Der westeuropäische Nutzfahrzeugmarkt dürfte auch in diesem Jahr auf Wachstumskurs bleiben. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) geht für 2016 von einem vierprozentigem Wachstum aus. „Auch in Deutschland wird das hohe Vorjahrsniveau wahrscheinlich noch einmal leicht übertroffen“, sagte Verbandspräsident Matthias Wissmann heute bei einer Tagung zum Thema „Trends in der Nutzfahrzeugindustrie“. Bereits im vergangenen Jahr wurden in Westeuropa mit 259 000 Einheiten 14 Prozent mehr schwere Lkw zugelassen als im Vorjahr. In Deutschland legte der Markt um fünf Prozent auf 83 400 Einheiten zu. Im ersten Quartal dieses Jahres stieg der Absatz um acht Prozent. Nach China, den USA, Indien und Japan ist Deutschland derzeit der fünftgrößte Einzelmarkt für schwere Nutzfahrzeuge.

In Westeuropa kommen rund 50 Prozent der neuzugelassenen Lastwagen und Busse von Marken deutscher Konzerne in der Nutzfahrzeugindustrie, die mit rund 180 000 bis 190 000 Beschäftigten knapp jeden vierten Arbeitsplatz in der deutschen Automobilindustrie stellt. Neben den großen Truck- und Transporterherstellern prägen vor allem auch mittelständische Unternehmen die Nutzfahrzeugindustrie, so die Hersteller von Anhängern und Aufbauten. Sie beschäftigen derzeit knapp 33 000 Arbeitnehmer.

Der Straßengüterverkehr steigt in Deutschland nach Erwartung der Bundesregierung gegenüber 2010 bis 2030 um fast 40 Prozent. Vor diesem Hintergrund setzen die Fahrzeughersteller auf noch effizientere Motoren, alternative Antriebe und eine bessere Aerodynamik, während die Politik das Konzept von Lang-Lkw erprobt. Laut Wissmann könnten so die jährlichen CO2-Einsparungen im Straßengüterverkehr verdoppelt werden.