Schon seit 2008 wird der Kia Soul in Deutschland angeboten. Trotzdem ist er auf unseren Straßen eher selten anzutreffen. Ein Grund: Sein Design polarisiert. Mir hat seine kastige Form immer gefallen. Sie war und ist mutig und deutlich entfernt vom automobilen Mainstream. Kia sagt heute selbst, man habe den Soul von Beginn an nicht stark genug in den Fokus gestellt. Das soll sich mit dem neuen Soul, der nun auf der Basis des leichteren und doch verwindungssteiferen Kia C’eed gebaut wird, spürbar ändern. Das einzigartige Design des Soul soll durch eine massive Werbekampagne zu mehr Akzeptanz und damit zu besseren Verkaufszahlen geführt werden. Um diese erreichen zu können, hat Kia am Design, an der Qualität und auch am Komfort gearbeitet. Durch feine Änderungen in der Formensprache des Soul ist er nun deutlicher auf die europäische Kundschaft zugeschnitten. So erscheint der Koreaner jetzt kraftvoller und frischer. Die im kontakt-gefährdeten Cityverkehr hilfreichen Kunststoff-Bumper an Front und Heck wurden gefälliger geformt. LED Frontscheinwerfer, LED-Heckleuchten und die runden Nebellichtern markieren den Soul zudem. Ein optischer Rahmen grenzt das sogenannte „Greenhouse“ ab. In. Kombination mit den Felgen in neuem Design sieht der Soul nun noch mehr nach SUV aus.

Soul Heck kleiner

Der Kia Soul sieht nun noch mehr nach SUV aus

Im Innenraum des Soul hat sich noch mehr getan. Bessere Materialien und Oberflächen sorgen für Wohlfühl-Atmosphäre. Der Soul hat nun einen markanten Start-Button. Auch die Bedienteile haben für europäische Finger nun die richtige Größe und machen einen hochwertigeren Eindruck. In zwei Ausstattungslinien ist die koreanische Seele zu haben. Bereits die Basis Linie „Edition 7“ hat für 16.990 Euro unter anderem eine Klimaanlage, Parksensoren und ein LED-Tagfahrlicht, LED Rückleuchten, Alu-Felgen und ein Multifunktionslenkrad mit an Bord. Bei „Spirit“, ab 22.790 Euro, geht es dann fast schon feudal zu. Zum Ausstattungsumfang gehört hier ein schlüsselloser Zugang, die Rückfahrkamera, Sitzheizung, dunkle Verglasung und ein Design Kit, das den Soul noch stärker als SUV erscheinen lässt. Den Insassen des Soul steht nun einen größerer Kopf- und Schulterraum zur Verfügung. Die vergrößerte Gepäckraumöffnung (238 bis maximal 1.367 Liter) erleichtert das Be- und Entladen. Überhaupt empfinde ich das Raumangebot des Kia Soul im Klassenverbleib üppig. Der 8 Zoll große Touch-Screen des Sound- und Navigations-Pakets für 1.290 Euro führt den Fahrer ans Ziel und lässt auch feine Details gut erkennen. Auch ein beheizbares Lenkrad, beheizbare Rücksitze und eine großes, öffenbares Panoramadach (mein Tipp!) können gegen Mehrpreis geordert werden.

Soul Seite mit mir

2 Motoren zur Wahl

Kia spendiert dem Soul zwei 1,6 Liter Motoren die die Euro 5 Norm erfüllen. Einen Benziner mit 132 PS (97kW) und einen Diesel, der 128 PS ((94 kW) leistet. Beide Motoren verfügen über keine Start–Stopp-Einrichtung. Ich bin den neuen Soul mit beiden Motoren gefahren. Die angebotene Leistung bringt den Koreaner mit beiden Aggregaten ausreichend flott vorwärts, das gilt auch an Autobahnanstiegen. Wie so oft würde ich den Diesel-Antrieb vorziehen, weil er vom Start weg bei geringerem Verbrauch dynamischer los zieht. Dabei kann sich den Benziner mit seinem Norm-Verbrauch von nur 6,8 Liter auf 100 Kilometer durchaus sehen lassen. Der Turbo-Diesel wird mit einem Normverbrauch von 5,0 Litern angegeben. Beide werden mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe auf die Straße geschickt. Der Diesel kann gegen den Mehrpreis von 1.500 Euro mit einer 6-Stufen-Automatik kombiniert werden. Auf meinen Testfahrten lag der reale Verbrauch des Selbstzünders übrigens bei rund 5,8 Litern, der Benziner verbrauchte 7,7 Liter. Wer viel fährt, ist mit dem Diesel also besser dran. Das gilt wohl auch für die Entwicklung seines Restwerts.

Soul Dach

Mein Fazit: Wer einen geräumigen und trotzdem kompakten Wagen mit ordentlichem Raumangebot sucht, ausgefallenes Design mag und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis schätzt, sollte sich den Kia Soul mit seiner 7-Jahres-Garantie (maximal 150.000 km) auf einer Probefahrt genauer anschauen.