Seit 2011 ist die zweite Generation des Kia Picanto im Handel. Nun wurde es Zeit für eine erste Modellpflege. Kann der bei Frauen besonders beliebte Kleinwagen damit neue Käufer anlocken?

Kia Picanto Signalrot Heck

Optische Retuschen

Die optischen Veränderungen am kleinen Koreaner sind nur bei genauem Hinsehen und im direkten Vergleich zu erkennen. An der Front wurden der Kühlergrill, die Stoßfänger und die Einfassungen für das Tagfahrlicht neu gezeichnet. Auch der Heckstoßfänger bekam eine leicht verändere Form verordnet. Das Design des Picanto erscheint nun frischer und aktueller. Im knalligen Signalrot fällt das Auto besonders auf. Die Farbpalette bekommt Zuwachs mit dem schlichten Seosanblau, das nach der Produktionsstätte Seosan in Südkorea benannt wurde.

Das neue „Sports-Paket“ gibt dem Picanto einen sportlichen Touch. Spezielle Sportstoßfängern vorn und hinten Sorgen zusammen mit einem Doppelrohrauspuff für mehr Dynamik im Design und der Kleine wirkt noch kräftiger.

Autogas ab Werk bestellbar

Der Picanto ist als erster Kia bereits ab Werk mit Autogas (LPG) bestellbar. In dieser Version verfügt das Fahrzeug neben dem regulären 35-Liter-Benzintank noch einen 27-Liter-Autogastank, der gepäckraumschonend in der Reserverradmulde unter dem Kofferraumboden platziert wurde. Die Leistung des Gas-/Benzin-Hybriden liegt bei 67 PS mit Autogas und 69 PS mit Benzin. Ich konnte weder vom Klang noch von der Fahrleistung her einen Unterschied zwischen dem Fahren mit den beiden Kraftstoffen feststellen. Die Beschleunigung mit dieser Maschine drückte mich zwar nicht in die bequemen Sitze, aber für ein Stadtfahrzeug sollte das ausreichen. Wer mehr Speed möchte, der sollte zum 85 PS starken 1,2-Liter-Benziner greifen.

Der kombinierte Verbrauch der Gas-/Benzin-Variante wird mit 4,7 Liter Benzin bzw. 6,2 Liter Autogas angegeben. Der CO2-Ausstoß und die Kosten sind im Autogas-Betrieb geringer, obwohl er eine größere Menge Kraftstoff schluckt. Ein Liter Autogas kostet aktuell nur um die 60 Cent. Es dürfte jedoch eine Weile dauern, bis sich der Aufpreis von 1.200 Euro für die Autogas-Variante amortisiert. Schließlich ist der Picanto kein typisches Langstreckenfahrzeug.

Kia Picanto Spirit Innenraum

Mehr Komfort

Der Innenraum des Picanto gefällt mir ausgesprochen gut, ich fühle mich auf Anhieb Zuhause. Auch die Anmutung und die Verarbeitung der im Innenraum verwendeten Materialien ist unter Berücksichtigung des Kaufpreises aus meine Sicht ok.

Die kleinste Ausstattungslinie “Attract” mit ihrem Einstiegspreis von 9.550 Euro ist eher dünn ausgestattet. Die meisten Kunden dürften daher zur „Edition 7“ greifen, die ab 9.990 Euro zu haben ist. Hier sind dann elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung, 14-Zoll-Stahlfelgen und Außenspiegel in Wagenfarbe beinhaltet. Für 990 Euro Paket-Aufpreis lassen sich ein CD-Radio, Klimaanlage und eine Funkfernbedienung dazu bestellen.

Die meisten Optionen sind erst ab der Ausstattungslinie “Spirit” verfügbar. Neu hinzugekommen sind hier Extras wie ein beheizbares Lenkrad, Tempomat, Rückfahrkamera und ein 7-Zoll-Navigationssystem. Mit all dem Luxus ist allerdings ein Gesamtpreis von über 15.000 Euro möglich.

Kia Picanto Edition 7 Kofferraum

Da der Kofferraum des kleinen Koreaner mit 200 bis maximal 870 Liter überschaubar ist, empfehle ich den 5-Türer, der für 550 Euro Aufpreis fair gepreist ist. Beim 5-Türer kann die Rückbank als Ablage mitverwendet werden, zudem fällt der Zustieg in die zweite Reihe deutlich leichter.

Fazit

Im Segment der Kleinstwagen wächst das Angebot von Autos mit Einstiegspreisen unter 10.000 Euro. Gerade stößt Opel mit dem Karl dazu. Mit dem Facelift und neuen Ausstattungsoptionen bleibt der Picanto am Puls der Zeit. In Verbindung mit seiner 7 Jahre währenden Garantie ist der kleine Kia durchaus ein Stadtwagen, den man mit auf die Kandidatenliste setzen sollte.