Kia bringt mit dem ProCeed Anfang 2019 erstmals einen Shooting Brake im Kompakt-Segment. Shooting Brake nennt man ein Auto, wenn es zwar wie ein Coupé aussieht, aber 4 Türen hat und ähnlich viel Raum bietet, wie ein Kombi. Ein Shooting Brake soll also praktisch sein, viel Nutzwert bieten, dabei aber auch schön aussehen. Wer keinen Kombi braucht oder nicht fahren möchte, weil er ihm zu langweilig ist, der könnte ein Fan der Shooting Brake Idee sein. Kia sieht für den ProCeed vor allem Paare und junge Familien als Zielgruppe.

Auf Design wird bei dieser Bauart selbstredend viel Wert gelegt. Und hier ist Peter Schreyer, President und Chef-Designer von Kia, in meinen Augen ein großer Wurf gelungen. Im Rahmen der statischen Präsentation vor Medienvertretern in Barcelona war immer wieder zu hören, „der sieht am Heck ja aus wie ein Porsche Panamera“.  Mit diesem Vergleich kann Peter Schreyer gut leben, erklärte er am Abend gegenüber dem Verfasser. Noch vor wenigen Jahren habe er nicht zu träumen gewagt, dass Kia-Design je mit einem Porsche-Modell in einem Atemzug genannt würde. Tatsächlich ist das Heck des ProCeed optisch gelungen. 

Mit dem ProCeed könnte sich Kia neue Käuferschichten erschließen und seinen Weg weg vom Billig-Anbieter, hin zu einem Produzenten moderner Automobile auf Augenhöhe mit Volkswagen und Co weiter gehen. Der ProCeed wird übrigens ein Autos sein, das in Europa entwickelt und auch in Europa produziert wird. Wie jeder Shooting Brake möchte der ProCeed neben seinem Aussehen auch mit Nutzwert punkten.

So können in seinen Kofferraum unter der großen Heckklappe 594 Liter Gepäck verstaut werden. Ein erstes Probesitzen hat gezeigt, dass die Passagiere der zweiten Reihe durch die weit öffnenden Türen leicht und locker auf die Sitzbank rutschen können. Der Fußraum davor entspricht allerdings den üblichen Gegebenheiten in der Kompaktklasse. Die sind beim ProCeed selbstredend von einer Außenlänge von 4,61 Meter (normaler Ceed 4,31) geprägt. Der Radstand des ProCeed entspricht dem des Ceed. Bis zur B-Säule ist der ProCeed übrigens ein „normaler“ Kia Ceed. Erst danach wird er zum Shooting Brake.

Was sportlich aussieht, sollte natürlich auch einen dynamischen Antrieb bekommen. Wer dafür ein Faible hat, wird sich für den ProCeed GT entscheiden, der exklusiv mit dem 1,6 Liter Benziner versehen wird, der bis zu 204 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 265 Newtonmetern auf die Straße bringen kann. Darunter gibt es einen 1,6-Liter-Diesel, der 136 PS generieren und einen 1,4-Liter-Benziner, der es auf bis zu 140 PS bringen kann. Alle drei Motoren kommen in Serie mit einer 6-Gang-Handschaltung. Gegen Mehrpreis gibt es für alle drei ein Doppelkupplungsgetriebe (DCT). Apropos Preise. Noch gibt es keine Verkaufspreise für den Kia ProCeed, diese werden wohl erst kurz vor der Markteinführung im Januar bekannt gegeben. Erwartet wird für die im Vergleich zum normalen Ceed besser ausgestattete GT-Line (Basis für ProCeed) ein Listenpreis knapp unter 30.000 Euro.