Um den sogenannten „Idiotentest“ ranken sich viele Legenden. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) ist nach schweren Verkehrsvergehen die einzige Möglichkeit, den eingezogenen Führerschein wieder zu bekommen. Für viele Betroffene ist das eine existenzielle Angelegenheit. Entsprechend groß sind Befürchtungen und Vorurteile.

Das geht mit der Frage los, ob man sich als MPU-Kandidat einfach ganz locker in die Höhle des Löwen begeben oder ob man sich mit Profis auf die Prüfung vorbereiten sollte. Verkehrspsychologe Axel Uhle von der TÜV Süd Pluspunkt GmbH rät dazu, so schnell wie möglich nach dem Führerscheinentzug einen kompetenten Berater zu kontaktieren: „Professionelle Unterstützung ist nötig, um kritische Verhaltensweisen zu verändern.“

Es sei nicht das Ziel, dass sich der Betroffene auf die MPU wortwörtlich vorbereite, sondern dass er an seiner Einstellung und an sich selbst arbeite. Dafür sind Summen zwischen 100 Euro für eine individuelle Einzelberatung, 600 bis 800 Euro für Gruppenmaßnahmen und rund 1.000 Euro für verkehrstherapeutische Einzelgespräche fällig. Hilfreich ist auch ein kostenloser Informationsabend, wie er etwa von TÜV Süd Pluspunkt angeboten wird.

Im Verlauf der Vorbereitung erstellt der Betroffene zusammen mit seinem Berater einen individuellen Fahrplan zurück zum Führerschein. Dazu muss auch das eigene Trinkverhalten auf den Prüfstand gestellt und weniger, beziehungsweise kontrolliert getrunken werden. Alkoholabhängige müssen eine Therapie machen und ein Jahr lang Abstinenznachweise liefern. Bei Drogen ist laut Uhle in jedem Fall eine dauerhafte Abstinenz zu empfehlen und nachzuweisen.

Schummeln oder ganz ehrlich sein? Diese Frage quält viele MPU-Kandidaten. Der Experte rät zur zweiten Möglichkeit, denn Gutachter seien bestens ausgebildet und erfahren, sie würden sofort bemerken, wenn ihnen jemand etwas vorspiele: „Der Gutachter will sehen, dass der Betroffene sein Fehlverhalten einsieht, sich mit den Ursachen auseinandergesetzt und aktiv die richtigen Konsequenzen gezogen hat.“

Auch hinsichtlich der Durchfall-Quote beim „Idiotentest“ geistern viele Geschichten durch den Raum. Die meisten Kandidaten würden beim ersten Versuch scheitern, ist immer wieder zu hören und in einschlägigen Foren zu lesen. Experten verweisen all dies ins Reich der Fabel. Denn laut Untersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) schaffen mehr als 80 Prozent auf Anhieb die MPU, wenn sie sich frühzeitig informiert und dann professionelle Beratung in Anspruch genommen haben. mid/rhu