Anfang November kommt der neue Bond-Film „Spectre“ ins Kino und wird traditionell nicht nur Action-Fans, sondern auch Auto-Liebhaber anlocken. Denn auch dieses Mal wird es sehenswert: Der neue Bond-Bolide, der Aston Martin DB10, muss es nämlich mit einem Widersacher der obersten Güteklasse aufnehmen.

Sportwagenproduktion mal anders: ein Auto, kein Ziel

Supersportler sind die Steigerung normaler Sportwagen, die Spitze des Eisbergs sind sie allerdings noch nicht. Diese Rolle nehmen inzwischen die sogenannten Hypercars ein: Jene Autos, die nicht mehr weit von der 1.000-PS-Grenze entfernt sind (teils sogar darüber hinaus) und dabei als Sinnbild für die Technik der Zukunft dienen. Damit ist vor allem die Hybrid-Technologie gemeint, die längst bewiesen hat, dass sie nicht nur Vernunftautos wie den Toyota Prius durch die Stadt bringen kann.
Die britische Edelschmiede Jaguar folgt dem Trend, der von Porsche, Ferrari und McLaren geschaffen wurde, und bringt mit dem Jaguar C-X75 einen traumhaften Boliden auf den Schirm, der allerdings keine Zukunft hat. Diskussionen zum Kaufpreis sind somit überflüssig, da keine offiziellen Zahlen genannt wurden; es steht jedoch zu vermuten, dass der eine oder andere Käufer einen günstigen Autokredit benötigt hätte, um in den Genuss des britischen Meisterwerks zu kommen, wie z.B. hier möglich ist.

In einer Liga mit LaFerrari und Co.

Schon während der Entwicklung kam man bei Jaguar zu dem Schluss, dass die Serienfertigung des C-X75 angesichts des aktuellen Konsumklimas nur wenig Sinn machen würde. Der Auftritt als Bond-Bösewicht-Bolide wird somit das einzige Highlight im Leben des flachen Hybrid-Renners sein. Mit einer Höhe von 1,16 m ist der C-X75 sprichwörtlich überschaubar; für die Leistung gilt das allerdings nicht. Durch die Kombination von Vierzylinder und E-Aggregat erreicht der Jaguar eine Leistung von 862 PS und macht seinem Markennamen alle Ehre, denn er ist nichts Geringeres als eine Raubkatze in Metallform. Vor allem in Sachen Sound: Der C-X75 kann (und möchte) auf bis zu 10.000 Umdrehungen angetrieben werden; eine irrsinnige Klangwelt entsteht und weigert sich, dem Gehörgang so schnell wieder zu entweichen. Das Drehmoment wird übrigens auf 1.000 Nm beziffert – ein Wert, mit dem das Anfahren im Berg keine Probleme bereiten sollte.

Es überrascht also nicht, dass die Reaktionen aller Testreaktionen einhellig positiv ausfielen. Und das ist noch untertrieben: Der C-X75 entlockte den wenigen glücklichen Fahrern dieselben fassungslosen Superlative, wie es bereits bei Porsche 918 Spyder und Konsorten der Fall war. Für Jaguar ist dies zumindest ein kleiner Trost, da die englische Traditionsfirma bewiesen hat, dass sie immer noch können, wenn sie wollen. Und Serien-Jaguars wie der der aktuelle F-Type geben auch nicht gerade Grund zum Klagen.

Foto Jaguar