Als mittleres von drei Geschwistern gilt man bisweilen als farbloser Mitläufer, der kaum beachtet wird. Um als Sandwich-Kind aufzufallen, muss man ein bisschen fitter sein als die Anderen. Deshalb sind Sandwich-Kinder in der Regel mit allen Wassern gewaschen. Quasi die Surviver im Dschungel des Lebens.

Auch der Hyundai Tuscon hat ein solches Los, er ist nämlich der mittlere Spross der SUV-Familie von Hyundai. Noch in diesem Monat wird er neu auf den Markt kommen: noch trendiger, sicherer und sauberer. Und dann seinen Geschwistern, dem kleinen Kona und den großen Santa Fe, noch ein bisschen mehr am Lack kratzen. Der Tuscon ist schon bisher der erfolgreichste in der SUV-Family aus Korea. Allein 2017 wurden hierzulande mehr als 23.600 Tucson gekauft. Ein Grund: Er trägt europäische Gene in sich. In Deutschland gezeugt – pardon – im Technikzentrum in Rüsselsheim entwickelt und in Tschechien das Licht der Welt erblickt. Mit 4,48 Meter nicht zu klein, und nicht zu groß. Die neuen Scheinwerfer neben dem Kaskadengrill an der Front und die Rückleuchten sind die auffälligsten Design-Veränderungen. Die angehobene Frontstoßstange und das neue Räderdesign schmeicheln dem Tuscon. Auch der Innenraum ist im facegelifteten Tuscon gelungen. Der zentrale Monitor thront nun freistehend auf dem Armaturenbrett, die verwendeten Materialen wirken hochwertig, man fühlt sich gleich wohl im koreanischen SUV.

Das SUV m volumenstarken Mittel-Segment hat zudem eine interessante Palette an Ausstattungsmerkmalen und Features

wie die kabellose Ladefunktion fürs Smartphones mit auf die Straße gekriegt. Die Neuauflage sei zudem der sicherste Tucson geworden, den es je gegeben hat, so Hyundai Deutschland Geschäftsführer Markus Schrick. Ein Around-View-Monitor ermöglicht zentimetergenaues Rangieren selbst in engsten Passagen. Der Aufmerksamkeitsassistent kann nun auch Fahrzeit und Lenkradbewegungen überwachen und bei Ermüdung eine Pause anmahnen. Der Tucson ist zudem das erste Hyundai Modell mit einem 48-Volt-Bordnetz. Was das bedeutet? Ein zweiter Stromkreis versorgt die neue Mild-Hybrid-Technik der stärksten Dieselvariante. Mit bis zu 12 kW Leistung unterstützt ein Startergenerator den Selbstzünder beim Beschleunigen. Das soll zudem zu einer Kraftstoffersparnis und Emissionsverminderung von bis zu sieben Prozent beitragen. Die unter dem Gepäckraum (513 bis 1.503 Liter) installierte Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 0,44 kWh wird beim Bremsen und Ausrollen automatisch geladen. Wie alle Hyundai erfüllen auch die neuen Tucson-Varianten die Abgasnorm Euro 6d-Temp, die erst im September 2019 in Kraft tritt. Die Benziner verfügen über Otto-Partikelfilter, die Diesel über SCR-Harnstoffeinspritzung.

Premiere in dem nach wie vor wahlweise als Benziner oder Diesel sowie als Front- oder Allradler lieferbaren Tucson feiert zudem eine neuer, in zwei Leistungsstufen erhältlicher 1,6-Liter-Diesel-Direkteinspritzer sowie eine von Hyundai selbst entwickelte Acht-Stufen-Automatik.

Wir haben den Tucson mit dem 2.0 Liter Diesel mit 136 kW/185 PS Leistung gefahren, der das Mild-Hybrid-System nutzt. Angenehm leise fährt der koreanischen Geländewagen. Sein stolzes Gewicht von 1.696 Kilogramm spürt man beim Fahren durchaus. Das mindert die Freude am Fahren allerdings nicht. Mit dem antrittsstarken Diesel kann man ausgesprochen dynamisch und doch auch verbrauchsgünstig unterwegs sein. Dieser Antrieb bringt im Tucson ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter auf die Straße. In 9,5 Sekunden erreicht er aus dem Stand Tempo 100. Bei 201 Stundenkilometern ist dann Schluss mit lustig. Hyundai gibt einen kombinierten Norm-Verbrauch von 6 Litern an. Auf unseren Testfahrten hat sich ein realitätsnaher Verbrauch von 7,1 Litern je 100 Kilometer ergeben.

Fazit: Auch beim neuen Tucson bekommt man viel Auto fürs Geld. Ab 22.840 Euro ist das koreanische SUV zu haben. Mit einer umfangreichen Basisausstattung ist der Tucson ein ernstzunehmender Rivale von VW Tiguan, Nissan X-Trail, Skoda Karoq und Mazda CX-5. Seine fünf Jahre währende Garantie – ohne Kilometerbegrenzung – ist besonders wertvoll für Kilometerfresser.

Technische Daten:

Hyundai Tucson 2.0 CRDi 4WD Mildhybrid

Länge x Breite x Höhe (m): 4,48 x 1,85  x 1,65
Radstand (m): 2,67
Motor: 4-Zylinder-Reihen-Turbodiesel
Hubraum: 1995 ccm
Leistung: 136 kW / 185 PS bei 2750-4000 U/min
Max. Drehmoment: 400 Nm bei 1750-2750 U/min
Mildhybridsystem: Startergenerator (über Riemen mit der Kurbelwelle verbunden), Stromspeicherung: Lithium-Polymer-Akku (Inverter zum Wechsel zwischen Antriebs- und Lademodus), Batteriekapazität 0,44 kWh, Systemspannung: 48 Volt
Startergenerator maximale Leistung: 12 kW
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,5 Sek.
Verbrauch: 6 Liter Diesel
CO2-Emissionen: 157 g/km
Effizienzklasse: B (Euro 6d-Temp)
Leergewicht / Zuladung: min. 1696-1849 kg / max. 381-534 kg
Wendekreis (m): 10,8
Kofferraumvolumen: 513-1503 Liter
Räder-/Reifengröße: 7.5 J x 19, 245/45 R 19
Preis: 43.750 Euro (mit Allradantrieb und Achtgang-Automatik)