Endlich bringt Hyundai ein kleines Lifestyle SUV auf den Markt. Mit dem Kona stoßen die Südkoreaner genau in die Nische, die in der Automobilindustrie aktuell am stärksten boomt. Mit einem mutigen Design, Allradantrieb, konventionellem Innenraum, 10 Lackfarben mit zwei Kontrastdächern und moderner Technik will Hyundai die weiter stark wachsende SUV Käuferschicht im B-Segment auf seine Seite ziehen. Doch mit Mazda CX3, VW T-Roc, Audi Q2, Opel Crossland X, Seat Ateca, oder Renault Captur ist die Konkurrenz riesig. Den Konzernbruder Kia Stonic nicht zu vergessen. Einer der größten Vorteile im Kampf um die Gunst der Kunden könnte der zurückhaltende Einstiegspreis in Höhe von 17.500 Euro sein. Mehr über das kleine SUV, das gemeinsam mit dem i30 N am 4. November zu den Händlern kommt, lesen Sie in unserem Fahrbericht.Mit dem i20 Active hat das kleine Korea SUV sogar in den eigenen Reihen schon indirekte Konkurrenz. Doch mit dessen bravem Look hat der Kona nur wenig am Hut. Der Kona geht mit einer progressiven Design-Linie an den Start. Muss er auch, denn der Trend geht zu polarisierenden, flippigen, bunten SUVs mit zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten. Und so ist der 4,16 Meter lange, 1,80 Meter breite und 1,55 Meter hohe Kona ganz „edgy“. Der „Kaskadengrill“ auf der mächtigen Schnauze schafft Präsenz. Während die Scheinwerfer – ganz anders als von Hyundai gewohnt – auf drei Stufen angeordnet sind: Die Nebelscheinwerfer wurden elegant in die Schürze eingearbeitet. Darüber thronen die optionalen LED-Scheinwerfer unter den LED-Tagfahrleuchten. Diese Elemente bringen nebst dem angedeuteten Unterfahrschutz und mächtig viel Plastik um die Radhäuser, technische Kühle in den kernigen Offroad-Look. Ob dabei die optische Kunststoff-Verbindung zwischen Scheinwerfern und Radhausschutz gelungen ist, liegt im Auge des Betrachters. Wie bei einigen Wettbewerbern kann man den Kona mit bis zu 18 Zoll großen Felgen und schwarzem oder grauen Kontrast-Dach ordern.

Während sich die für konservativ-schönes Design bekannte Korea-Marke beim Exterieur extrovertiert präsentiert, dominiert im Inneren funktioneller Nutzwert. Gut so. Denn hier ist eine aufgeräumte Struktur und hohe Bedienfreundlichkeit wertvoller als Effekthascherei. Das frei stehende 8-Zoll-Touchscreen des Infotainment-Systems (gegen Mehrpreis) ist gekoppelt mir einem Navi mit Echzeit-Daten, einer Rückfahr-Kamera und an ein sieben Jahre währendes Daten-Abo. Wo andere Hersteller versuchen auf Knöpfe zu verzichten, fährt Hyundai ein anderes Konzept. Die wenigen, aber sinnigen Tasten überladen die Bedien-Struktur keineswegs, und sie dienen der intuitiven Bedienbarkeit. Neben dem Head-up-Display tragen auch die neuen Kontrastlackierungen zum modernen Innenraum Ambiente bei. So kann man dunkles Interieur an einigen Stellen mit roten, orangen oder grünen Farbtupfern auffrischen. Mit Pure, Select, Trend, Style und Premium stehen fünf Ausstattungslinien zur Wahl.

