Kia wächst in Deutschland kontinuierlich weiter

Nicht wenige rieben sich verwundert die Augen, als die Kia Zentrale in Seoul verkünden musste, dass die eigenen Absatzziele in 2017 nicht erreicht werden konnten. Denn was Kia an Produkten in der jüngeren Vergangenheit auf den Markt bringt, kann sich mehr als sehen lassen und ist mit moderner Technik, Qualität und langer Garantiedauer auch für die deutschen Hersteller eine ernst zu nehmende Konkurrenz. Doch woher kam nun das Problem beim weltweiten Absatz? Der hatte nichts mit den Autos zu tun, er war allein politisch verursacht. Denn in Südkorea ist ein Raketenabwehrsystem zur Absicherung des Landes durch die Bedrohung aus Nordkorea stationiert worden. Dieses System wurde jedoch von chinesischer Seite als auf China bezogen interpretiert worden. So gab es in China Boykottaufrufe gegen südkoreanische Produkte, was die Umsätze bei Kia um runde 50 Prozent einbrechen lies. Mit entsprechenden Wirkungen auf die globalen Absatz- und Gewinnziele des Unternehmens.

Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Motors Deutschland

Politische Wirrungen nehmen negativen Einfluss auf die globalen Ergebnisse

In Europa und Deutschland war und ist davon jedoch nichts zu spüren. Der koreanische Hersteller erzielte 2017 in Deutschland zum dritten Mal in Folge einen Absatzrekord und verkaufte hier 64.068 Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2016. Damit wuchs die Marke mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt (plus 2,7 Prozent). Seit 2010 legten die Kia Verkäufe hierzulande um 75 Prozent zu (Gesamtmarkt: plus 18 Prozent). Im Jahr 2017 stieg der Marktanteil von Kia auf 1,9 Prozent (2016: 1,8 Prozent).

Durch ihre Offensive bei elektrifizierten Antrieben ist die Marke zudem zur Nummer zwei im deutschen Hybrid-Markt aufgestiegen. Der Hersteller verdreifachte 2017 seinen Absatz an Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland. Einen Spitzenplatz belegt Kia auch bei der Reduzierung der CO2-Emissionen seiner Flotte: Mit minus 6,8 Prozent gegenüber 2016 kann der Importeur das zweitbeste Ergebnis im deutschen Markt vorweisen und liegt nun 1,9 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt aller Hersteller. Zugleich verringerte sich der Dieselanteil im Kia-Absatz um ein Drittel.

Kia Soul EV

Diesel noch unverzichtbar, um Klimaziele zu erreichen

„Auch wenn es Kia gelungen ist, die Verluste im Dieselbereich mit alternativen Antrieben aufzufangen, ist die teils unsachlich geführte Diskussion um die Zukunft des Diesels ein bedauernswertes, aber ernst zu nehmendes Problem“, so Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Motors Deutschland. „Ganz ohne Diesel-Motoren sind unsere ehrgeizigen Klimaziele nicht zu erreichen. „Ich bin aber davon überzeugt, dass uns dies gelingen wird, wenn wir alle existierenden Antriebsarten konsequent weiterentwickeln“, zeigte sich Cost zuversichtlich.

Offensive bei elektrifizierten Antrieben

Der in Deutschland meistverkaufte Kia war 2017 erneut der Kompakt-SUV Sportage (14.833 Einheiten) vor dem Kompaktwagen cee’d (9.824 Einheiten). Es folgen der Kleinwagen Picanto (9.087 Einheiten) und das B-Segment-Modell Rio (8.124 Einheiten). Auf Platz fünf liegt schon das Hybrid-Crossover-Modell „Niro“ mit 4.367 Einheiten, das damit in seinem ersten vollen Verkaufsjahr einen Marktanteil von 5,2 Prozent im Hybrid-Segment erzielte.

Kia Stinger – eine moderne Luxus-Limousine

Ende September 2017 brachte Kia die Neulinge Stonic und Stinger in den deutschen Markt. Mit 1.867 verkauften Einheiten in den ersten drei Verkaufsmonaten machte sich der B-Crossover „Stonic“ auf den Weg zu einem Kia-Bestseller. Ebenfalls in kürzester Zeit hat sich die luxuriöse Sportlimousine Stinger in ihrem Segment Respekt erworben und für Kia neue Käuferschichten erschlossen. „Dieser Gran Turismo zeigt eindrucksvoll, was unsere Marke zu leisten in der Lage ist – und zwar in den Bereichen Design, High Performance, Fahrdynamik und Assistenzsysteme. Dies ist der emotionalste Kia, den wir je auf die Räder gestellt haben“, freut sich Kia Geschäftsführer Cost.