Die irische Kleinstadt Westport war im letzten Mai Wochenende Schauplatz des Internationalen Mini-Meetings (IMM). Westport liegt am Südostende der Clew Bay an der irischen Westküste. Die Stadt am Meeresarm des atlantischen Ozeans beheimatet zählt rund 5.000 Einwohner. Etwa 3.000 Besucher und 1.200 Fahrzeuge versammelten sich nun auf dem Anwesen der Markgrafen von Sligo. Das einem Schloss ähnlich „Boathouse“ wurde 1650 erbaut und liegt malerisch am Rande eines Flusses. Genau der richtige Platz, um die saftigen Wiesen in das diesjährige Mini Festival mit seinen Campingplätzen umzuwandeln. Die Mini-Fans wollten die idyllische Kleinstadt allerdings mächtig aufmischen. Wir waren dabei und übernachteten stilecht im Mini-Dachzelt.

Wo vom 25. bis zum 28. Mai Motorenlärm, Ölgeruch und natürlich zahlreiche Mini-Modelle das Stadtbild prägten, geht es sonst eher beschaulich zu. Der 10 Kilometer entfernte Berg Croagh Patrick ist auch für Nicht-Minis ein berühmtes Pilgerziel nahe dem Dorf Murrisk. Der Berg wird zum imposanten Hintergrund des Stadtbildes und des Mini-Meetings. Die kleine Kapelle auf dem Gipfel kann man vom Tal aus mit dem bloßen Auge erkennen. Doch das Highlight für die Besucher aus aller Welt ist die Fahrt durch das ehemals am Reisbrett geplante Stadtzentrum mit seinen Häusern im gregorianischen Stil.Die Mini-Bastler mussten zwar zum großen Teil eine Fährfahrt auf sich nehmen, hatten dann aber das Privileg, auf ihrer Reise durch Irland eine atemberaubende Landschaft zu erblicken. Irgendwo hier könnte gleich der Hobbit oder ein Troll aus dem Gebüsch oder einer Torfplantage springen. Eines ist jedoch sicher: Minis findet man an diesen Wochenende in Hülle und Fülle auf der Insel.

Gleichzeitig diente das IMM der öffentlichen Premiere eines Gegenstandes, mit dem die Mini gemeinsam mit dem italienischen Spezialausrüster „Autohome“ Natur- und Campingfreunde zu Mini-Fahrern machen will. Das eigene Bett ist stets dabei, geschlafen wird auf dem Dach.
Internationales Mini Meeting 2017

Die Besitzer eines modernen Minis brauchen kein Wohnmobil mehr, denn nun gibt es das Autohome-Dachzelt, das auf der serienmäßigen Reling montiert werden kann. Die stabile Glasfaser-Box misst 2,10 mal 1,30 Meter und wiegt 58 Kilogramm. Geschlossen sieht es aus wie eine normale Dachbox, wie sie auch für Ski-Utensilien benutzt wird. Entriegelt man die Verschlüsse, stellen vier Gasdruckfedern das Zelt automatisch auf. Innen ergibt sich dann eine Höhe von rund 90 Zentimetern. Zugang schaffen zwei seitliche Reißverschluss-Türen, die ebenso wie die Seitenbahnen aus wasserfestem Airtex-Gewebe bestehen und unter denen noch engmaschige Moskitonetze verborgen sind. An Kopf- und Fußende gibt es jeweils ein vernetztes Fenster.
Nicht nur die Einfachheit der Handhabung dürfte für naturverbundene Mini-Besitzer interessant sein, sondern auch die Tatsache, dass sie zu ihrem Zielort eine höhere Reisegeschwindigkeit als ihre Kollegen mit Anhängern veranschlagen können. Mit der aufmontierten Schlafkammer, die eine Kaltschaum-Matratze mit Baumwollbezug beinhaltet, ist ein Tempo bis zu 120 km/h erlaubt. Bis der Anschaffungspreis durch vermiedene Hotelübernachtungen wieder hereingespart ist, dürften allerdings ein paar Urlaube vergehen: Mit schwarzer Schale kostet das Dachzelt 3.084 Euro, in weißer Box 2.837 Euro.
Internationales Mini Meeting 2017

Das Dachzelt erfreute sich bei den Besuchern des Festivals besonderer Beachtung. Beinahe jeder wollte sich darüber informieren – am liebsten direkt hinein liegen. Doch neben dem Countryman und seiner Dachbox sorgte auch ein launiges Unterhaltungsprogramm für Entertainment.

Puc-Fada-Wettbewerb, den Mini Owners Olympic Games, Slalomrennen sowie Preisverleihungen für die schönsten, außergewöhnlichsten und schnellsten Exemplare des Classic Mini gestalteten die Tage auf dem Gelände kurzweilig. Auch die Mini Parade wurde in den letzten Jahren zum obligatorischen Programm-Punkt: Auf den irischen Straßen rund um das Festival wird eine Mini Parade gebildet. Dabei ist es egal, ob man nun in einem Classic -Mini oder in einem der Modellen der neusten Generation sitzt. Ehrengäste und gefragte Autogramm-Spender dieses Jahr war die irische Motorsport-Legende Mervyn Johnson sowie Paddy Hopkirk. Er ist ein echtes Mini-Idol, denn er gewann die Rallye Monte Carlo 1964 – natürlich im Classic Mini. Der Treasure Hunt am Freitag, den 26. Mai, und der Economy Run am Samstag, den 27. Mai, waren weitere programmatische Highlights.

Übrigens: 1959 Lief der erste Mini im Stammwerk im britischen Oxford vom Band. 1994 wurde die kultige Marke mit den Kulleraugen von BMW übernommen. Trotz vergrößerter Modellpalette und gewachsenen Karosserien ist auf manche Dinge einfach Verlass. Und so war auch dieses Jahr das Treffen im Kreise der Mini Enthusiasten ein besonderes Erlebnis. Die malerische Atmosphäre Irlands schien wie gemacht für das Treffen.

Trotz heftiger Regenergüsse (Sauwetter) ließen sich die Teilnehmer nicht davon abhalten, stolz ihre unikaten Exponate vor den Campingwägen und Zelten auszustellen. Außerdem wurde zusammen geschraubt, gemeinsam Expertise ausgetauscht und natürlich in großer Runde schottisches Bier Getrunken oder im Festzelt mit Live-Band und irischen Whisky angestoßen.

Nächstes Jahr steigt die große Fete der kleinen Autos dann bereits zum 40-igsten Mal. Seinen Ursprung nahm das Meeting in eher familiärer Atmosphäre 1978 in Deutschland und war seither unter anderen in Belgien, Finnland, Italien, Litauen, Polen, Spanien und der Schweiz zu Gast. Keine Frage, dass die Teilnehmer mit der weitesten Anreise stets eine besondere Ehrung der Veranstalter erfahren.

Nächstes Jahr wird das Meeting in Portugal sein (Vagueira Beach Campsite, Vagos – Aveiro). Von Deutschland aus ein weiter Weg, aber glauben Sie mir, es lohnt sich und vielleicht kann dann ja schon im neuen Mini-Dachzelt übernachtet werden.

 

Fotos: Günther Schmied / Der-Autotester.de