Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 6,7 Liter
Effizienzklasse: A
CO2-Emissionen: 153 g/km (Euro 6d-TEMP)
Leergewicht / Zuladung: min. 1527kg / max. 633 kg
Kofferraumvolumen: 480 Liter
Tankvolumen: 62 l
Max. Anhängelast: 1600 kg
Wendekreis: 12,0 m
Preis dieser Variante: 39.090Euro