Werden die Kleinen bald die Größten sein? Alle reden vom unaufhaltsamen Siegeszug der Sport Utility Vehicles, doch auch Kleinwagen boomen in Europa. 2015 noch kamen sie auf 410.000 Neuzulassungen, was etwa 13 Prozent Marktanteil entspricht. 2020, so sagen Prognosen, soll der Marktanteil der Kleinen schon bei 34 Prozent liegen. Mit dem Ka+, der gegenüber seinem Vorgänger Ka in allen Dimensionen gewachsen ist, will Ford sich ein gutes Stück dieses Kuchens sichern.

Wer kennt das nicht? Auf der Urlaubsinsel tut es auch ein kleiner Mietwagen. Und nach wenigen Tagen schon wird klar: Der funktioniert ganz wunderbar, selbst mit vier Personen an Bord. Mehr Auto, so sagt man dann abends beim Wein im Sonnenuntergang, braucht man eigentlich nicht. Diese Erkenntnis ist für viele Autokäufer nicht neu. Vor allem in südlichen Ländern oder auch im Osten Europas sind Kleinwagen oft das einzige Auto der Familie. Es dient nicht nur für die täglichen Fahrten, sondern auch für die Urlaubsreise. Denn was Autos der Vier-Meter-Klasse mittlerweile an innerer Größe bieten, ist schon enorm. Immer ausgefeiltere Lösungen, um die Technik klein zu halten und dadurch mehr Platz für Mensch und Gepäck zu schaffen, zeigen Erfolg. Mit einem Ford Fiesta der Siebzigerjahre ist zum Beispiel der neue Fiesta nicht mehr zu vergleichen. Er bietet im Grunde so viel Platz, wie es vor zwei oder drei Modellgenerationen ein Kompakter tat. Und daher durfte eben aus dem Ka der Ka+ werden.„Erschwingliche Kleinwagen mit großem Nutzwert, hoher Wirtschaftlichkeit und viel Fahrspaß haben bei Ford eine lange Tradition“, sagt Jim Farley, Geschäftsführender Vizepräsident der Ford Motor Company und Präsident für Europa, den mittleren Osten und Afrika. „Der Ka+ setzt diese Tradition fort. Er glänzt mit Agilität und einem komfortablen Innenraum, der in dieser Klasse Spitzenwerte bei der Kopffreiheit vorn und der Beinfreiheit hinten markiert.“ Auf nur 3,92 Meter Länge bietet dieser Ford zum Preis ab 9.990 Euro tatsächlich einiges an Platz. Wie in einem Van gilt auch im Ka+, dass weniger Raum benötigt wird, wenn man nur aufrecht genug sitzt. Daher ist der neue Kleine aus Köln mit 1,53 Meter nahezu so hoch geraten wie der kleine Van Ford B-Max. Mit dem teilt er sich übrigens, wie auch der neue Fiesta und das kleine SUV EcoSport, die technische Plattform.

Das Raumangebot des Ka+ ist also tatsächlich üppiger, als es die Dimensionen des Autos vermuten lassen. So gesehen machen auch die serienmäßigen Fondtüren durchaus Sinn. Sie taugen nicht nur zum bequemen Ablegen einer Aktentasche, sondern erweisen sich rasch als praktisch im Alltag: Schnell den Nachwuchs aussteigen lassen, ohne selbst aussteigen zu müssen wie beim Zweitürer – kein Problem. Und beim Verzurren der ganz Kleinen im Kindersitz sind keine Verrenkungen erforderlich. Hinter der Rückbank findet sich dann ein 270 Liter großer Kofferraum. Das Maß reißt einen nun nicht gerade vom Hocker, ist aber Klassenstandard und lässt sich durch das Umlegen der Rücksitzlehnen noch vergrößern.

Beim objektiven Blick auf das technisch Mögliche sind Kleinwagen wie der Ka+ heute also so erwachsen, wie es eben möglich ist. Schließlich sollen sie mit kompakten Abmessungen für die stressfreie Parkplatzsuche und mit geringem Gewicht für niedrige Verbräuche sorgen, zudem bei flottem Temperament und ohne gigantische PS-Zahlen auch bezahlbar sein. Und wenn, wie beim Ford Ka+, angenehme Lösungen wie insgesamt 21 Ablagen inklusive eines Geheimfachs an Bord sind, sich Mobiltelefone sicher verstauen und gleichzeitig laden lassen, zeugt das von einem erfreulichen Sinn fürs Praktische. Fünf Liter Normverbrauch nennt Ford für beide verfügbaren 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner – den Ka+ gibt es mit 51 kW/70 PS für 159 km/h und mit 63 kW/85 PS für 169 km/h Spitze. Auch diese Verbrauchswerte stützen die Prognosen vom wachsenden Erfolg der großen Kleinen. mid