Land Rover Experience Tour 2017 – Der ZWEITE Tag

Mit Meerschweinchen im Bauch von der Bergstadt Cusco in die Wüste bei Pisco an der Küste

Endlich geht es mit den Discoverys auf riesige Dünen. Vor dem Abflug schlägt die Höhen-Krankheit brutal zu. Danach die Schwerkraft. Hektik kommt auf. Während wir im Shuttlebus einen Schweinemarkt auf dem Weg zum Flughafen in Cusco passieren, bekommt einer unserer Local-Guides eine „Militär-Warnung“ für unseren Zielflughafen in Pisco. Wie ernst die Lage ist, weiß niemand. Was wir wissen ist, dass wir uns beeilen müssen. Die körperliche und geistige Anstrengung scheint zu viel für eine Teilnehmerin zu sein. Vielleicht hat auch der Anblick hunderter aufeinander gestapelter toter Schweine, die von streunenden Hunden und geschäftigen Menschen auf dem Straßenmarkt umkreist werden, ihren Magen verstimmt. Jedenfalls muss sie sich mitten auf dem Flughafen übergeben. Die Höhenkrankheit hat wieder zugeschlagen. Doch das Team um Doc Hammerschmidt kümmert sich rührend um  das kranke Schaf der Experience-Tour-Familie. Bei Gesprächen über die Symptome der Höhenkrankheit offenbaren auch andere Teilnehmer, dass sie sich gleich am ersten Tag übergeben mussten. Ein amerikanischer Teilnehmer hat nach eigenem Bekunden in die Hotelbar gek… . Aber scheint ihm wieder gut zu gehen. Sein Magen sei inzwischen von Flascheninhalten an der Bar des Hilton Hotels in Cusco geputzt worden, erzählt er launig. Für uns ist es an der Zeit, den Höhenmeter auf Null zurück zudrehen und dem geschundenen Körpern ein wenig Erholung in der Sonne und am Meer zu genehmigen.

Vorausgesetzt wir landen vor 10:30 Uhr Ortszeit in Pisco. Im Flugzeug habe ich endlich Zeit über mein gestriges Erlebnis im Inka Grill zu sinnieren. Was trinkt man eigentlich zu gegartem Meerschweinchen – Guinea Pig oder Cuij? Meine Wahl ist auf Rotwein gefallen. Schließlich trinke ich immer Rotwein zu Meerschweinchen. „Slow Roasted“ wurde es zubereitet. So mag ich es am liebsten – probiere ich mir einzureden. Ich bestelle es medium – alle am Tisch lachen.Unter kritischen, schadenfrohen oder schockierten Augen wird der gegarte Nager serviert. Es soll Restaurants geben, in denen man zwischen das noch lebende Meerschweinchen im Käfig auswählen kann. Bei uns heißt das Zoohandlung. Sei´s drum. Ich zögere vor dem ersten Bissen. Zum Glück springt mir ein Kellner mit den helfenden Worten „Sir, in Peru we usually eat Guinea Pic with the hands“ zur Seite. Geht aufgrund seiner kleinen Knochen kaum anders. Wie es geschmeckt hat? Äußerst gewöhnungsbedürftig. Man nagt lange am Nager und er ist geschmacklich kaum vergleichbar mit Bekanntem. Beim Essen denke ich an meine ehemaligen Haustiere, Gott hab sie selig. Ich muss das kulinarische Experiment abbrechen. Haken dran, war wohl mein letztes Meerschweinchen – auf dem Speiseplan. Für die kleinen Nager gibt es sicherere Orte zum Leben, als in Peru. Ihre Lebenserwartung hier ist einfach zu gering.

Erleichterung macht sich breit, denn unsere Landung in Pisco wurde gestattet. Von hier aus führt der Weg nach Paracas. Durch das Fenster meines Zimmers im Hotel „La Hacienda“ kann ich das Meer sehen. Vorfreude. Jetzt steht eine Fahrt im Land Rover Discovery über Dünen auf dem Programm. Endlich geht´s ins Auto. Nach einem kurzen Briefing und 30 Minuten Fahrt sind wir im riesigen Sandkasten angekommen.

Mit dabei ein Österreichischer Instruktor, das Team der Land Rover eigenen Instruktoren und drei Local Heros, die in dieser Wüste aufgewachsen sind. Behutsam starten wir auf dem ungewohnten Untergrund. Fährt sich wie auf Schnee. Dann kommen die ersten Steigungen und gewaltig lange Abfahrten. Der Discovery meistert sie mit Bravur. Offroad-Modus an, DSC aus und der britische Geländewagen buddelt sich wie selbstverständlich durch den überdimensionalen Sandkasten.


Doch dann passiert es. Die Sonne steht hoch, mein Beifahrer ist am Steuer. Ich sehe das Unheil kommen, schreie noch „Breeeeems“. Doch zu spät. Viel zu schnell kommen wir am unteren Ende des Sandbergs an und spitzen das Auto volle Kanne in den Boden. Zum Glück passiert uns körperlich nichts. Bei dem Crash haben wir den Kühler verloren und einige andere Teile an der Front. Kühlwasser läuft aus. Sieht gar nicht gut aus.

Aber die Land Rover-Instruktoren und Mechaniker finden den Kühler, haben allerhand Ersatzteile dabei und reparieren das Auto in etwas weniger als einer Stunde in der glühenden Wüstenhitze. Mein leicht traumatisierter Beifahrer tut mir leid. Noch den dramatischen Momenten kann die Kolonne zum Glück weiterfahren. Unser Auto gibt etwas später dann doch den Geist auf. Ich stelle fest, dass der Discovery so gut im Sand ist, dass nicht er, sondern wir Fahrer das reglementierende Element in der Wüste sind. Hätte auch ganz anders ausgehen können unser Unfall. Wären die Airbags nicht aufgegangen, wären zwei gebrochene Nasen wohl unser Souvenir aus Paracas gewesen.

Fazit:

Ein wunderschöner und gleichzeitig extremer Tag geht zum Glück ohne Personenschaden zu Ende. Mit einem peruanischen Bier in der Hand genieße ich den Sonnenuntergang. Das Leben ist schön. Ich bin froh, dass ich der Höhenkrankheit die Stirn bieten kann, kein Meerschweinchen bin und trotz des Crashs noch am Leben.

Morgen wird sich wohl die Surviver-Spreu vom Weizen der Höhen Kranken trennen. Denn der Weg führt uns im Discovery über hohe Bergpässe und unbefestigte Straßen in  höchste Anden-Gefilde nach Concepción auf rund 5.000 Metern Höhe. Mit dem Discovery habe ich zum Glück einen automobilen Begleiter , dem ich vertrauen kann. Außerdem weiß ich jetzt, wie professionell das LandRover-Team arbeitet und wie gut diese Tour vorbereitet wurde. Ich fühle mich gut aufgehoben. Übrigens: Wir bekommen einen Ersatzwagen.

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