Für Land Rover ist der 30. April nicht irgendein Tag. Im Gegenteil. Am 30. April 1948 hat der britische Autobauer nämlich auf der Amsterdam Motor Show seinen ersten Land Rover gezeigt. Ein spartanisches Modell, das vorrangig für Landwirte konzipiert war. Heute, 70 Jahre später, ist aus den bescheidenen Anfängen eine weltberühmte Marke erwachsen. Die 4×4-Fahrzeuge der Engländer haben sich mit ihrer Geländetauglichkeit einen unverwechselbaren Namen gemacht. Oldtimer Fans können sich bei Land Rover Classic einen alten Land Rover auf fachlich höchstem Niveau restaurieren lassen oder ein fertig restauriertes Modell kaufen.

Das Jubiläum der Marke ist für „Der-Autotester.de“ Anlass, mit Tim Hannig, Director Jaguar Land Rover Classic, über seine Schätzchen und die Inhalte seiner Arbeit zu sprechen.

Herr Hannig, einen Defender V8  haben Sie zum großen Jubiläum präsentiert. Derzeit sind Mitarbeiter mit der Restaurierung des Ur-Land Rover L07 beschäftigt. Ein toller Scheunenfund. Wie kommt die Werkstatt des Klassikwerks voran?

Hannig: Unser Ziel ist es den L07 im Jubiläumsjahr fertig zu haben. Wir haben exzellente Restaurierer, deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir das restaurierte Original im Jubiläumsjahr präsentieren können.

Wo liegen die größten Hürden bei der Restaurierung?

Hannig: Eine der größten Herausforderungen bei der Restaurierung eines Vorproduktionsfahrzeugs ist es zu entscheiden, bis zu welchem Grad man es restauriert. Zum Beispiel begann das Auto als Linkslenker und wurde erst zum Rechtslenker als es einen 1.6 Liter Motor erhielt, um gegen Ende 1948 als Testfahrzeug eingesetzt zu werden. In welchen Zustand versetzen wir es also?

Haben Sie Zugriff auf alle benötigten Teile oder müssen Sie welche fertigen?

Hannig: Wir haben Zugriff auf viele Spezialteile aber einige müssen wir nach Originalzeichnungen herstellen.

Was kostet eine Reborn-Restaurierung?

Hannig: Aktuell kosten Reborn Modelle zwischen 75.000 und 95.000 Pfund.

Wieviele Restaurierungen können pro Jahr in Coventry durchgeführt werden?

Hannig: JLR Classic in Coventry ist immer noch sehr neu und wir haben noch keine definierte Anzahl von Fahrzeugen festgelegt.

Die Anzahl der Scheunenfunde dürfte begrenzt sein. Was wenn die Oldtimer ausgehen?

Hannig: 75 Prozent aller Land Rover wurden exportiert, deshalb denken wir, dass wir noch einige finden können.

Was passiert mit dem neu erstrahlenden L07? Wird er verkauft?

Hannig: Der L07 wird Teil unserer Sammlung von JLR Classic bleiben.

Nach JLR Classic in UK wird bald JLR Classic in Deutschland eröffnet. Wird es auch in Kronberg sein? Und wird es dieselben Leistungen bieten wie in UK?

Hannig: Jaguar Land Rover Classic Deutschland wird seinen Sitz in Essen-Kettwig haben. Derzeit wird mit Hochdruck gearbeitet, um doch in diesem Frühjahr (4. Mai) eröffnen zu können. Wie auch in England werden Kunden in Essen sowohl klassische Jaguar und Land Rover Fahrzeuge als auch Ersatzteile erwerben können. Außerdem besteht die Möglichkeit Jaguar und Land Rover Oldtimer warten und reparieren zu lassen.

Wie wird man Klassikchef von Jaguar Land Rover in Deutschland?

Hannig: Meine starke Leidenschaft für Jaguar und Land Rover sowie für deren Geschichte hat sicherlich geholfen! Aber meine Erfahrung im Aufbau und der Führung von Unternehmen war sicherlich ausschlaggebend, denn es ist es unser Anspruch, ein wirtschaftlich tragfähiges Angebot aufzubauen, das unseren Kunden in Zukunft die benötigten Services für unsere wertvollen klassischen Modelle anbietet. Es ist mein Ziel den Jaguar und Land Rover Enthusiasten möglichst nur positive Erlebnisse mit diesen herrlichen Fahrzeugen zu vermitteln und in meiner Rolle kann ich darauf jetzt auch Einfluss nehmen.

Verraten Sie welche Fahrzeuge Sie in der Garage haben?

Hannig: Ich habe mir schon vor mehr als 20 Jahren meinen Kindheitstraum erfüllt und einen E-Type gekauft, den ich nach und nach restauriert habe und noch heute fahre.

Mit dem eigens zum Markenjubiläum konzipierten Defender Works V8 präsentiert Land Rover eine Hommage an frühere stark motorisierte Varianten der legendären, über einen Zeitraum von 67 Jahren produzierten Baureihe. So besaß die Serie III Stage 1 des Jahres 1979 ebenso eine V8-Motorisierung wie das 1998 zum 50. Land Rover-Geburtstag aufgelegte Defender-Sondermodell. Bei Land Rover-Enthusiasten und Sammlern in aller Welt sind die kraftvollen Varianten besonders begehrt.

Den Liebhabern des kernigen Klassikers bietet Land Rover nun mit dem Defender Works V8 nicht mehr und nicht weniger als den stärksten und schnellsten Defender aller Zeiten. In den markant geformten Motorraum wurde ein 5,0-Liter-V8-Benzin-Saugmotor implantiert, der aus fünf Litern Hubraum beeindruckende 298 kW (405 PS) Leistung und ein Drehmomentmaximum von 515 Nm bereitstellt. Damit sprintet die exklusive Sonderedition in 5,6 Sekunden von 0 auf 60 mph (zirka 96 km/h) und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 171 km/h.

Mit einer exklusiven Hochleistungsversion der Allrad-Ikone Defender läutet Land Rover das Jahr des 70. Markengeburtstags ein. Der Land Rover Defender Works V8 wird als Sonderserie in einer Kleinauflage von maximal 150 Exemplaren für Sammler und Liebhaber erhältlich sein – das speziell entwickelte V8-Modell glänzt dabei mit einer exklusiven Ausstattung und einem 5,0-Liter-V8-Motor, der satte 298 kW (405 PS) bereitstellt.