Serienmäßig wird der Kona mit einem 5-Zoll-LCD-Display inklusive Radio und Bluetooth verbaut. Ab dem 7-Zoll-Touchscreen halten „Apple CarPlay“ und „AndroidAuto“ Einzug in den brandneuen Hyundai. Eine induktive Ladestation für dafür geeignete Smartphones gibt es optional. Das Platzangebot im Kona profitiert vom 2.60 Meter langen Radstand. Er schafft Raum für ein luftiges Gefühl und viel Beinfreiheit um das bequeme Gestühl vorne. Sehr groß Gewachsene werden im Fond Kopf und Füße einziehen müssen. Alle anderen können es sich bequem machen und im Nicht-Schildkröten-Style auf die Reise freuen. Dabei sollte man hinten allerdings eher mit zwei als mit drei Erwachsenen planen. Für ausreichend Gepäckraum ist im 361 Liter fassenden Kofferraum gesorgt. Verzichtet man auf lästige Hinterbänkler, lassen sich die Rücksitzlehnen bequem umklappen. Das öffnet die Pforte zu einem nun 1.143 Liter Gepäck-Paradies für zwei.Zum Marktstart wird es den Kona mit zwei Motoren geben. Der neu entwickelte 1-Liter-Turbo-Benziner zieht aus Drei-Zylindern 120 PS. Seine 172 Newtonmeter Drehmoment werden über eine Sechsgang-Handschaltung an die Vorderräder übertragen. Der 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbo Motor leistet 177 PS. Er besitzt ein maximales Drehmoment von 265 Newtonmetern. Seine Kraftübertragung erfolgt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das seine Kraft an alle vier Räder abgibt. Es kann bis zu 50 Prozent der Kraft an die hinteren beiden Räder leiten. Im Sommer 2018 wird dann ein Diesel-Motor die Motorenpalette erweitern. Der 1,6 Liter Vier-Zylinder soll in zwei Leistungsstufen mit 115 und 136 PS angeboten werden. Allradantrieb und das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DCT wird es für diese Variante gegen Aufpreis geben.

Juli 2018 soll ein Kona mit Elektro-Antrieb folgen.

Er soll umgerechnet 200 PS leisten und mit einer Reichweite von 390 Kilometern langstreckentauglich sein.

Für Ende 2018 verspricht Hyundai eine E-Variante  sogar mit 500 Kilometern Reichweite.

Fährt man den 120-PS-Kona, so wird schnell klar, was an den Autos der koreanischen Marke so oft überzeugt. Das ausgewogene Fahrverhalten! Und der spritzige 120-PS-Motor bringt richtig Laune. Der Kleine beschleunigt in 12 Sekunden auf Tempo 100 und verbraucht lediglich 6,1 Liter Benzin (Normwert). Auf unseren Testfahrten lag der Verbrauch zwar rund einen Liter höher, aber für einen Benziner ist das ein guter Wert. Die knackige Handschaltung werkelt solide und leichtgängig. Die Federung schluckt die meisten Schlaglöcher sauber weg und ist eher straff als komfortabel eingestellt. Dabei zeigt sich die Lenkung angenehm direkt. Das war nicht immer so bei Hyundai. Beim Kona ist kein großer Unterschied mehr zu vergleichbaren Modellen deutscher Hersteller spürbar. Was will man da noch mehr? Assistenten vielleicht? Und auch da ist Hyundai mit einem Spurhalteassistenten, Notbremsassistenten, Querverkehr- und Totwinkelwarner und Fernlichtassistent gut aufgestellt.

Fazit

Der Hyundai Kona punktet mit stylisch-lässiger Optik. Die verbindet der Koreaner mit rationalen Vorteilen. Das Paket wird noch süßer durch Allradantrieb, modernste Konnektivität, ausgezeichnete Qualität und fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Ein wesentliches Kriterium beim Kampf um die Käufer ist der Preis. Beim Kona liegt er in der Basisausstattung „Pure“ bei attraktiven 17.500 Euro. Dafür bekommt man dann den 120 PS starken Ein-Liter-Benziner als Handschalter mit etwas Ausstattung. Der Kona mit 1.6 T-GDI (177 PS) in „Premium“-Ausstattung kostet mit Allradantrieb, Doppelkupplungsgetriebe und allerhand Nützlichem dann schon 28.600 Euro.

Technische Daten

Hyundai Kona 1,0 T-GDI Pure

Länge x Breite x Höhe (m): 4,17 x 1,80 (o. Spiegel) x 1,57
Radstand (m): 2,60
Motor: 3-Zylinder, Benziner, Turbor, 998 ccm
Leistung: 88 kW / 120 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 172 Nm bei 1500–4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 12,0 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 5,2 Liter
CO2-Emissionen: 117 g/km (Euro 6)
Leergewicht/Zuladung: min. 1233/max. 542 kg
Kofferraumvolumen: 361–1143 Liter
Max. Anhängelast: 1200 kg
Wendekreis: 10,6 m
Basispreis: 17.500 Euro