Jaguar und Land Rover öffnen ihre Innovations-Schatztruhe 

An manchen Tagen liebe ich meinen Job besonders. Heute war einer dieser Tage. Versüßt haben ihn mir die britischen Autobauer Jaguar und Land Rover. Der britische Autobauer lud in sein englisches Werk in Gaydon, nahe London, ein und ließ tief in seine Innovations-Schatztruhe blicken. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung hat Journalisten präsentiert, was in den nächsten 3 – 10 Jahren technisch möglich sein wird. Einmal in die Zukunft und zurück, bitte:

 

Soviel vorab, fast alle Innovationen stellen auf ein Kernziel ab: Das Teilautonome Fahren. Sie dürfen beruhigt sein, Teilautonomes Fahren steht in England unter einem Fahrspaß freundlichen Stern. Wolfgang Epple, Director of Research and Technologie, machte deutlich, dass das „Selbstfahren“ bei seiner Marke immer bestehen bleiben werde! Trotzdem müsse man ja technisch auf dem neusten Stand bleiben, sonst galoppiert die Konkurrenz um den autonom einparkenden BMW 7er irgendwann von dannen. Dass sich der Konzern unter der indischen Mutter Tata um technische Aktualität und Konkurrenzfähigkeit sehr bemüht, zeigen folgende Zahlen eindrucksvoll: 3,1 Milliarden Euro hat man 2014 in Forschung und Entwicklung investiert. In den letzten 10 Jahren ganze 10 Milliarden. Seit der Einführung der Adaptive Cruise Control 1998 im Jaguar XK, wollen die Engländer fest-gestellt haben, dass die Menschen prozentual wachsend mehr Zeit am Arbeitsplatz fristen, als die Freizeit zu genießen. Um dem ohnehin gestressten Fahrer das mobile Leben zu erleichtern, ohne ihn dabei fahrerisch zu entmündigen, hat man folgende Innovationen im Köcher:

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  1. Remote Control: Sie ist eine Technologie, die das Auto via i-phone steuerbar macht. Wohlgemerkt – von außen. Besonders hilfreich ist das etwa im Gelände, wenn die Räder in der Luft hängen und man vom Fahrersitz aus nur noch den Himmel sieht. Ein anderes Szenario bei dem diese Technologie vorteilhaft sein könnte, sind enge Parklücken, in die man das Auto von außen manövrieren könnte. Stressige Situationen und Parkrempler könnten so der Vergangenheit angehören.

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  1. Multi-Point-Turn: Dieses System lässt das Auto autonom wenden. Stellen Sie sich vor, Sie bringen ihre Kinder zur Schule und ihr Range Rover wendet selbsttätig während sie den Kleinen ein Abschiedsbussi aufdrücken.
  1. JLR_Technology_Showcase_2015_031Wellness-Seat: Er misst Atemfrequenz, und Herzschlag. Damit kann er über die Zeit erkennen, ob sie etwa müde oder gestresst sind. Ein Herzinfarkt, Sekundenschlaf oder gar der Tod des Fahrers könnte somit erkennbar gemacht werden und das Auto autonom zum Stillstand oder Seitenstreifen gebracht werden.

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  1. Hapticaccelerator: Ein vibrierendes Gaspedal, das den Fahrer auf zu hohe Geschwindigkeiten aufmerksam macht. Von einer Erhöhung des Gasdrucks, bis zu kurzen Schläge oder Blockaden ist hier alles möglich.

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  1. Predictive Touch: Das ist eine Funktion, mit der sich Menüpunkte im Infotainment-System via reiner Handgeste ansteuern lassen. Das kann die Konzentrationsgeschwindigkeit und damit die Konzentration auf die Straße um 20% verbessern. Ein solches System wird Leben retten können.

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  1. Driver Sensing: Sie ist meine Lieblingsinnovation, denn sie misst Gehirnströme. Entweder direkt am Kopf oder über die Hände am Lenkrad. Was im übrigens auch sinnvoller ist. Wer will schon mit einem Nudelsieb aufm Kopf rumfahren. Das sähe doof aus. Durch diese Innovation bekommt man Einblicke in die Psyche des Fahrers. Und somit in das Level seiner Konzentration. Ist der Steuermann etwa am Tagträumen oder zu sehr in ein Gespräch mit dem Beifahrer vertieft, wird er umgehend vom Auto gewarnt!

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  1. Die Schlagloch Forschung: Über eine Kamera in der Front des Wagens werden Schlaglöcher gescannt. Das kann beim Autonomen Fahren genutzt werden, um diese zu umfahren und somit komfortabel über die Straße zu gleiten. Very British eben. Bei einer Car-to-Car Kommunikation können diese Informationen übermittelt werden und andere Autos frühzeitig informiert und gewarnt werden. Eine Schlagloch-Datenbank könne dann zum Beispiel an die Gemeinden weitergegeben und zur Stopfung der sogenannten „potholes“ genutzt werden.

 

Fazit:

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus! Willkommen in der Zukunft. Eines steht fest, das Auto wird künftig autonom fahren, denn alle vorgestellten Innovationen zielen genau hierauf ab. Der Fokus soll bei Jaguar/ Land Rover dabei immer auf den Bedürfnissen der Kunden liegen. Und die wollen auch selbst fahren. Künftig wird es jedoch eignen Entscheidung obliegen, ob Sie selbst fahren oder sich fahren lassen, um zu arbeiten, zu entspannen oder zu schlafen. Noch ist das weitestgehend Zukunftsmusik. Jedoch ist ihr Klang reizvoll. Die Aufgabe wird es weiterhin sein emotionale Autos zu bauen, die von den Kunden geliebt und SELBST gefahren werden wollen. Wann das Autonome Fahren schließlich möglich sein wird, hängt neben den technischen Voraussetzungen auch von der Durchsetzungskraft von Interessengruppen ab, und steht daher in den Sternen. Unsere Prognose: Bereits in 10 Jahren könnte es soweit sein! Dann könnte es heißen: „Lehnen Sie sich zurück, machen Sie es sich bequem, wir wecken Sie am nächsten Ziel: Ihr gewünschtes Ziel ist der Flughafen Frankfurt“…

 

 

Fotos Jaguar/Land Rover